Po­li­ti­scher Aus­tausch auf Au­gen­hö­he

Schü­ler im per­sön­li­chen Ge­spräch mit Chris­toph Mat­schie und Ja­kob von Weiz­sä­cker

Thüringer Allgemeine (Sömmerda) - - Sömmerdaer Allgemeine - Von Ma­ria Hoch­berg

Söm­mer­da. Die Zwölft­kläss­ler der Staat­li­chen Be­rufs­bil­den­den Schu­le Söm­mer­da (SBBS) er­leb­ten am Frei­tag ei­nen Un­ter­richt der et­was an­de­ren Art und lern­ten zwei be­kann­te deut­sche Po­li­ti­ker per­sön­lich ken­nen.

Der Eu­ro­pa­ab­ge­ord­ne­te für Thü­rin­gen, Ja­kob von Weiz­sä­cker (SPD), und Bun­des­tags­mit­glied Chris­toph Mat­schie (SPD) spra­chen ge­mein­sam mit den Schü­lern über die Auf­ga­ben der Eu­ro­päi­schen Uni­on.

Ober­stu­fen­lei­te­rin Ta­ma­ra Lie­bold freut sich über die Ab­wechs­lung zum re­gu­lä­ren Un­ter­richts­ge­sche­hen: „Ne­ben dem theo­re­ti­schen Un­ter­richt be­kom­men die Schü­ler die Ge­le­gen­heit zum di­rek­ten Aus­tausch und kön­nen ih­re Sor­gen und Fra­gen los­wer­den!“

Die Po­li­ti­ker spre­chen über die Grund­idee der Eu­ro­päi­schen Uni­on, ih­re his­to­ri­schen Wur­zeln als eu­ro­päi­sches Frie­dens­pro­jekt und ak­tu­el­le Auf­ga­ben und Pro­ble­me, die be­wäl­tigt wer­den müs­sen, wie bei­spiels­wei­se der an­ste­hen­de Aus­tritt Groß­bri­tan­ni­ens aus dem Staa­ten­ver­bund.

Für die Schü­ler sind ne­ben dem ge­plan­ten Auf­bau ei­ner eu­ro­päi­schen Ar­mee und der eu­ro­päi­schen Fi­nanz­po­li­tik vor al­lem zwei The­men wich­tig: Bil­dung und Di­gi­ta­li­sie­rung. Chris­toph Mat­schie fin­det das nicht ver­wun­der­lich: „Es sind bei­des The­men, die wich­ti­ge Tei­le des all­täg­li­chen Le­bens der Ju­gend­li­chen sind.“

Die 19-jäh­ri­ge Kim Dr­zys­ga aus Söm­mer­da ver­tritt in die­sem Zu­sam­men­hang ei­nen kla­ren Stand­punkt: „Die Schu­le be­rei­tet kaum auf das rich­ti­ge Le­ben vor. Die es­sen­zi­el­len Din­ge des all­täg­li­chen Le­bens kom­men viel zu kurz!“

Die The­ma­tik scheint die jun­ge Frau sehr zu be­schäf­ti­gen. Sie hält ein be­we­gen­des Plä­doy­er über den Sinn und Un­sinn be­stimm­ter Un­ter­richts­in­hal­te im Deutsch- oder Ma­the­ma­tik­un­ter­richt.

Chris­toph Mat­schie ist ei­ner Mei­nung mit der Schü­le­rin, doch er merkt auch an, dass ei­ni­ge die­ser The­men zum Bei­spiel im So­zi­al­kun­de­un­ter­richt auf­ge­grif­fen wer­den. Er sei sich aber auch be­wusst, dass in der Vor­be­rei­tung von Kin­dern und Ju­gend­li­chen auf das Le­ben nach der Schu­le noch gro­ßer Nach­hol­be­darf be­ste­he.

Auch die Di­gi­ta­li­sie­rung des Bil­dungs­sys­tems be­schäf­tigt die jun­gen Er­wach­se­nen. Die Gäs­te räu­men ein, dass die Po­li­tik in die­sem Punkt vor gro­ße Her­aus­for­de­run­gen ge­stellt wird. Ja­kob von Weiz­sä­cker bekennt sich als ein gro­ßer Fan der Di­gi­ta­li­sie­rung und steht wie Chris­toph Mat­schie voll und ganz da­hin­ter. Doch bei­de sind sich be­wusst: „Da liegt noch ein gro­ßes Stück Ar­beit vor uns!“

Ta­ma­ra Lie­bold ist stolz auf ih­re Schü­ler: „Sie ha­ben sich toll auf das Ge­spräch vor­be­rei­tet und gu­te Ar­gu­men­te für ih­re Stand­punk­te vor­ge­bracht!“

Chris­toph Mat­schie ist be­geis­tert vom En­ga­ge­ment der Ju­gend­li­chen: „Das war heu­te für mich ein sehr schö­nes Er­leb­nis. Es ist ein tol­les Ge­fühl, als Po­li­ti­ker mit jun­gen, in­ter­es­sier­ten Leu­ten spre­chen zu kön­nen.“

Ja­kob von Weiz­sä­cker (re.) und Chris­toph Mat­schie spre­chen mit Zwölft­kläss­lern der SBBS Söm­mer­da über die Auf­ga­ben der Eu­ro­päi­schen Uni­on. Fo­to: Ma­ria Hoch­berg

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