Al­les dreht sich um Schloss Frie­den­stein

Des Gotha­ers liebs­te Spa­zier­run­de en­det über ei­ne kür­ze­re oder län­ge­re Stre­cke im „Ho­tel am Schloss­park“

Thüringer Allgemeine (Gotha) - - Gothaer Allgemeine - Von Horst Grö­ner

Go­tha. Un­be­irrt thront Schloss Frie­den­stein über der Stadt Go­tha und grüßt mit sei­nen bei­den Tür­men weit ins Land hin­aus. Das Wahr­zei­chen der Stadt Go­tha lädt das gan­ze Jahr über zur Be­sich­ti­gung sei­ner rei­chen Samm­lun­gen ein, und auch das un­ter­halb der An­hö­he ge­le­ge­ne Her­zog­li­che Mu­se­um hat sich für sei­ne mus­ter­gül­tig prä­sen­tier­ten Aus­stel­lun­gen über die Re­gi­on hin­aus ver­dien­ten Ruhm er­ar­bei­tet.

Im Mit­tel­punkt die­ser vor­aus­sicht­lich letz­ten Fol­ge der Se­rie „Aus­pro­biert“soll ein Spa­zier­gang rund ums Schloss ste­hen, mit ei­nem ab­schlie­ßen­den Be­such im Re­stau­rant des „Ho­tels am Schloss­park“.

Los geht es im Nor­den des Schlos­ses auf der Stadt­sei­te, ober­halb der Was­ser­kunst. Über ei­ne der bei­den Ram­pen ge­langt man in den Schloss­hof und kann dort 54 Wap­pen­stei­ne über den Ar­ka­den­bö­gen be­wun­dern, ei­nen be­trächt­li­chen Teil da­von in re­stau­rier­ter Form. Am Aus­gang auf der an­de­ren Sei­te er­öff­nen sich un­ter­schied­li­che Rich­tun­gen. Links hin­über kommt man zur Oran­ge­rie, am Tee­schlöss­chen vor­bei zu­rück zum Her­zog­li­chen Mu­se­um und dort hin­ein in den Tan­nen­gar­ten, der zum Park und Park­t­eich hin von zwei mäch­ti­gen Noot­ka-schein­zy­pres­sen sym­me­trisch be­grenzt wird.

Die ver­schie­de­nen, meist ge­schwun­ge­nen Park­we­ge lau­fen den Teich ent­lang oder auch durch un­ter­schied­lichs­te Ge­höl­ze links und rechts da­von, bei je­dem Wet­ter zur Er­ho­lung für Au­ge und See­le, „...vom leb­haf­ten Au­ßen­ver­kehr als­bald ge­trennt durch dich­te Rei­hen jun­ger Na­del- und Laub­bäu­me, die die öst­li­che und süd­li­che Gar­ten­ein­fas­sung bil­den“, wie es schon im „Gotha­er Ge­denk­buch“von 1906 heißt.

Un­ter­halb des Schlos­ses, am west­li­chen Rand des Parks an der Lin­denau­al­lee, er­bau­te sich der Ar­chi­tekt Richard Klep­zig ei­ne Vil­la, die nach dem Tod des Fol­ge­be­sit­zers Ot­to Gold­schmidt in den 1930er Jah­ren vom Vor­stand der Gotha­er All­ge­mei­nen Ver­si­che­rung AG, Kurt Jan­nott, er­wor­ben wer­den konn­te, „ei­nes der schöns­ten Häu­ser von Go­tha“, wie er au­to­bio­gra­fisch da­zu be­merk­te. Nach dem Weg­zug der Fa­mi­lie 1948 wur­de das durch Bom­ben­ein­wir­kun­gen be­schä­dig­te Haus in den 1960er Jah­ren ab­ge­ris­sen, erst En­de 1992 kün­de­te ei­ne Bau­ta­fel da­von, dass hier ein Ho­tel ent­ste­hen sol­le, in das dann tat­säch­lich im De­zem­ber 1994 die ers­ten Gäs­te ein­zo­gen. Bei spä­te­rer Ge­le­gen­heit be­merk­te da­zu Kurt Jan­notts Sohn Ed­gar, der heu­ti­ge Gotha­er Eh­ren­bür­ger, dass an der Stel­le, an der sich jetzt im Ho­tel das Früh­stücks­buf­fet be­fin­de, sein Sand­kas­ten ge­stan­den ha­be.

So schließt sich der Kreis von der al­ten Vil­la zum heu­ti­gen Vor­zei­ge-ho­tel.

Je­des Es­sen kann hier zum Fest wer­den

Des­sen Re­stau­rant mit Kü­chen­chef Kai Fi­scher an der Spit­ze bie­tet ei­ner­seits preis­wer­te, wech­seln­de Ta­ges­ge­rich­te an, dar­un­ter schon mal Kalbs­ra­gout an Brat­kar­tof­feln, Schwei­ne­bra­ten mit Spitz­kohl­ge­mü­se und Sem­mel­knö­del oder auch Ge­mü­se-reis­pfan­ne mit Hähn­chen­brust.

An­de­rer­seits sind hoch­wer­ti­ge Spei­sen in der Stan­dard­kar­te zu fin­den. So wird, wer Fleisch liebt, das auf der Zun­ge zer­geht, bei den Steak­ge­rich­ten fün­dig. Nicht so ein­fach ent­schei­den lässt es sich da­zu un­ter den Kar­tof­fel­bei­la­gen, Ge­mü­se oder Sa­lat und an­ge­bo­te­ner Pfef­fer­rahm­sau­ce, Sau­ce Ber­nai­se oder Kräu­ter­but­ter.

Die tra­di­tio­nel­le Rin­der­rou­la­de mit Klö­ßen darf in der Kar­te eben­so we­nig feh­len wie ein Gön­na­ta­ler Pu­ten­schnit­zel mit pas­sen­den Bei­la­gen oder schmack­haf­te Fisch­ge­rich­te. Bei den Haupt­spei­sen fal­len im üb­ri­gen ge­schmor­te Schwei­ne­bäck­chen in Ba­ro­losau­ce und Schwei­ne­fi­let in Pes­to-speck­man­tel mit St­ein­pilz–cham­pi­gnons und haus­ge­mach­ten Kräu­ter–gnoc­chi ins Au­ge.

Nicht zu ver­ach­ten sind die aus­ge­fal­le­nen, an­spre­chend zu­be­rei­te­ten Sup­pen, wie bei­spiels­wei­se ei­ne Ro­te-be­te­meer­ret­tich­sup­pe mit Kar­tof­fel­baum­ku­chen oder ei­ne Ap­fel­sel­le­rie-sup­pe mit Wal­nuss­speck-gröstl.

Auch an die Lieb­ha­ber ve­ge­ta­ri­scher oder ve­ga­ner Kü­che ist ge­dacht, die sich durch haus­ge­mach­te Reis­plätz­chen an Kür­bis-kar­tof­fel-ra­gout oder ge­grill­tem Ge­mü­se mit ge­ba­cke­nen Aus­tern­pil­zen und No­cken von Po­len­ta ver­wöh­nen las­sen kön­nen. Ei­ne reich­hal­ti­ge Des­sert­kar­te run­det das Gan­ze ab.

Char­mant le­sen sich die Hin­wei­se, dass Haupt­ge­rich­te auch als klei­ne­re Por­tio­nen er­hält­lich sind und dass für Kin­der frisch und in­di­vi­du­ell ge­kocht wer­den Kai Fi­scher kocht für Kin­der auch gern spon­tan.

kann, je nach­dem, wor­auf sie ge­ra­de Ap­pe­tit ha­ben.

Seit vie­len Jah­ren hält das Team im Re­stau­rant des „Ho­tels am Schloss­park“sein ho­hes ku­li­na­ri­sches Ni­veau, ei­ne Be­stän­dig­keit, die nicht hoch ge­nug ein­zu­schät­zen ist. Hier kann je­der Tag für den Gast zu ei­nem Fest­tag wer­den.

Re­stau­rant und Ho­tel „Am Schloss­park“, Lin­denau­al­lee ,  Go­tha,

Tel. () -, täg­lich ge­öff­net von  Uhr bis  Uhr (kein Ru­he­tag).

Mail: in­fo@ho­tel-amschloss­park.de. In­ter­net: www.ho­tel-am-schloss­park.de

An die­ser Stel­le des Grund­stü­ckes, an der sich jetzt im Ho­tel das Früh­stücks­buf­fet be­fin­det, hat­te der heu­ti­ge Gotha­er Eh­ren­bür­ger Ed­gar Jan­notts als Kind sei­nen Sand­kas­ten. Fo­tos: Horst Grö­ner ()

Das Ho­tel am Schloss­park in Go­tha hat ein Gar­ten­re­stau­rant für die war­me Jah­res­zeit.

Kers­tin Rein­hard ar­bei­tet seit  im Re­stau­rant.

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