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Thüringer Allgemeine (Erfurt) - - Erste Seite -

in­der sind Zu­kunft. Kin­der­ar­mut in ei­nem rei­chen Land ist ei­ne Schan­de. Bil­dung ist Deutsch­lands wich­tigs­ter Roh­stoff. In­ves­ti­tio­nen in Fa­mi­li­en kom­men der ge­sam­ten Ge­sell­schaft zu­gu­te. All die­se Grün­de spre­chen für das vom Ka­bi­nett ges­tern be­schlos­se­ne Star­ke-Fa­mi­li­en-Ge­setz. Aber gut ge­meint, ist nicht im­mer gut ge­macht.

Schon das vor­han­de­ne Bil­dungs­und Teil­ha­be­pa­ket für Kin­der und Ju­gend­li­che krankt an der Bü­ro­kra­tie. Un­ter­stüt­zung für ein­kom­mens­schwa­che Fa­mi­li­en bei Klas­sen­fahr­ten, bei per­sön­li­chem Schul­be­darf oder Mit­tag­es­sen – all das gibt es schon lan­ge. Ge­nutzt wird es nur we­nig. Grün­de: zu viel Bü­ro­kra­tie, un­ver­ständ­li­che An­trä­ge, Un­klar­heit dar­über, wer über­haupt die Leis­tun­gen ab­ru­fen kann. Die Mi­nis­ter Hu­ber­tus Heil und Fran­zis­ka Gif­fey wol­len das nun än­dern, den bü­ro­kra­ti­schen Auf­wand ver­rin­gern, Mit­tag­es­sen und die Be­för­de­rung zur Schu­le kos­ten­frei stel­len, den Kin­der­zu­schlag für Ge­ring­ver­die­ner auf­sto­cken. Doch im Kampf ge­gen Kin­der­ar­mut sind das Trip­pel­schrit­te.

Um al­len Kin­dern glei­che Chan­cen zu er­mög­li­chen, gibt es ei­nen An­satz: Wann ma­chen Fa­mi­li­en- und Bil­dungs­po­li­ti­ker end­lich das An­ge­bot der flä­chen­de­cken­den Ganz­tags­schu­le? Staat­li­che Schu­len, in de­nen Be­treu­ung, Haus­auf­ga­ben­un­ter­stüt­zung, Mit­tag­es­sen und Frei­zeit­an­ge­bo­te in­klu­si­ve sind. Um Fa­mi­li­en au­ßer­dem nach­hal­tig zu un­ter­stüt­zen, ist ei­ne Stär­kung der El­tern not­wen­dig. Aus­rei­chend Be­treu­ungs­mög­lich­kei­ten, da­mit auch die Müt­ter ar­bei­ten ge­hen kön­nen. Ei­ne Stär­kung des Min­dest­lohns, da­mit Ge­ring­ver­die­ner se­hen, dass sich Ar­beit lohnt. 50 Eu­ro mehr für Schul­ran­zen rei­chen nicht.

Beim Flug­ha­fen Er­furt­Wei­mar geht man da­von aus, dass die in fi­nan­zi­el­le Nö­te ge­ra­te­ne Flug­ge­sell­schaft Ger­ma­nia als wich­tigs­ter Part­ner des Air­ports ih­re Pro­ble­me meis­tern wird. „Wir las­sen uns von Ge­rüch­ten nicht ver­rückt ma­chen“, sag­te ein Flug­ha­fen­spre­cher im Ge­spräch mit der Thü­rin­ger All­ge­mei­nen.

Flug­ha­fen­ge­schäfts­füh­rer Uwe Kotz­an be­ton­te: „Ger­ma­nia ist als ver­läss­li­cher und pünkt­li­cher Part­ner des Flug­ha­fens und der Ver­an­stal­ter be­kannt. Die ge­schlos­se­nen Di­enst­leis­tungs­ver­trä­ge mit dem Flug­ha­fen wur­den er­füllt und es sind kei­ne Zah­lungs­aus­fäl­le ent­stan­den.“Im Flug­plan für 2019 hät­ten die Rei­se­ver­an­stal­ter bei Ger­ma­nia in glei­cher Grö­ßen­ord­nung wie 2018 Flü­ge ge­bucht. Al­le zur­zeit ge­plan­ten Flü­ge ab Er­furt-Wei­mar wür­den nach Aus­sa­ge der Ver­an­stal­ter und der Air­line durch­ge­führt. Bei Fra­gen zu ge­buch­ten Rei­sen könn­ten sich die Ur­lau­ber an die Rei­se­ver­an­stal­ter, bei de­nen die Rei­sen ge­bucht wur­den, wen­den.

Auch die Air­line selbst zeig­te sich zu­ver­sicht­lich. „Beim Flug­be­trieb gibt es kei­ne Ein­schrän­kun­gen, al­le Ger­ma­nia-Flü­ge fin­den plan­mä­ßig statt. Dies gilt auch für Ger­ma­nia-Flü­ge von und nach Er­furt-Wei­mar“, teil­te ei­ne Ger­ma­nia-Spre­che­rin auf An­fra­ge die­ser Zei­tung mit.

Zu­vor hat­te Ger­ma­nia schrift­lich an­ge­kün­digt, meh­re­re Op­tio­nen ei­ner Fi­nan­zie­rung zu prü­fen, um den kurz­fris­ti­gen Li­qui­di­täts­be­darf zu si­chern. „Es geht da­bei um die zen­tra­le Fra­ge, wie wir als mit­tel­stän­di­sches Un­ter­neh­men auch wei­ter­hin in ei­nem Markt­um­feld schlag­kräf­tig blei­ben, das von Flug­ge­sell­schaf­ten mit kon­zer­n­ähn­li­chen Struk­tu­ren ge­prägt ist“, hieß es. Die ge­sam­te Bran­che be­fin­de sich in ei­ner Um­bruch­pha­se, von der auch Ger­ma­nia be­trof­fen sei. Ins­be­son­de­re un­vor­her­seh­ba­re Er­eig­nis­se wie mas­si­ve Ke­ro­sin­preis­stei­ge­run­gen über den Som­mer des ver­gan­ge­nen Jah­res bei gleich­zei­ti­ger Ab­wer­tung des Eu­ros ge­gen­über dem US-Dol­lar, er­heb­li­che Ver­zö­ge­run­gen beim Flug­ge­rät so­wie ei­ne au­ßer­ge­wöhn­lich ho­he An­zahl tech­ni­scher Ser­vice­leis­tun­gen an der Flot­te sei­en für das Un­ter­neh­men gro­ße Be­las­tun­gen ge­we­sen, so die Flug­ge­sell­schaft.

Das Land Thü­rin­gen, Haupt­an­teils­eig­ner des Flug­ha­fens, sieht die eu­ro­päi­schen Flug­ge­sell­schaf­ten grund­sätz­lich vor gro­ßen Her­aus­for­de­run­gen. Gleich­wohl sei „die Prü­fung von Fi­nan­zie­rungs­mög­lich­kei­ten ein üb­li­cher Ge­schäfts­pro­zess“, hieß es aus dem von Mi­nis­te­rin Birgt Kel­ler (Lin­ke) ge­führ­ten zu­stän­di­gen Ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um. Die Flug­ha­fen-Ge­schäfts­füh­rung ist in der La­ge, auf äu­ße­re Ein­flüs­se zu re­agie­ren.

Der Flug­ha­fen Er­furt-Wei­mar ge­hört zu 95 Pro­zent dem Frei­staat und zu 5 Pro­zent der Lan­des­haupt­stadt Er­furt. Nach An­ga­ben des Flug­ha­fens hat Ger­ma­nia als ein­zi­ge Ge­sell­schaft zwei Ma­schi­nen in Er­furt dau­er­haft sta­tio­niert. Im Win­ter­flug­plan bie­te sie bis zu elf Flü­ge pro Wo­che an, im Som­mer sei­en es bis zu 26. Zie­le sei­en Ägyp­ten, die Ka­na­ren und die Tür­kei.

2018 star­te­ten oder lan­de­ten 185.600 Pas­sa­gie­re mit Ger­ma­nia am Flug­ha­fen Er­furt-Wei­mar. Ins­ge­samt wa­ren es et­wa 263.000. Wirt­schaft, Sei­te 6

Die AfD in Bre­men hat ih­re Darstel­lung des An­griffs auf den Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten Frank Ma­gnitz re­la­ti­viert. „Mit dem jet­zi­gen Wis­sen wür­den wir die Mit­tei­lung et­was an­ders for­mu­lie­ren, aber sie ent­sprach dem Kennt­nis­stand kurz nach der Tat“, sag­te Tho­mas Jür­ge­witz, Vi­ze-AfD-Lan­des­ver­bands­chef in Bre­men und Stell­ver­tre­ter von Ma­gnitz, den Zei­tun­gen der Fun­ke Me­di­en­grup­pe. Der Be­griff „Kant­holz“sei von ei­nem der Bau­ar­bei­ter ge­nannt wor­den, der Mann sei aber bis­her nicht wie­der auf­ge­taucht, sag­te Jür­ge­witz. Zu­gleich ver­tei­dig­te der AfD-Po­li­ti­ker die Mit­tei­lung sei­ner Par­tei nach dem An­griff auf Ma­gnitz: „Ich kann nichts be­wusst Fal­sches an der Darstel­lung in der Pres­se­mit­tei­lung er­ken­nen.“

Die AfD hat­te nach dem An­griff auf Ma­gnitz in Bre­men zu­nächst in ei­ner Mit­tei­lung ge­schrie­ben, dass die Tä­ter den AfD-Po­li­ti­ker mit ei­nem „Kant­holz“be­wusst­los ge­schla­gen und sei­nen Kopf ge­tre­ten hät­ten. Die Bre­mer Staats­an­walt­schaft weist die­se Darstel­lung mitt­ler­wei­le zu­rück. Die Er­mitt­lun­gen ha­ben dem­nach bis­her er­ge­ben, dass Ma­gnitz von ei­nem von ins­ge­samt drei un­be­kann­ten Män­nern „von hin­ten an­ge­sprun­gen“wor­den sei. Ma­gnitz sei dar­auf­hin zu Bo­den ge­stützt. (fmg)

Po­li­tik, Sei­te 8

über das Star­ke-Fa­mi­li­en-Ge­setz

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