Etat­er­hö­hung be­schlos­se­ne Sa­che

Il­me­n­au­er Haus­halts­vo­lu­men steigt auf 62,3 Mil­lio­nen Eu­ro an. Kri­ti­sche Stim­men zur Hand­lungs­fä­hig­keit in Zu­kunft

Thüringer Allgemeine (Ilmenau) - - Ilmenauer Allgemeine - Von Ar­ne Mar­ti­us

Il­men­au. Tei­le des Il­me­n­au­er Stadt­rats ha­ben an­ge­sichts der ge­stie­ge­nen Kos­ten von Vor­ha­ben so­wie dem zu­sätz­li­chen Bau ei­nes Mo­bi­li­täts­zen­trums vor ei­ner dro­hen­den Hand­lungs­fä­hig­keit ge­warnt. Wie Da­ni­el Schult­heiß, Vor­sit­zen­der der Frak­ti­on Pro Bock­wurst/bür­ger­bünd­nis (BBW) bei der De­bat­te über den Nach­trags­haus­halt am Don­ners­tag er­klär­te, wer­den in den nächs­ten zwei Jah­ren elf Mil­lio­nen Eu­ro an zu­sätz­li­chen Aus­ga­ben auf die Stadt zu­kom­men.

„Ei­ne sol­che Hy­po­thek für den neu­en Stadt­rat ist aus mei­ner Sicht sport­lich“, fand er. Aus Sicht des Frak­ti­ons­vor­sit­zen­den von Die Lin­ke, Klaus Leu­ner, be­deu­te die Ent­wick­lung „ei­ne ziem­li­che Ein­schrän­kung“für die Ar­beit nach­fol­gen­der Stadt­rats­ge­ne­ra­tio­nen. Zu­dem ver­miss­te er ei­ne aus­rei­chen­de Fi­nan­zie­rung für den Um­bau des „Sport­platz des Frie­dens“.

Hin­ge­gen ha­be „der über­dach­te Fahr­rad­stän­der ei­ne ganz tol­le Kar­rie­re ge­macht“, er­in­ner­te Leu­ner an die Ur­sprungs­idee, aus der in­zwi­schen ein Mo­bi­li­täts­zen­trum mit Kos­ten zwi­schen 4,8 und 5,3 Mil­lio­nen Eu­ro wur­de.

Man müs­se sich erst ein­mal mit ei­nem Ver­kehrs­kon­zept für Il­men­au be­schäf­ti­gen, fand er. Kri­ti­ker des Mo­bi­li­täts­zen­trums sei­en „rich­tig­ge­hend be­schimpft“wor­den, stell­te der Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de fest. Dass der Ent­wurf nun noch ein­mal über­ar­bei­tet wur­de, führ­te Leu­ner auch auf das Hin­ter­fra­gen ein­zel­ner Mit­glie­der zu­rück.

Die Mehr­heit im Stadt­rat sprach sich hin­ge­gen für das Vor­ha­ben aus. Andre­as Bühl (CDU) er­klär­te, dass vor al­lem für klei­ne­re Uni­ver­si­täts­stand­or­te der Kon­kur­renz­kampf im­mer här­ter wer­de. Dass in Nürn­berg über den Auf­bau ei­ner Uni­ver­si­tät ge­spro­chen wer­de, kön­ne Aus­wir­kun­gen auf Il­men­au ha­ben, zeig­te er sich über­zeugt.

Des­we­gen müs­se die Stadt drin­gend in ih­re At­trak­ti­vi­tät in­ves­tie­ren. „Ei­ne Uni­ver­si­täts­stadt darf kei­ne Angst vor gro­ßen Pro­jek­ten ha­ben“, mein­te Spd-frak­ti­ons­vor­sit­zen­der Rein­hard Schramm. Die Plä­ne aus Nürn­berg dür­fe man nicht un­ter­schät­zen, sag­te er. Durch die de­mo­gra­fi­sche Ent­wick­lung sei ab­zu­se­hen, dass sich der Wett­be­werb um Stu­den­ten noch ver­schär­fen wer­de.

Ober­bür­ger­meis­ter Gerd-micha­el See­ber (CDU) ver­si­cher­te, dass sich die Stadt dar­auf kon­zen­trie­ren wer­de, Be­gon­ne­nes zu En­de zu brin­gen. Mit der Fest­le­gung auf die drei Vor­ha­ben Schwimm­hal­le, Fest­hal­le und Mo­bi­li­täts­zen­trum ha­be man dem neu­en Stadt­rat „die Mar­sch­rich­tung vor­ge­ge­ben“, er­klär­te er.

Durch den am Don­ners­tag bei zwei Ge­gen­stim­men be­schlos­se­nen Nach­trags­haus­halt er­höht sich das Vo­lu­men des Bud­gets für 2018 von 57 Mil­lio­nen Eu­ro auf 62,3 Mil­lio­nen Eu­ro. Al­lein im Be­reich neu­er In­ves­ti­tio­nen sind knapp 18 Mil­lio­nen Eu­ro vor­ge­se­hen.

Zu de­nen, die dem Nach­trags­haus­halt nicht zu­stimm­ten, ge­hör­te Nor­bert Zei­ke (Bür­ger­bünd­nis). Aus sei­ner Sicht ist nicht ge­klärt, ob es sich bei dem ge­plan­ten Neu­bau am Bahn­hof „um ein Park­haus mit Steck­do­sen, oder um ein wirk­li­ches Mo­bi­li­täts­zen­trum“hand­le. Er ha­be die Be­fürch­tung, dass ein zwei­tes Park­haus ge­baut wird, dass nicht an­ge­nom­men wer­de.

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