La­ter­nen und Brat­würs­te

Thüringer Allgemeine (Erfurt-Land) - - Erfurter Allgemeine -

Wenn es heu­te 18 Uhr ist und auf dem ge­sam­ten Dom­platz Men­schen ih­re La­ter­nen schwin­gen, ist das für vie­le Er­fur­ter ein wich­ti­ger Mo­ment.

Mar­ti­ni ge­hört eben zur Zeit vor der Weih­nachts­zeit da­zu.

Für Nicht-Er­fur­ter ist das mög­li­cher­wei­se schwer nach­voll­zieh­bar. Nur so zu­min­dest kann ich mir den Aus­spruch un­se­res Gas­tes aus Sach­sen-An­halt er­klä­ren. Es be­gann mit „Ist das so wich­tig?“und setz­te sich fort mit fol­gen­dem Satz: „Dann nehmt doch ein­fach nur die Stä­be, oh­ne La­ter­nen.“Es war die all­jähr­li­che Si­tua­ti­on, in der wir un­se­re Schrän­ke durch­wüh­len, um nach noch vor­han­de­nen La­ter­nen zu su­chen. Die­se prä­sen­tier­ten sich in ei­nem eher sub­op­ti­ma­len Zu­stand. Als al­ler­dings der Vor­schlag mit den Stä­ben kam, war es, als er­star­re al­les im Raum. Ich blick­te un­gläu­big auf, un­si­cher dar­über, ob ich rich­tig ge­hört hat­te. Schon schlimm ge­nug, dass wir Stä­be statt Ker­zen neh­men. Die­se aber oh­ne La­ter­nen auf den Dom­platz zu tra­gen, ist ein ab­so­lu­tes Un­ding. Ich fin­de, das ist wie Brat­wurst bra­ten in der Pfan­ne. Für ei­nen Er­fur­ter, ei­nen Thü­rin­ger, steht das auf der Ro­ten Lis­te. Ei­ne Wurst ge­hört auf den Rost.

Nun: Un­ser Gast zuck­te mit den Schul­tern. Er es­se sie ger­ne, die­se Würs­te aus der Pfan­ne. . .

An­ja De­row­ski über Er­fur­ter und ih­re Ei­gen­hei­ten

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