Kö­nig-ries:

Thüringer Allgemeine (Nordhausen) - - Wissenschaft -

Ar­beits­be­din­gun­gen und Le­bens­um­stän­de der Men­schen tief­grei­fend und dau­er­haft ver­än­dert hat. Die Di­gi­ta­li­sie­rung wird un­se­re Art zu ar­bei­ten völ­lig ver­än­dern.

Wie weit die­se Ve­rän­de­run­gen ge­hen wer­den, das ist jetzt noch gar nicht ab­seh­bar. Aber es wird kei­nen Le­bens­be­reich und kei­ne Län­der die­ser Er­de ge­ben, die nicht von Di­gi­ta­li­sie­rung be­trof­fen sind. Chan­cen und Ri­si­ken di­gi­ta­ler Tech­no­lo­gi­en müs­sen in­ter­dis­zi­pli­när und in­ter­na­tio­nal be­trach­tet wer­den. Es ist al­so höchs­te Zeit, dass die Wis­sen­schaft sich des The­mas an­nimmt.

Wel­chen Sei­ten müs­sen drin­gend be­leuch­tet wer­den?

Pro­ble­ma­tisch sind die rie­si­gen Da­ten­men­gen, die er­zeugt wer­den, schon von klei­nen Sys­te­men wie et­wa ei­nem Mo­bil­te­le­fon, des­sen Sen­so­ren­pool er­mit­telt, wer was wo macht und der ver­folgt, wie er sich in der rea­len Welt, aber auch in der di­gi­ta­len be­wegt. Erst recht, wenn bei­spiels­wei­se welt­weit Da­ten zur Bi­o­di­ver­si­tät ge­sam­melt wer­den. Um all die­se Da­ten aus­zu­wer­ten, brau­chen wir die Künst­li­che In­tel­li­genz, al­so ma­schi­nel­le Lern­ver­fah­ren. Die Ver­fah­ren da­zu sind meist schon lan­ge be­kannt, doch erst jetzt kön­nen sie rich­tig an­ge­wandt wer­den, weil wir heu­te über die er­for­der­li­che Re­chen­leis­tung ver­fü­gen. Ein Pro­blem ist je­doch, dass die selbst­ler­nen- den Pro­gram­me zu Er­geb­nis­sen kom­men, wir je­doch nicht rich­tig wis­sen, wie. Dar­an ar­bei­ten zum Bei­spiel In­for­ma­ti­ker.

Zwei­schnei­dig ist, dass vie­le Men­schen be­geis­tert die Mög­lich­kei­ten nut­zen, die ih­nen di­gi­ta­le Tech­no­lo­gi­en bie­ten, aber dass sie nicht ein­schät­zen kön­nen, wel­che Kon­se­quen­zen das hat. Wich­tig ist, zu wis­sen, was pas­siert, des­halb ha­ben wir die Vor­le­sungs­rei­he für ei­ne brei­te Öf­fent­lich­keit kon­zi­piert. kann. Im No­vem­ber geht es um die per­so­na­li­sier­te Me­di­zin. Die Di­gi­ta­li­sie­rung macht Dia­gnos­tik und The­ra­pie von Krank­hei­ten heu­te viel ge­nau­er, schnel­ler und ziel­si­che­rer mög­lich. Da­ten, die Aus­kunft über die Ge­sund­heit oder Krank­hei­ten ei­nes Men­schen Aus­kunft ge­ben, sind aber auch ei­ne sehr sen­si­ble An­ge­le­gen­heit, Miss­brauch ist nicht aus­ge­schlos­sen.

Kö­nig-ries: Wich­ti­ge Aspek­te, wie die Di­gi­ta­li­sie­rung un­se­re Wirt­schaft ver­än­dert, wer­den im De­zem­ber-vor­trag be­leuch­tet, im Ja­nu­ar schließ­lich wird dar­ge­stellt, wie es Wis­sen­schaft­lern im­mer bes­ser ge­lingt, das Sys­tem Er­de zu ver­ste­hen – dank di­gi­ta­ler Da­ten. Für die fol­gen­den Staf­feln der Vor­le­sungs­rei­he ha- ben wir die The­men auch schon ab­ge­spro­chen: Es wird un­ter an­de­rem um die En­er­gie­ver­sor­gung ge­hen, um Ver­kehrs­auf­kom­men und in­tel­li­gen­te Lei­tung von Ver­kehrs­strö­men und um die „Smart Ci­ty“. Die drit­te Staf­fel soll sich dann den Aus­wir­kun­gen auf die Ge­sell­schaft und den gro­ßen Ri­si­ken der di­gi­ta­len Re­vo­lu­ti­on wid­men.

Ers­te Vor­le­sung:

„Das Micha­el-sti­fel-zen­trum: Da­ten­ge­trie­be­ne und si­mu­la­ti­ons­ge­stütz­te Wis­sen­schaf­ten am Stand­ort Je­na“; Re­fe­ren­ten: Bri­git­ta Kö­nig-ries und Mar­tin Bü­cker, Di­ens­tag, . Ok­to­ber,

 Uhr, Asto­ria-hör­saal, Un­term Markt , Je­na

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