Ur­wald und na­tur­na­her Wald

Thüringer Allgemeine (Mühlhausen) - - Erste Seite -

Man könn­te tat­säch­lich mei­nen, es könn­te nichts Bes­se­res pas­sie­ren, als die Be­wirt­schaf­tung der Wäl­der ein­zu­stel­len und die­se sich selbst zu über­las­sen. Auf ein­mal wer­den sel­te­ne Kä­fer ge­fun­den und die Wirt­schaft brummt... Die Rea­li­tät ist lei­der et­was kom­pli­zier­ter. Die Bi­lanz der nicht be­wirt­schaf­te­ten Wäl­der ist nicht ganz so gut.

Am ein­fachs­ten ist es mit den Kä­fern. Wä­ren es wirk­lich Ur­wald­ar­ten, gä­be es sie in Deutschland schon lan­ge nicht mehr. Ech­te Ur­wäl­der sind in Thü­rin­gen seit Jahr­hun­der­ten ver­schwun­den. Die Kr­ab­bel-kost­bar­kei­ten auf sechs Bei­nen brau­chen viel­mehr be­stimm­te Ni­schen, die im Ur­wald zwar oft häu­fi­ger vor­kom­men als in be­wirt­schaf­ten Wäl­dern. Aber eben auch der Wirt­schafts­wald kann sie bie­ten, be­son­ders dann, wenn Wäl­der na­tur­nah be­wirt­schaf­tet wer­den und be­stimm­te Men­gen an To­t­holz vom Förs­ter be­wusst im Wald be­las­sen wer­den – gu­te Pra­xis in Thü­rin­gen! Dass die­se Kä­fer plötz­lich auf­tau­chen, ist viel­mehr der in­ten­si­ve­ren Su­che da­nach ge­schul­det. Al­so kein Ver­dienst et­wai­ger Ur­wäl­der, son­dern ei­ner ver­mehr­ten Fi­nan­zie­rung ent­spre­chen­der Un­ter­su­chun­gen.

Wo­mit wir bei den Fi­nan­zen wä­ren und die fan­tas­ti­schen Aus­wir­kun­gen des Na­tio­nal­parks Hai­nich be­trach­ten. Lohn und Brot – Herz, was willst Du mehr? Es sei das Ge­dan­ken­spiel ge­stat­tet, wie viel Lohn und Brot im Ge­biet des heu­ti­gen Na­tio­nal­parks denn ge­ne­riert wür­de, wenn die­se Wäl­der noch be­wirt­schaf­tet wür­den. Nicht, dass ich mir das wün­sche, aber trotz­dem lohnt ein ge­nau­es Hin­se­hen: Laut ei­ner Stu­die des Thü­nen­in­sti­tuts für In­ter­na­tio­na­le Wald­wirt­schaft und For­st­öko­no­mie wird in Deutschland durch die Holz­wirt­schaft pro Hekt­ar Wald rund 16.000 Eu­ro Um­satz er­wirt­schaf­tet. Be­zo­gen auf die Flä­che des Na­tio­nal­parks Hai­nich wä­ren dies im­mer­hin über 120 Mil­lio­nen Eu­ro pro Jahr. Da fal­len die vom Na­tio­nal­park ver­mel­de­ten 8,6 Mil­lio­nen et­was be­schei­de­ner aus.

So schön der Na­tio­nal­park und nicht be­wirt­schaf­te­ter Wald auch sein mö­gen, als Wirt­schafts­mo­tor feh­len die PS. Jür­gen Bod­den­berg,

Drei Glei­chen Thü­rin­ger könn­te Hartz-iv­s­ank­tio­nen kip­pen Va­ter­freu­den bei Bi­ath­let Erik Les­ser Bro­cken­bahn im Harz steckt er­neut im Schnee fest Au­to­bahn­po­li­zei er­mit­telt ge­gen Lkw-fah­rer aus Me­ga­tau Tö­tungs­de­likt in Je­na: Son­der­ein­satz­kom­man­do nimmt Tat­ver­däch­ti­gen in Er­furt fest

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