Na­tio­nal­thea­ter öff­net ein „Treib­haus der De­mo­kra­tie“

Thüringer Allgemeine (Mühlhausen) - - Erste Seite -

Ei­ne Art Mi­ni-fes­ti­val soll die Wo­che der De­mo­kra­tie am Deut­schen Na­tio­nal­thea­ter (DNT) in Wei­mar wer­den. Mit ei­nem Pro­gramm aus haus­ei­ge­nen Pre­mie­ren und an­de­ren Ins­ze­nie­run­gen, Gast­spie­len, Kon­zer­ten, Po­di­ums­dis­kus­sio­nen und mehr will das DNT vom 1. bis zum 10. Fe­bru­ar an die Wei­ma­rer Reichs­ver­fas­sung er­in­nern. Denn im DNT er­ar­bei­te­ten Volks­ver­tre­ter kurz nach dem Ers­ten Welt­krieg Deutsch­lands die ers­te de­mo­kra­ti­sche Ver­fas­sung.

„Das Ju­bi­lä­um ist tat­säch­lich durch un­se­re Ge­gen­wart re­le­vant“, sag­te In­ten­dant Has­ko We­ber. „In die­sem Jahr sind Eu­ro­pa-wah­len, drei Land­tags­wah­len – Thü­rin­gen ge­hört da­zu. Wenn wir al­so über De­mo­kra­tie re­den, re­den wir über un­ser Zu­sam­men­le­ben.“In vie­len Län­dern, längst nicht nur in Deutsch­land, wer­de De­mo­kra­tie von be­stimm­ten Kräf­ten mitt­ler­wei­le im­mer lau­ter in­fra­ge ge­stellt, sag­te We­ber. Ge­ra­de durch das Er­star­ken po­li­ti­scher Strö­mun­gen auch in Par­la­men­ten, die sich ra­di­kal und in man­chen Fäl­len auch in an­ti-de­mo­kra­tisch an­mu­ten­der Form zeig­ten, sei die Dis­kus­si­on um die Wer­te des Zu­sam­men­le­bens ge­bo­ten.

In der Wo­che der De­mo­kra­tie ge­hört zu die­ser Dis­kus­si­on ne­ben vie­len öf­fent­li­chen Pro­gramm­punk­ten auch ein Fest­akt des Bun­des am Mitt­woch, 6. Fe­bru­ar, zu­dem ne­ben Bun­des­prä­si­dent Frank-wal­ter St­ein­mei­er auch vie­le Bun­des­po­li­ti­ker er­war­tet wer­den. Bei dem Fest­akt sei das Thea­ter un­ter an­de­rem mit Aus­schnit­ten aus Ins­ze­nie­run­gen ver­tre­ten, sag­te We­ber.

Sei­tens des Thea­ters selbst zählt We­ber un­ter an­de­rem die Pre­mie­re von Schil­lers „Wil­helm Tell“zu den Hö­he­punk­ten der Wo­che. Has­ko We­ber

„Da­mit wur­de vor 100 Jah­ren die ers­te Vor­stel­lung im dann erst seit Kur­zem so um­be­nann­ten Deut­schen Na­tio­nal­thea­ter ge­spielt“, so We­ber. In ei­ner Po­di­ums­dis­kus­si­on zur Fra­ge „Wie sta­bil ist un­se­re li­be­ra­le Grund­ord­nung?“de­bat­tie­ren Gäs­te aus Spa­ni­en, Bra­si­li­en und der Tür­kei. Zu­vor spricht der ehe­ma­li­ge Bun­des­tags­prä­si­dent Nor­bert Lam­mert (CDU) ein Vor­wort.

Die trans­na­tio­na­le Pro­jek­t­in­sze­nie­rung „Eu­ro­pe“wird in Wei­mar erst­mals in Deutsch­land auf­ge­führt und schaut auf Eu­ro­pa heu­te und vor 100 Jah­ren. „Es ist wie ein­ge­holt von der Rea­li­tät und be­han­delt die Fra­gen, wie kom­men wir zu ei­ner eu­ro­päi­schen An­nä­he­rung, was sind die Iden­ti­tä­ten und Na­tio­na­li­tä­ten und wel­chen Weg kön­nen wir da ge­hen?“, be­schreibt We­ber. Auch Ju­gend­li­che aus Deutsch­land, Frank­reich und Po­len be­schäf­ti­gen sich im Pro­jekt „Post-eu­ro­pa“mit Gren­zen und Ge­mein­sam­kei­ten der Staa­ten­ge­mein­schaft. Ne­ben Ins­ze­nie­run­gen, Dis­kus­sio­nen und Gast­spie­len öff­net das DNT zu­dem ein„treib­haus der De­mo­kra­tie“. Dort kön­nen Be­su­cher auf dem dann über­dach­ten Bal­kon dis­ku­tie­ren und ih­re Ge­dan­ken zu Grund­rech­ten et­wa per Vi­deo­auf­nah­me fest­hal­ten. (dpa)

Einst war er für sei­nen ra­san­ten Le­bens­stil zwi­schen Sex, Drugs und Rock’ n’ Roll be­rüch­tigt. Heu­te wird Jim­my Pa­ge 75, Grün­der der Band Led Zep­pe­lin. We­nig deu­te­te dar­auf hin, dass er ein­mal Mu­sik­ge­schich­te schrei­ben wür­de. Doch ein Um­zug in ei­nen Lon­do­ner Vo­r­ort ver­än­der­te sein Le­ben: „Im Haus gab es ei­ne Gi­tar­re. Sie war wie ei­ne In­ter­ven­ti­on.“1968 grün­de­te er Led Zep­pe­lin mit Ro­bert Plant, John Bon­ham und John Paul Jo­nes. Mit­te der 70er-jah­re wa­ren sie ei­ne der be­kann­tes­ten Bands der Welt, 1980 brach Led Zep­pe­lin aus­ein­an­der. An­ders als Zep­pe­lin-sän­ger Ro­bert Plant, der er­folg­reich sei­ne ei­ge­nen Pro­jek­te ver­folgt, be­tä­tigt sich Pa­ge eher als mu­si­ka­li­scher Nach­lass­ver­wal­ter. (dpa)

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