Er­neu­te Plan­än­de­rung für Sa­nie­rung am Kuntz-sport­park

Spiel­feld wird doch nicht ver­scho­ben. Lärm­schutz soll bes­ser wer­den. Land­rat hofft auf Stra­ßen­bahn nach Krim­de­ro­de

Thüringer Allgemeine (Nordhausen) - - Nordhäuser Allgemeine - Pe­ter Cott Von Pe­ter Cott

In we­ni­gen Jah­ren wer­den E-zi­ga­ret­ten ei­nen Drit­tel des Mark­tes aus­ma­chen. Die­sen Satz hat Reemts­ma-chef Micha­el Kaib vor kur­zem ge­sagt. Zwar ist Deutsch­lands zweit­größ­ter Ta­bak­kon­zern längst nicht mehr in Nord­hau­sen. Doch viel­leicht ist Kaib ja bei ei­ner Fahrt durch die Grim­mel­al­lee zu die­ser Ein­sicht ge­kom­men. Denn wer hier auf­merk­sam die Stra­ße be­ob­ach­tet, muss sich schwer wun­dern: So di­cke Dampf­wol­ken wa­bern aus al­ler­hand Au­tos, dass man sich um die Ver­kehrs­si­cher­heit ih­rer Fah­rer fürch­ten muss. Es wer­den täg­lich mehr.

Viel­leicht ist die Ein­füh­rung die E-zi­ga­ret­ten aber auch Reemts­mas spä­te Wie­der­gut­ma­chung für den Rück­zug des Un­ter­neh­mens An­fang der 2000er. Denn Un­ter­hal­tungs­wert ha­ben die Din­ger für den im­mer zä­her wer­den Stadt­ver­kehr: Als al­ter Go­j­ko-mit­ić-in­dia­ner­film-fan ver­su­che ich, Rauch­zei­chen aus den Dampf­säu­len her­aus­zu­le­sen. Und ha­be ich ei­nen E-rau­cher im Wa­gen vor mir, hal­te ich die Na­se an mein Duft­bäum­chen „Berg­pri­se“und stel­le mir bei je­dem Nord­häu­ser Schlag­loch das Rat­tern der Schmal­spur­bah­nen mit Blick auf den qual­men­dem Trieb­wa­gen vor. Das wird noch ech­te Kon­kur­renz für den Harz. Nord­hau­sen. Die ge­plan­te Sa­nie­rung des Al­bert-kuntz-sport­park in Nord­hau­sen bleibt wei­ter­hin ein Dau­er­the­ma. So über­rasch­te Land­rat Mat­thi­as Jend­ri­cke (SPD) jetzt auf Ta-an­fra­ge mit Neu­ig­kei­ten zu dem Are­al. Dem­nach sol­len die im Spät­som­mer prä­sen­tier­ten Plä­ne zur Er­tüch­ti­gung des Wa­cker-sta­di­ons sich aber­mals än­dern.

Der durch die kreis­ei­ge­ne Ser­vice-ge­sell­schaft über­ar­bei­te­te Plan va­ri­iert mit der Ver­si­on, die bis zur kri­ti­sier­ten Be­auf­tra­gung zwei­er Gut­ach­ten durch Nord­hau­sens Stadt­ver­wal­tung dis­ku­tiert wur­de. „Die größ­te Än­de­rung“, er­klärt der Land­rat, „be­trifft den Haupt­platz.“Ging das Land­rats­amt bis­her von ei­ner Ver­schie­bung des Grüns aus, so wird die Spiel­flä­che nach ak­tu­el­ler Kon­zep­ti­on an Ort und Stel­le blei­ben. Auf der West­sei­te des ei­gent­li­chen Sta­di­ons blei­ben drei klei­ne­re Trai­nings­plät­ze er­hal­ten. Auch das be­ste­hen­de So­zi­al­ge­bäu­de wird kein Op­fer der Ab­riss­bir­ne. Geht es nach Jend­ri­cke, wer­de dies aus ei­ge­ner fi­nan­zi­el­ler Kraft er­tüch­tigt und kön­ne so der (Wa­cker-)ju­gend ei­ne ge­eig­ne­te Um­klei­de­mög­lich­keit bie­ten.

Die Grün­de für die Än­de­rung sind Jend­ri­cke zu­fol­ge aber an­de­re. „Der Min­dest­ab­stand zum Nach­bar­grund­stück war zwar im­mer ge­ge­ben, so rü­cken wir dem Ho­tel aber nicht zu nah auf die Pel­le“, ver­ein­facht er die mög­li­chen Aus­wir­kun­gen auf die Her­ber­ge.

„Ein Wahl­jahr ist ein gu­ter Zeit­punkt für sol­che neu­en Ide­en.“

Land­rat Mat­thi­as Jend­ri­cke über sei­nen Traum ei­ner Stra­ßen­bahn nach Krim­de­ro­de

di­on­zu­fahrt:

. Trai­nings­flä­chen: Der Un­ter­bau der Haupt­tri­bü­ne be­her­bergt auf drei Eta­gen Bü­ros so­wie ei­nen Bu­si­ness­club und eben­er­dig ei­ne Funk­ti­ons­ebe­ne.

drei­ge­schos­si­ges Funk­ti­ons­ge­bäu­de an­schmiegt. Laut Plan wird dies et­wa 2150 Qua­drat­me­ter Flä­che auf­wei­sen. Wo­bei der Land­rat dar­auf hin­weist, dass de­tail­lier­te Bau­plä­ne noch aus­ste­hen, es sich hier­bei al­so nur um ei­ne Visualisierung han­delt.

Op­ti­mis­tisch zeigt sich der Land­rat, geht es um die Zu­kunft des Are­als auch in Hin­blick auf die Dritt­li­ga­taug­lich­keit. Zum Be­leg gibt er ei­nen Fahr­plan für die kom­men­den Mo­na­ten vor. Bei dem För­der­mit­tel­be­scheid könn­te es sich so­gar um ein Weih­nachts­ge­schenk des Frei­staats han­deln. „Ich rech­ne da­mit noch En­de des Jah­res“, hofft Mat­thi­as Jend­ri­cke. Mit Vor­pla­nun­gen im Früh­jahr und Som­mer ter­mi­niert er ei­ne Aus­schrei­bung der Bau­leis­tun­gen in

den Herbst kom­men­den Jah­res. Und der Spa­ten­stich? Den hat der Land­kreis En­de 2019 im Vi­sier. „2020, mit Bau­ab­schluss der Haupt­tri­bü­ne und wenn hier ein end­gül­ti­ger Preis fest­steht, kön­nen auch an­de­re Er­wei­te­run­gen am Sport­park ge­plant wer­den“, ver­weist er auf mo­du­la­re Bau­wei­se, die dann den Gäs­te­block um­fas­sen wür­de, der bis­her als Steh­platz­tri­bü­ne ge­plant ist. Durch ei­ne Ein­hau­sung die­ses Blocks nach Nor­den hof­fen die Pla­ner auf ei­nen ver­bes­ser­ten Lärm­schutz für Krim­de­ro­de. Die Flan­ken­tri­bü­nen ge­ben dem Ki­osk und den Sa­ni­tär­an­la­gen ei­ne Heim­statt.

„Der­zeit gibt es au­ßer­dem nur ei­ne zen­tra­le Laut­spre­cher­an­la­ge, die über das Sta­di­on hin­weg schallt“, re­agiert der Land­rat auf zu­letzt ver­mehr­te Be­schwer­den aus Krim­de­ro­de, wo­nach die Spie­le und ihr Lärm­pe­gel als ge­nau­so stö­rend emp­fun­den wer­den wie das Park­pro­blem. Bei der Sa­nie­rung wer­de man die­se Tech­nik durch meh­re­re de­zen­tra­le Laut­spre­cher ver­tei­len, ver­spricht Jend­ri­cke ei­ne Bes­se­rung der Ge­räu­sche­mis­si­on.

Für die Krim­der­öder hofft er auf ei­ne wei­te­re Ver­bes­se­rung. „Ich plä­die­re noch im­mer für ei­nen Stra­ßen­bahn­an­schluss des Nord­häu­ser Orts­teils“, sagt Jend­ri­cke. Da­mit wür­den die Grund­stücks­prei­se vor Ort auf­ge­wer­tet, die At­trak­ti­vi­tät für jun­ge Fa­mi­li­en wei­ter ge­stei­gert,

. Sta-

sagt er und träumt gar von ei­ner grö­ße­ren Li­ni­en­füh­rung über den Stadt­park, der auch Sal­za mit an­schließt und das Nah­er­ho­lungs­ge­biet bes­ser er­reich­bar macht. „Ein Wahl­jahr ist ein gu­ter Zeit­punkt für sol­chen neu­en Ide­en“, ap­pel­liert er auch an Vi­sio­nä­re im künf­ti­gen Stadt­rat. Denn das Um­feld in­fra­struk­tu­rell zu be­pla­nen, sei wie­der­um ei­ne Auf­ga­be der Stadt selbst.

Wer nach dem ers­ten Bau­ab­schnitt nach 2020 al­le wei­te­ren be­zahlt? Auch hier blickt Mat­thi­as Jend­ri­cke nach vorn. Sind die Mit­tel aus dem Lan­des­för­de­rung aus­ge­schöpft, wer­de sich das Land­rats­amt um wei­te­res Geld be­mü­hen. Schon jetzt, er­zählt er, sei das Land­rats­amt da­bei, För­der­mit­tel­an­trä­gen an den Bund zu stel­len.

Land­rat hofft auf bes­se­ren Lärm­schutz

. Ka­pa­zi­tät:

Der In­nen­raum fasst et­wa  Zu­schau­er, kann aber er­wei­tert wer­den. . Haupt­tri­bü­ne: Die Sitz­platz­tri­bü­ne fasst et­wa  Zu­schau­er. . Funk­ti­ons­ge­bäu­de: Auf ei­ner Gr­und­flä­che von rund  mal  Me­ter hat es drei Ge­schos­se. . Flan­ken­tri­bü­nen: Die Sitz­platz­tri­bü­nen kön­nen je  Zu­schau­er auf­neh­men und be­her­ber­gen Ki­osk und Sa­ni­tär­ein­rich­tun­gen. . So­zi­al­ge­bäu­de: Das soll er­hal­ten und durch die Ju­gend ge­nutzt wer­den.Dient vor­nehm­lich Si­cher­heits­kräf­ten. . Was­ser­ge­bun­de­ne We­ge­de­cke: Hier­bei han­delt es sich um Ver­teil­flä­chen für Zu­schau­er. Auch für Leicht­ath­le­tik sind die­se denk­bar. Gra­fi­ken: Ser­vice-ge­sell­schaft

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