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Thüringer Allgemeine (Erfurt) - - Erste Seite -

a Al­ter­chen! Da­mit be­grüß­te mich al­so der Kol­le­ge K. am gest­ri­gen Tag nach mei­nem Ur­laub – und mei­ner vier­ten Null­run­de, die er vor vier Ta­gen hier an glei­cher Stel­le kund­tat, in dem er mich als ei­ne aus­ge­spro­che­ne Jung­dü­se be­zeich­ne­te.

Das neh­me ich ger­ne an, aber das Al­ter­chen neh­me er bit­te zu­rück. Ja, da bin ich ei­tel . . .

Dass die Zeit im­mer schnel­ler da­hin zu ren­nen scheint, je äl­ter man wird, ist hin­läng­lich be­kannt. Doch dass es nun schon zu spät sein soll, ein gu­tes 2019 zu wün­schen, dem kann ich mich nicht an­schlie­ßen.

Ge­nau das mach­te ich ges­tern, als ich ei­ne Be­kann­te traf. Sie fand es selt­sam, jetzt noch, in Wo­che zwei, den Jah­res­wunsch aus­zu­spre­chen. Was mich ins Gr­ü­beln brach­te. Al­so be­frag­te ich die Such­ma­schi­ne. Und sie­he da, der Knig­ge sieht kei­ne Eti­ket­te­re­gel da­für vor. Üb­lich sei der Gruß in der ers­ten Wo­che des neu­en Jah­res. Wenn man spä­ter je­man­den tref­fe, kön­ne man ja sa­gen:

„Den Ja­nu­ar ha­ben wir fast ge­schafft, für die ver­blei­ben­den elf Zwölf­tel wün­sche Ich Ih­nen viel Er­folg und Ge­sund­heit.“

In die­sem Sin­ne, noch wun­der­ba­re 50 Wo­chen im Jahr 2019!

La­cer­ta agi­lis, die Zau­nei­dech­se, hat noch et­was Zeit. Aber dann muss auch sie um­zie­hen. Ge­nau wie der Mar­bach in der Nörd­li­chen Gera­aue. Die um­wäl­zen­den Ar­bei­ten da­für ent­lang der Stra­ße der Na­tio­nen, im Volks­mund die Nörd­li­che Qu­er­ver­bin­dung NQV, sind seit Mo­na­ten zu be­ob­ach­ten.

Der Mar­bach, die­ses klei­ne, un­schein­ba­re Bäch­lein, kommt, wie es der Na­me schon ver­mu­ten lässt, aus den Hö­hen­la­gen des Orts­teils im Nord­wes­ten der Stadt. Er schlän­gelt sich durch den Ort. Und dann ist er plötz­lich fort. Weg, ver­schwun­den. Er kommt zwar auf Hö­he der Rad- und Fuß­gän­ger­brü­cke über die NQV et­was ver­schämt wie­der ans Ta­ges­licht. Aber kaum ei­ner weiß, dass es der Mar­bach ist, der sich da eher plät­schernd in die Ge­ra er­gießt.

„In frü­he­ren Zei­ten hieß das Flur­be­rei­ni­gung. Man ließ Flüs­se und Flüss­chen ein­fach un­ter der Er­de in Rohr­lei­tun­gen ver­schwin­den, wenn sie der Städ­te­pla­nung im We­ge wa­ren“, weiß Sa­scha Döll, Chef des Er­fur­ter Gar­ten- und Fried­hofs­am­tes. Ei­ne Erb­sün­de, wie man sie heu­te nicht wie­der­ho­len wür­de. Im Ge­gen­teil: es gibt ei­ne neue Richt­li­nie, die auf wis­sen­schaft­li­chen Er­kennt­nis­sen ba­siert. Lass doch den Flüs­sen ih­ren Lauf, könn­te der Ar­beits­ti­tel lau­ten. Ver­roh­ren war ein­mal. To­tal kon­tra­pro­duk­tiv. Heu­te setzt man wie­der auf Na­tür­lich­keit bei der Füh­rung von Fluss- und Bach­läu­fen.

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