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Thüringer Allgemeine (Erfurt) - - Politik -

Wet­te­rer­eig­nis­sen, die ja be­kannt­lich im­mer häu­fi­ger auf­tre­ten. In ei­nem auf­ge­heiz­ten ge­sell­schaft­li­chen Kli­ma fal­len die po­li­ti­schen Aus­schlä­ge au­to­ma­tisch hef­ti­ger aus. Die Schwä­che der einst gro­ßen Par­tei­en, der Auf­stieg der AfD, die Kon­junk­tur der Grü­nen: Al­les hängt mit al­lem zu­sam­men.

Die CSU stellt seit mehr als 60 Jah­ren die Mi­nis­ter­prä­si­den­ten in Bay­ern. Ob­wohl sie es nie schaff­te, den Kanz­ler zu stel­len: Oft ge­nug ge­lang es ihr, die re­gio­nal­po­li­ti­sche Macht in ma­xi­ma­len bun­des­po­li­ti­schen Ein­fluss um­zu­funk­tio­nie­ren.

Al­ler­dings über­trieb sie es in letz­ter Zeit. Das je­den­falls fin­det Re­né Boldt, der den CSU-Ver­band in Co­burg lei­tet und im Haupt­be­ruf Rechts­an­walt ist. Er lehnt sich in ei­nem Stuhl in sei­ner Kanz­lei zu­rück und sagt dann das, was Mar­tin Mit­tag nicht klar aus­zu­spre­chen wagt: „Die Art und Wei­se, wie See­ho­fer die The­men an­ging, hat vie­le Men­schen ab­ge­schreckt.“

Des­halb, sagt der Kreis­vor­ste­her, müs­se der Par­tei­chef auch nach der Wahl ge­hen, ganz egal, wie das Er­geb­nis am En­de aus­fal­le. Soll­te er auch als Mi­nis­ter ab­tre­ten? Boldt über­legt kurz. Er sei die­sem Ge­dan­ken „nicht ab­ge­neigt“, ant­wor­tet er.

„Es ist doch fas­zi­nie­rend, dass ei­ner Re­gie­rung die Ab­wahl droht, ob­wohl es den Men­schen so gut geht“, sagt er. Die Par­tei brau­che ei­ne ech­te Er­neue­rung. Wenn er zu Par­tei­ver­samm­lun­gen ein­la­de, kä­men kaum noch Jün­ge­re oder Frau­en. So ge­he das nicht wei­ter.

Selbst Mar­tin Mit­tag, der ge­wiss kein Re­vo­luz­zer ist, spricht von „nö­ti­gen Per­so­nal­ver­än­de­run­gen“und for­dert für Amts­zeit­be­gren­zun­gen für Re­gie­rungs­und Par­tei­pos­ten. „Acht Jah­re sind ge­nug“, sagt er. Dass An­ge­la Mer­kel seit 13 Jah­ren im Kanz­ler­amt sitzt und seit 18 Jah­ren die CDU führt, muss er da nicht da­zu­sa­gen.

ie Wahl in Bay­ern könn­te al­so nicht nur die Zu­sam­men­set­zung ei­nes Par­la­ments in München ver­än­dern, son­dern die­se Re­pu­blik. Dar­um pil­ger­te zu­letzt al­les nach Bay­ern, was halb­wegs pro­mi­nent ist.

Na­tür­lich gilt dies auch für die Po­li­ti­ker aus Thü­rin­gen, ei­nem Land, das mehr als nur 381 Ki­lo­me­ter sei­ner Gren­ze mit Bay­ern teilt, son­dern auch ei­ne lan­ge ge­mein­sa­me Ge­schich­te mit vie­len ge­mein­sa­men Fürs­ten. So wie vie­le Süd­thü­rin­ger hal­be Fran­ken sind, sind vie­le Ober­fran­ken hal­be Thü­rin­ger.

Die hie­si­ge Lin­ke schick­te ih­ren Mi­nis­ter­prä­si­den­ten Bo­do Ra­me­low gleich für zwei Ta­ge durchs Nach­bar­land, wäh­rend die Lan­des­vor­sit­zen­de Su­san­ne Hen­nig-Well­sow in Schwein­furt ih­ren Ge­nos­sen er­zähl­te, wie das mit dem rot-rot-grü­nen Re­gie­ren funk­tio­niert.

Die Thü­rin­ger Grü­nen-Ab­ge­ord­ne­te Ka­trin Gö­ring-Eckardt, die im Bun­des­tag die Frak­ti­on führt, un­ter­nahm meh­re­re Tour­ne­en durch Bay­ern und bot so­gar ein For­mat na­mens „Bier­gar­ten­ge­spräch“an.

Die AfD zählt acht Wahl­kampf­auf­trit­te von Lan­des­chef Björn Hö­cke auf. Auch FDP und SPD be­rich­ten von Un­ter­stüt­zungs­hand­lun­gen,

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