Bom­bi­ger Hand­wa­gen

Thüringer Allgemeine (Nordhausen) - - Nordhäuser Allgemeine - Hans-pe­ter Blum

Frü­her hat man es nicht so ge­nau ge­nom­men. „Mei­ne Schwie­ger­mut­ter hat mir er­zählt, sie ha­be die Blind­gän­ger auf den Hand­wa­gen ge­legt und dann aus der Stadt ge­bracht“, sagt ei­ne äl­te­re Da­me, die am Frei­tag in der Sport­hal­le der Kä­the-koll­witz-schu­le Zuflucht ge­sucht hat. Sie muss­te ne­ben 3000 an­de­ren Nord­häu­sern nach dem Bom­ben­fund ih­re Woh­nung ver­las­sen, bis die Blind­gän­ger ent­schärft wa­ren.

Solch ein Hand­wa­gen­trans­port wä­re heu­te un­denk­bar. Das Si­cher­heits­emp­fin­den der Men­schen ver­langt nach Maß­nah­men, die al­le Even­tua­li­tä­ten aus­schlie­ßen. So ist je nach Bom­ben­grö­ße bis zur Ent­schär­fung ein be­stimm­ter Si­cher­heits­ab­stand ein­zu­hal­ten. Die­ser be­trug ges­tern 1000 Me­ter, so dass bis zur Leim­ba­cher Stra­ße im Sü­den und Stol­ber­ger Stra­ße im Wes­ten die Woh­nun­gen ge­räumt wer­den muss­ten. Wäh­rend al­so die An­woh­ner der west­li­chen Stol­ber­ger Stra­ße ge­müt­lich ih­ren Fei­er­abend ge­nie­ßen konn­ten, hat­ten die der öst­li­chen Stra­ßen­sei­te Stress.

Üb­ri­gens wur­den die bei­den Bom­ben auf dem sel­ben Feld ent­deckt, auf dem auch schon der Blind­gän­ger im Vor­jahr ge­fun­den wur­de. Nun über­legt die Stadt, ob sie das Feld mit ei­nem De­tek­tor auf wei­te­re Fun­de un­ter­su­chen las­sen soll.

über Bom­be­ner­prob­te Nord­häu­ser

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