Tou­ris­ten ge­ben in Gast­stät­ten im Thü­rin­ger Wald mehr Geld aus

Thüringer Allgemeine (Mühlhausen) - - Erste Seite -

Wir­te und Ho­te­liers rund um den Renn­steig sind gut in das neue Jahr ge­star­tet. Neun von zehn Be­trie­ben in der Gas­tro­no­mie und im Be­her­ber­gungs­ge­wer­be ver­zeich­nen der­zeit ei­ne po­si­ti­ve Um­satz­ent­wick­lung. Das geht aus ei­ner ak­tu­el­len Um­fra­ge der In­dus­trie- und Han­dels­kam­mer (IHK) Süd­thü­rin­gen her­vor. „Die Tou­ris­ten ge­ben in Gast­stät­ten und Ho­tels mehr Geld aus“, so Ihk-haupt­ge­schäfts­füh­rer Ralf Pie­ter­was am Di­ens­tag in Suhl.

Wäh­rend das Gast­ge­wer­be in den zu­rück­lie­gen­den Jah­ren zu­meist das „Sor­gen­kind“ge­we­sen sei, ha­be die Ein­schät­zung der ak­tu­el­len wirt­schaft­li­chen Si­tua­ti­on der­zeit ei­nen neu­en Höchst­wert er­reicht, sag­te Pie­ter­was. Zwar ge­be es noch im­mer vie­le Bau­stel­len und Ri­si­ken, aber das Gros der Ho­te­liers und Gast­wir­te ha­be hö­he­re Prei­se durch­set­zen kön­nen und da­durch auch den Um­satz ge­stei­gert. „Die­se Preis­stei­ge­run­gen wa­ren al­ler­dings auch drin­gend ge­bo­ten, denn da­mit wer­den ge­stie­ge­ne Kos­ten – et­wa für Ener­gie und stei­gen­de Löh­ne aus­ge­gli­chen“, sag­te Pie­ter­was. Laut der Um­fra­ge be­ab­sich­tigt der­zeit na­he­zu je­der zwei­te Be­trieb in der Süd­thü­rin­ger Gas­tro­no­mie­bran­che ei­ne Preis­er­hö­hung. Man müs­se den Gäs­ten ver­mit­teln, dass Qua­li­tät nicht zu Bil­lig­ta­ri­fen zu ha­ben sei, for­der­te Pie­ter­was.

Gro­ße Sor­gen be­rei­tet laut An­to­nia Sturm von der IHK den Gas­tro­no­men und Ho­te­liers in der Re­gi­on der zu­neh­men­de Man­gel an Fach­kräf­ten. „Ne­ben der aus­ufern­den Bü­ro­kra­tie ist der Fach­kräf­te-eng­pass das der­zeit größ­te Ri­si­ko für die wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung die­ser Bran­che“, so Sturm. So be­kla­gen mehr als die Hälf­te der Her­bergs­be­trei­ber und fast zwei Drit­tel der Gas­tro­no­men ei­nen Man­gel an Lehr­lin­gen und Fach­kräf­ten.

Al­ler­dings sei­en Ho­tel- und Re­stau­rant­fach­leu­te nicht als Man­gel­be­ru­fe an­er­kannt, räum­te An­to­nia Sturm ein. Das lie­ge dar­an, dass nur je­der zwei­te Be­trieb sei­ne un­be­setz­ten Stel­len bei den Ar­beits­agen­tu­ren mel­de.

Die Ur­sa­che da­für sieht Mar­kus Ritz­mann, Ge­schäfts­füh­rer der Gast­stät­te „Gast­mahl des Mee­res“in Suhl, vor al­lem in ei­nem Image­pro­blem. „Wir­te sa­gen doch viel lie­ber, dass sie ih­re Mit­ar­bei­ter vom Kon­kur­ren­ten ab­ge­wor­ben ha­ben, als dass sie von der Agen­tur für Ar­beit ver­mit­telt wur­den“, so Ritz­mann.

Nach sei­nen An­ga­ben ver­die­nen gu­te Mit­ar­bei­ter in der Bran­che längst mehr als den Min­dest­lohn. Man müs­se fi­nan­zi­el­le An­rei­ze schaf­fen, um Be­schäf­tig­ten die Nach­tei­le die­ser Be­ru­fe aus­zu­glei­chen. „Un­se­re Mit­ar­bei­ter ar­bei­ten an Sonn- und Fei­er­ta­gen, am Abend und in der Nacht und al­so auch dann, wenn ih­re Freun­de fei­ern“, so Ritz­mann.

Un­er­läss­lich sind aus Sicht von Ralf Pie­ter­was wei­te­re In­ves­ti­tio­nen in die Qua­li­tät der Gast­stät­ten, Pen­sio­nen und Ho­tels. Des­halb be­grüß­te der Süd­thü­rin­ger IHK-CHEF aus­drück­lich die An­kün­di­gung von mehr als 60 Pro­zent der Be­trei­ber von Be­her­ber­gungs­be­trie­ben, ih­re In­ves­ti­tio­nen zu er­hö­hen oder zu­min­dest bei­zu­be­hal­ten.

Da­ge­gen stei­ge im Gast­ge­wer­be die Zahl der Be­trie­be, die kei­ne In­ves­ti­tio­nen pla­nen. Das lie­ge oft an der un­ge­klär­ten Nach­fol­ge für aus­schei­den­de Be­trei­ber von Lo­ka­len, so An­to­nia Sturm.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.