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Thüringer Allgemeine (Erfurt-Land) - - Erste Seite -

er Lan­des­chef der AfD ist am Mon­tag­abend in Bre­men bru­tal zu­sam­men­ge­schla­gen wor­den. Wer die Tä­ter sind und war­um sie Frank Ma­gnitz at­ta­ckiert ha­ben – das blieb zu­nächst of­fen. Der Staats­schutz er­mit­telt, was nur pas­siert, wenn die Be­hör­den von ei­ner po­li­ti­schen Tat aus­ge­hen. Doch wer am Di­ens­tag­mor­gen schon so tat, als sei klar, dass die Tä­ter Links­ra­di­ka­le sind, tat das vor al­lem aus ei­nem Grund: Um sich schnell die Deu­tungs­ho­heit über den bru­ta­len An­griff zu si­chern.

Die AfD-Frak­ti­ons­chefs Ali­ce Wei­del und Alex­an­der Gau­land er­klär­ten, die „Het­ze“ge­gen die AfD zei­ge Wir­kung. Par­tei­chef Jörg Meu­then ver­öf­fent­lich­te ein Foto des Op­fers, mit blu­ti­ger Schä­del­ver­let­zung, und adres­sier­te das Schock­bild aus­drück­lich in Rich­tung der po­li­ti­schen Geg­ner: „So sieht es aus, wenn Per­so­nal der AfD at­ta­ckiert wird.“Die Bot­schaft: Wer die AfD kri­ti­siert, nimmt sol­che Bil­der in Kauf, er trägt so­gar die Schuld dar­an. Mit an­de­ren Wor­ten: Die AfD zö­ger­te mit der po­li­ti­schen In­stru­men­ta­li­sie­rung der bru­ta­len Tat kei­nen Mo­ment.

Aber auch auf­sei­ten der AfDGeg­ner er­reg­te man­che Äu­ße­rung Kopf­schüt­teln. So hat­te Grü­nen-Po­li­ti­ker Cem Öz­de­mir er­klärt: „Auch ge­gen­über der AfD gibt es kei­ner­lei Recht­fer­ti­gung für Ge­walt.“Wie­so „auch“? Ist das kei­ne Selbst­ver­ständ­lich­keit? Man ahnt, wen er da­mit er­mah­nen will: Leu­te, die glau­ben, dass ei­ne Par­tei, die selbst nicht zim­per­lich beim At­ta­ckie­ren ih­rer Geg­ner ist, nur mit Ge­walt be­kämpft wer­den kann. Im Wahl­jahr 2019 wird die Ver­ro­hung in der po­li­ti­schen Aus­ein­an­der­set­zung eher noch stär­ker. Der Fall Ma­gnitz ist ei­ne War­nung.

über die Atta­cke auf ei­nen Bre­mer AfD-Po­li­ti­ker

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