Kin­der sind für Son­ja Kell­ner ein Jung­brun­nen

Frö­bel-Kin­der­gar­ten in Ge­be­see ver­ab­schie­det Er­zie­he­rin nach 46 Di­enst­jah­ren in den Ru­he­stand

Thüringer Allgemeine (Sömmerda) - - Sömmerdaer Allgemeine - Von An­nett Kletz­ke

Ha­kan Gündüz­gi­den (24) und Bil­al Ce­ker (23) aus Erfurt:

Wir bei­de lei­ten den neu­en Im­biss Ela‘s. Als das La­den­lo­kal im Ren­ta­co-Ge­bäu­de in Söm­mer­da frei wur­de, ha­ben wir nicht lan­ge über­legt. Un­se­re Fa­mi­lie be­treibt seit gut 20 Jah­ren ei­nen Im­biss in Berl­stedt. Ich bin so­zu­sa­gen dar­in groß ge­wor­den und ha­be das Hand­werk von der Pi­ke auf ge­lernt. Ge­be­see. Son­ja Kell­ner ist das bes­te Bei­spiel da­für, dass Kin­der nicht nur jung, son­dern auch ge­sund hal­ten. Die 64-jäh­ri­ge Er­zie­he­rin des Ge­be­se­er Frö­belKin­der­gar­tens war in ih­ren 46 Ar­beits­jah­ren nicht ei­nen Tag krank. Ges­tern ab­sol­vier­te sie ih­ren letz­ten Ar­beits­tag.

Dass der Tag für Son­ja Kell­ner kein ein­fa­cher war, zeigt auch die Tat­sa­che, dass sie den Ab­schied noch um ein Jahr hin­aus­ge­zö­gert hat. „Ich woll­te noch nicht auf­hö­ren.Ich bin viel zu gern mit Kin­dern zu­sam­men. Ich ha­be das im­mer als Be­ru­fung ge­se­hen“, er­zählt sie. Ih­re be­ruf­li­che Lauf­bahn hat Son­ja Kell­ner, die aus Ring­le­ben stammt, nach der Aus­bil­dung in Go­tha in Erfurt ge­star­tet. Im Kin­der­gar­ten am Ernst-Lamm-Platz putz­te sie zwölf Jah­re lang Kin­dern die Na­se, kleb­te un­zäh­li­ge Pflas­ter und mach­te Mäd­chen und Jun­gen fit für die Schu­le. Mit dem Um­zug der Fa­mi­lie nach Ge­be­see ging auch der be­ruf­li­che Wech­sel von der Stadt aufs Land ein­her. 1986 wur­de sie in Ge­be­see Lei­te­rin. Be­son­ders nach Wen­de hat sie, so Bür­ger­meis­ter Pe­ter Lie­be (FDP), Ge­schich­te ge­schrie­ben. Sie ha­be nicht nur, das heu­te 110 Jah­re al­te Kin­der­gar­ten­ge­bäu­de Stück für Stück auf Vor­der­mann ge­bracht, sie ha­be sich auch da­für stark ge­macht, dass sie die Ein­rich­tung „Frö­bel-Kin­der­gar­ten“nen­nen darf. „Ich war vom Frö­bel-Kon­zept an­ge­tan und ha­be ver­sucht, mei­ne Kol­le­gin­nen zu begeistern. Wir ha­ben da­für Schu­lun­gen be­sucht und viel für die Ar­beit ge­lernt“, er­zählt sie.

„Kin­der sind ehr­lich und dank­bar. Ih­re strah­len­den Kin­der­au­gen sind für mich das Schöns­te über­haupt.“

Son­ja Kell­ner

Dar­über hin­aus hat Son­ja Kell­ner den För­der­ver­ein des Kin­der­gar­tens 1998 mit aus der Tau­fe ge­ho­ben, dem heu­te zwi­schen 50 und 60 Mit­glie­der an­ge­hö­ren.

Als stets zu­ver­läs­si­ge Kol­le­gin, die viel auf den Weg ge­bracht und den Kin­der­gar­ten als ihr Le­bens­werk ver­stan­den hat, wür­dig­te Lei­te­rin Ant­je Hu­cke die Ar­beit. Auch wenn sich Son­ja Kell­ner auf den neu­en Le­bens­ab­schnitt noch gar nicht rich­tig freu­en kann, ist sie si­cher, dass Lan­ge­wei­le nicht auf­kom­men wird. „Ich ha­be ein En­kel­kind, mit dem ich nun mehr Zeit ver­brin­gen kann. Au­ßer­dem gibt es im Haus und Gar­ten im­mer et­was zu tun.“Dass sie im Kin­der­gar­ten im­mer will­kom­men ist, dar­an lie­ßen die Kin­der und das Er­zie­he­rin­nen­team kei­nen Zwei­fel. Ge­rührt war Son­ja Kell­ner von den Glück­wün­schen, Lie­dern und Ge­dich­ten. Auch ehe­ma­li­gen Kol­le­gin­nen lie­ßen es sich nicht neh­men, bei der Ver­ab­schie­dung da­bei zu sein.

Son­ja Kell­ner war  Jah­re im­mer für die Kin­der da. Ges­tern stand für die Er­zie­he­rin im Ge­be­se­er Kin­der­gar­ten der letz­te Ar­beits­tag an. Fo­to: An­nett Kletz­ke

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.