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Thüringer Allgemeine (Bad Langensalza) - - Erste Seite -

nd da ge­hen die üb­li­chen Spiel­chen wie­der los. Kaum zeigt der FC Bay­ern In­ter­es­se am eng­li­schen U19-Na­tio­nal­spie­ler Cal­lum Hud­son-Odoi vom FC Chel­sea und drückt ernst­haf­tes In­ter­es­se aus, gibt sich der Lon­do­ner Ver­ein erst de­fen­siv, jetzt so­gar laut­stark of­fen­siv. Über ei­nen Spie­ler zu spre­chen, der noch bei Chel­sea un­ter Ver­trag ste­he, sei nicht pro­fes­sio­nell. „Sie re­spek­tie­ren un­se­ren Klub nicht“, at­ta­ckiert Trai­ner Mau­ri­zio Sar­ri so­gar die Mün­che­ner.

Das ist har­ter To­bak von ei­nem Ver­ein, der nicht nur jüngst in der Win­ter­pau­se ei­nen noch in Dort­mund un­ter Ver­trag ste­hen­den Chris­ti­an Pu­li­sic ver­pflich­te­te, son­dern zig Spie­ler un­ter teil­wei­se du­bio­sen Um­stän­den an Ver­ei­ne aus ganz Eu­ro­pa ver­leiht.

Dass mit­un­ter beim Wer­ben um Spie­ler Moral­pre­dig­ten der vom Ab­gang be­droh­ten Klubs ge­macht wer­den, ist nicht neu und ge­hört zum Ge­plän­kel da­zu. Das ei­gent­li­che Mo­tiv dürf­te je­doch ein an­de­res sein.

Ob­wohl die Bay­ern mit 39 Mil­lio­nen Eu­ro schon ei­nen stol­zen Preis ge­bo­ten ha­ben, scheint bei den En­g­län­dern die Angst um­zu­ge­hen, wie­der­holt ein gro­ßes Ta­lent zu güns­tig ab­zu­ge­ben. Dies pas­sier­te Mann­schaf­ten aus der Pre­mier

Le­ague zu­letzt häu­fi­ger. Sie zu­rück­zu­kau­fen, wird dann deut­lich teu­rer. Das schmerzt auch auf der In­sel, wo hohe Ab­lö­sen ge­zahlt wer­den. Al­so wird ge­po­kert, bis der Preis stimmt. Ei­ne Leh­re der Ver­gan­gen­heit.

Erik Les­ser stand mit ei­nem Lä­cheln im Ge­sicht im Ziel und war er­leich­tert. „Ich bin froh, dass mein Rü­cken ge­hal­ten hat und ich kei­ne Schmer­zen hat­te“, sag­te der Ski­jä­ger vom SV Ein­tracht Fran­ken­hain, der beim Bi­ath­lon­Welt­cup in Ober­hof den Weg zu­rück in den Welt­cup ge­fun­den hat. „Jetzt hof­fe ich, dass das nun auch in der Ver­fol­gung und in der Staf­fel so gut funk­tio­niert“, sag­te Les­ser, der mit sei­nem 17. Platz im zehn Ki­lo­me­ter lan­gen Sprint­ren­nen zuf­rie­den sein konn­te und er nun zu­ver­sicht­lich nach vorn schau­en darf.

Das Ren­nen im Thü­rin­ger Wald aber lenk­te zwangs­läu­fig auch den Blick in die Ver­gan­gen­heit. Denn mit dem Ta­ges­sie­ger Alex­an­der Lo­gi­now, der den ers­ten Welt­cup­er­folg sei­ner Kar­rie­re fei­er­te, tri­um­phier­te aus­ge­rech­net ein ehe­ma­li­ger Do­ping­sün­der. „Er hat sei­ne Stra­fe ab­ge­ses­sen. Man­che Din­ge muss man eben hin­neh­men, auch wenn es schwer fällt“, sag­te Les­ser, der im ver­gan­ge­nen Win­ter er­klär­te, er ha­be ge­gen­über über­führ­ten Do­ping­sün­dern jeg­li­chen Re­spekt ver­lo­ren.

Dem Rus­sen war im November 2014 die An­wen­dung der ver­bo­te­nen Sub­stanz EPO nach­ge­wie­sen wor­den, wor­auf er für zwei Jah­re ge­sperrt wur­de. Lo­gi­now aber droht neu­er Är­ger. We­gen mög­li­cher Ver­stö­ße ge­gen die An­ti-Do­ping-Re­geln im Zu­ge der WM 2017 in Hoch­fil­zen er­mit­telt die Staats­an­walt­schaft in Ös­ter­reich. „Ich la­de al­le ein, um mich im Trai­ning zu be­su­chen, um zu schau­en, wie ich ar­bei­te“, ver­tei­dig­te sich der frü­he­re Ju­nio­ren-Welt­meis­ter.

So­gar der nor­we­gi­sche Welt­cup­spit­zen­rei­ter Jo­han­nes Thing­nes Bö konn­te dies­mal im Ober­ho­fer Schnee­trei­ben den Rus­sen nicht stop­pen. Der 25Jäh­ri­ge, der in die­sem Win­ter bis­lang al­le drei Welt­cup­sprints gewinnen konn­te, leis­te­te sich im Ge­gen­satz zum Ta­ges­sie­ger ei­ne Straf­run­de und hat­te im Ziel ei­nen Rück­stand von 25,2 Se­kun­den.

Um ge­nau zwei Se­kun­den hin­ter dem Schwe­den Se­bas­ti­an Sa­mu­els­son ver­fehl­te der­weil

Im Früh­jahr wird ge­mein­sam Kaf­fee ge­trun­ken. IOC-Prä­si­dent Tho­mas Bach, der sich den gest­ri­gen Sprint der Män­ner in Ober­hof an­schau­te, hat Lo­kal­ma­ta­dor Erik Les­ser zu ei­nem Ge­spräch ein­ge­la­den. Les­ser ist Teil der Ath­le­ten­kom­mis­si­on der In­ter­na­tio­na­len Bi­ath­lon Uni­on (IBU), ver­tritt al­so die Bi­ath­le­ten-Zunft im Ver­band, und freut sich über die Initia­ti­ve von Bach, der frü­her er­folg­rei­cher Fech­ter war und seit 2013 Chef des In­ter­na­tio­na­len Olym­pi­schen Ko­mi­tees ist.

„Als Sport­ler hat man im­mer das Ge­fühl, dass das IOC ganz weit weg und un­nah­bar ist. Wir ha­ben mit der IBU zu­sam­men­ge­fun­den. Welt­meis­ter Be­ne­dikt Doll (Breit­nau) als Vier­ter sei­nen zwei­ten Po­dest­platz die­ser Sai­son. „Ger­ne hät­te ich noch den drit­ten Platz ge­holt. Aber ich bin auch so zuf­rie­den. Jetzt will ich mich in der Ver­fol­gung vor­ne be­haup­ten. Das hat in die­ser Sai­son noch nicht so gut ge­klappt“, sag­te der 28-Jäh­ri­ge, der beim Das soll­ten wir auch mit dem Dach­ver­band hin­be­kom­men. Und an­schei­nend hat er Bock drauf“, sag­te der Fran­ken­hai­ner über die Ein­la­dung.

Bach ist Stamm­gast beim Welt­cup am Grenz­ad­ler, schaut sich Ren­nen im­mer wie­der live in der Are­na an. Ges­tern ver­folg­te er den Sprint vom Schieß­stand aus, spä­ter gab er in der Mi­xed-Zo­ne ei­ni­ge we­ni­ge In­ter­views. „Ober­hof ist im­mer et­was Be­son­de­res und ein Hö­he­punkt der Bi­ath­lon-Sai­son. Das Pu­bli­kum ist sach­ver­stän­dig und fair.

Hier steht der Sport im Vor­der­grund und nicht das Event an sich“, sag­te er. Nicht zu­letzt we­gen der gu­ten Stim­mung sei der Zu­schlag für die zwei­te Bi­ath­lon-Welt­meis­ter­schaft nach Ste­hendschie­ßen ge­nau­so ei­ne Schei­be ste­hen ließ wie sein Ober­ho­fer Trai­nings­kol­le­ge Arnd Peif­fer, der Fünf­ter wur­de.

Im letz­ten Schuss leis­te­te sich der Sprint-Olym­pia­sie­ger aus Claus­thal-Zel­ler­feld je­nen Feh­ler. „Ich bin viel­leicht zu hart im Rhyth­mus ge­blie­ben und hät­te noch ein­mal ab­set­zen sol­len“, 2004 im Thü­rin­ger Wald zu be­grü­ßen. „Ich freue mich, 2023 ei­ne ex­zel­len­te Welt­meis­ter­schaft er­le­ben zu kön­nen“, so Bach.

Ges­tern sah der IOC-Prä­si­dent den ers­ten Kar­rie­re­sieg von Alex­an­der Lo­gi­nov. Bis En­de 2016 saß der Rus­se ei­ne zwei­jäh­ri­ge Do­ping­sper­re ab, wur­de beim Ziel­ein­lauf in Ober­hof nichts­des­to­trotz von den Fans ge­fei­ert. „Ich ha­be mit gro­ßer Über­zeu­gung und Nach­druck le­bens­lan­ge Sper­ren für Do­ping­sün­der ge­for­dert, aber das ist in un­se­rem Rechts­sys­tem nicht mög­lich“, sag­te Bach. Ist die Stra­fe ab­ge­büßt, ha­be je­der Sport­ler das Recht zu star­ten und gleich be­han­delt zu wer­den. „Und das hat das Pu­bli­kum hier ge­tan“, so der IOC-Prä­si­dent. sag­te Peif­fer. Al­ler­dings: Ge­nau je­ne Tak­tik war Les­ser zum Ver­häng­nis ge­wor­den.

Der Thü­rin­ger Ski­jä­ger hat­te vor ei­nem Mo­nat letzt­mals ei­nen Welt­cup be­strit­ten, ehe er we­gen sei­ner stän­di­gen Rü­cken­be­schwer­den ei­ne Pau­se ein­le­gen muss­te. Nicht ein­mal die Hälf­te des nor­ma­len Trai­nings­um­fangs konn­te der Sport­sol­dat zu­letzt ab­sol­vie­ren. „Jetzt bin ich zu­ver­sicht­lich, dass auch am Wo­che­n­en­de der Kör­per mit­spielt“, sag­te Les­ser, der sich beim heu­ti­gen Ver­fol­gungs­ren­nen auf ei­ne mit 22.500 Fans aus­ver­kauf­te Are­na freut: „Das wird ein Hö­he­punkt.“

Im Sprint wa­ren ges­tern zwar knapp 10.000 Be­su­cher we­ni­ger ge­kom­men, für Welt­cup-De­bü­tant Lu­cas Fratz­scher war es den­noch ein tur­bu­len­ter Tag. Der 24-Jäh­ri­ge vom WSV Ober­hof konn­te sich von der Welt­cup-Be­geis­te­rung aber kaum an­ste­cken las­sen. „Das Schie­ßen war schlecht. Und auch beim Lau­fen ha­be ich mich nicht gut ge­fühlt“, sag­te Fratz­scher, der nicht nur Start­num­mer 93 auf dem Tri­kot trug, son­dern mit je­ner Plat­zie­rung nach vier Fehl­schüs­sen sei­ne Feu­er­tau­fe im Kon­zert der Gro­ßen be­en­de­te.

Arnd Peif­fer un­ter­des­sen schielt nach dem Sie­ger­trepp­chen, wenn es in der Ver­fol­gung um die nächs­ten Welt­cup­punk­te geht. Im Dezember in Hoch­fil­zen je­den­falls hat­te er mit Rang zwei nach ei­nem fünf­ten Platz im Sprint je­nes Vor­ha­ben ide­al in die Tat um­ge­setzt. „Ent­schei­dend wird das Ste­hendschie­ßen“, sag­te der Fa­mi­li­en­va­ter, der da­für aber den rich­ti­gen Rhyth­mus fin­den muss.

Die ge­gen den Bi­ath­lon-Ver­band ver­häng­ten Re­strik­tio­nen im Zu­ge des Do­ping-Skan­dals ha­be das IOC auf­ge­ho­ben. „Die IBU ist auf ei­nem gu­ten Weg, rei­nen Tisch zu ma­chen, hat die rich­ti­gen Maß­nah­men ge­wählt und das neue An­ti-Do­ping-Sys­tem un­ab­hän­gig über­prü­fen las­sen“, be­grün­de­te Bach.

Als IOC-Prä­si­dent ist er der Kopf der olym­pi­schen Be­we­gung und muss das Ver­trau­en in den Sport zu­rück­ge­win­nen. Von den Fans, aber auch von den Sport­lern. Mit Mar­tin Four­ca­de, eben­falls in der Ath­le­ten­kom­mis­si­on, kam er ges­tern nach dem Ren­nen ins Ge­spräch, im Früh­jahr folgt das Tref­fen in al­ler Ru­he. „Nicht zum Kaf­fee trin­ken“, sagt Bach, „son­dern zum Re­den.“

Die Fra­ge al­ler Fra­gen war­tet auf Ant­wort. Sind die Wun­den nach dem un­er­war­te­ten 0:3-De­ba­kel ge­gen Strau­bing ge­leckt und hin­rei­chend ge­stillt?

Am Sonn­tag gibt es die Ant­wort, wenn Er­furts Bun­des­li­ga­Vol­ley­bal­le­rin­nen ab 14.30 Uhr in Müns­ter Far­be be­ken­nen müs­sen. Das heißt vor al­lem, wie­der Ge­sicht zu zei­gen und um je­den Punkt mit dem not­wen­di­gen Selbst­wert­ge­fühl zu figh­ten. Dass die Da­men um die Trai­ner Kron­seder und Knos­pe der er­klär­te Au­ßen­sei­ter sind, ist der ei­ne Teil der Wahr­heit. Der an­de­re wird sein, wie sich der in­zwi­schen Vor­letz­te beim Ta­bel­len­vier­ten ver­kauft.

Trotz der vier def­ti­gen Nie­der­la­gen am Stück ist Pa­nik­ma­che kei­ne Op­ti­on. Er­furt liegt mit sie­ben Punk­ten aus neun Par­ti­en in Schlagdis­tanz zu Suhl (10 Punk­te), Vils­bi­burg (9), Wies­ba­den und eben Strau­bing (je 8). Kron­seder for­dert von sei­nen Da­men: „Wir ha­ben Strau­bing in­ten­siv auf­ge­ar­bei­tet und sind uns ei­nig, dass wir uns bes­ser prä­sen­tie­ren als zu­letzt. Der Fo­kus ist auf uns ge­rich­tet, damit wir ab­ru­fen, was wir kön­nen.“(hö)

Mit dem schwie­ri­gen Du­ell ge­gen Re­kord­meis­ter Düs­sel­dorf steigt Tisch­ten­nis-Erst­li­gist Post Mühlhausen am Sonn­tag wie­der ins Ge­sche­hen ein (15 Uhr). Die Be­geg­nung wird als Wer­be­spiel im säch­si­schen Dö­beln aus­ge­tra­gen. Al­ler Vor­aus­sicht nach wird bei Düs­sel­dorf Ti­mo Boll zum Ein­satz kom­men. Den­noch rech­net sich Post Chan­cen aus und will sich nicht ver­ste­cken, zu­mal al­le Ak­teu­re fit sind. Aus­ver­kauft ist der­weil schon das Vier­tel­fi­nal-Hin­spiel der Cham­pi­ons Le­ague ge­gen Je­ka­te­r­in­burg (25. Ja­nu­ar/19 Uhr). (tr)

Die TecArt Black Dra­gons ha­ben ges­tern Abend in der Eis­ho­ckey-Ober­li­ga über­rascht. Beim Ta­bel­len­drit­ten Han­no­ver In­dians ge­wan­nen die Er­fur­ter deut­lich mit 6:3 (0:1, 3:0, 3:2). Va­zan (2), Käm­me­rer (2), Schüp­ping und Keil tra­fen für die Thü­rin­ger, die am mor­gi­gen Sonn­tag (16 Uhr) den Her­ner Eis­sport­ver­ein zu Gast ha­ben. (red)

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