„Ich kann sehr wohl Wah­len ge­win­nen“

An­ne­gret Kramp-kar­ren­bau­er spricht im In­ter­view über ih­re Kan­di­da­tur für den Cdu-vor­sitz – und ein ver­pflich­ten­des Di­enst­jahr

Thüringer Allgemeine (Eichsfeld) - - Politik -

sich in un­ser Ge­mein­we­sen ein­brin­gen.

Be­son­ders gut im Ren­nen um den Cdu-vor­sitz liegt Fried­rich Merz, ob­wohl er mehr als ein Jahr­zehnt po­li­tisch nicht ak­tiv war. Wie er­klä­ren Sie sich das?

Mein Mit­be­wer­ber ist ei­ne an­ge­se­he­ne Per­sön­lich­keit in un­se­rer Par­tei. Und dass er sich ent­schlos­sen hat, für den Par­tei­vor­sitz zu kan­di­die­ren, ist ei­ne Be­le­bung des Be­wer­ber­fel­des.

Merz wird we­gen ver­schie­de­ner Tä­tig­kei­ten in der Wirt­schaft an­ge­grif­fen, et­wa beim welt­größ­ten Ver­mö­gens­ver­wal­ter Black­rock. Emp­fin­den Sie das als un­fair?

Er hat selbst ent­schie­den, wel­chen be­ruf­li­chen Weg er geht, und das ist über­haupt nicht zu kri­ti­sie­ren. Die Vor­wür­fe ge­gen Black­rock, die jetzt im Raum ste­hen und auf de­nen ja auch die Durch­su­chun­gen ba­sie­ren, be­tref­fen Jah­re, in de­nen er noch kei­ne Ver­ant­wor­tung in dem Un­ter­neh­men ge­tra­gen hat.

Was schät­zen Sie be­son­ders an Merz?

Dass sei­ne Frau Saar­län­de­rin ist. (lacht) Und ich ha­be ihn in all den Jah­ren als span­nen­den und ver­bind­li­chen Kol­le­gen er­lebt.

Der Fdp-po­li­ti­ker Wolf­gang Ku­bi­cki ana­ly­siert: „Wenn die Uni­on Wohl­be­fin­den ha­ben will, dann wählt sie Frau Kramp-kar­ren­bau­er. Wenn sie Wah­len ge­win­nen will, wählt sie Fried­rich Merz.“

Ich ha­be den Be­weis an­ge­tre­ten, dass man mit mir sehr wohl Wah­len ge­win­nen kann – auch in schwie­ri­gen Zei­ten. Ich wür­de sa­gen, Herr Ku­bi­cki ist der Be­weis da­für, dass der FDP ei­ne Frau­en­quo­te durch­aus gut­tun wür­de.

Mit Ih­rer Kan­di­da­tur für den Par­tei­vor­sitz ge­hen Sie – wie­der ein­mal – vol­les Ri­si­ko. Wie fin­det das ei­gent­lich Ih­re Fa­mi­lie?

Mei­ne Fa­mi­lie un­ter­stützt mich. Na­tür­lich fühlt es sich im­mer noch selt­sam an, dass ich nur am Wo­chen­en­de zu Hau­se bin. Aber mei­ne Kin­der wis­sen: Wenn es hart auf hart kommt, las­se ich al­les ste­hen und lie­gen, um für sie da zu sein. Am Mon­tag nach der Hes­sen-wahl blieb nicht viel Zeit, den nächs­ten Schritt zu dis­ku­tie­ren. An­ge­la Mer­kels Rück­zug als Par­tei­vor­sit­zen­de kam auch für mich über­ra­schend. Ich konn­te mei­nem Mann gera­de noch ei­ne SMS schi­cken, dass ich kan­di­die­re, da­mit er es zu­min­dest von mir ori­gi­nal er­fährt.

„Ich konn­te mei­nem Mann gera­de noch ei­ne SMS schi­cken, dass ich kan­di­die­re, da­mit er es zu­min­dest von mir ori­gi­nal er­fährt.“

Was hat Ihr Mann ge­ant­wor­tet?

Er war auch un­ter­wegs, da­her konn­te er erst spä­ter ant­wor­ten. Aber er war dank­bar, dass ich ihn vor­ge­warnt ha­be, be­vor er von ei­nem Drit­ten an­ge­spro­chen wird.

„Ich ha­be ihn in all den Jah­ren als span­nen­den und ver­bind­li­chen Kol­le­gen er­lebt“, sagt An­ne­gret Kramp-kar­ren­bau­er im In­ter­view über ih­ren Mit­be­wer­ber um den Cdu-vor­sitz, Fried­rich Merz. Fo­to: An­nik­ka Bau­er

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