Ein Topf für al­le Fäl­le

Thüringer Allgemeine (Sömmerda) - - Sömmerdaer Allgemeine -

on­tag­mit­tag in der In­nen stadt Vor ei­nem klei­nen Ge­schäft drän geln sich die Mas­sen. Von Stu­den­ten über Ge­schäfts­leu­te bis hin zu den Nach­barn: Sie al­le sind aus ei­nem Grund hier, und der heißt Ein­topf. Kaum ein Ge­richt ist in den deut­schen Städ­ten für die hur­ti­ge Pau­se zwi­schen Ter­min A und B der­zeit be­lieb­ter. Al­so: Ver­ges­sen Sie den Bur­ger, die Piz­za und all die an­de­ren fet­ti­gen Zeit­ge­nos­sen. Wer es schnell will, isst heu­te Ein­topf.

Armer Sup­pen­kas­per?

Ein ko­me­ten­haf­ter Auf­stieg ei­nes jahr­tau­sen­de­al­ten Ge­richts, der ver­wun­dern mag – schließ­lich wur­de der Ein­topf als sät­ti­gen­de Ver­si­on der Sup­pe lan­ge ver­schmäht Bäu­er­li­ches Ar­me Leu­te Es­sen hieß es da Das ist zum ei­nen über heb­lich und zum an­de­ren falsch In Wirk­lich­keit wa­ren es die Gla­dia­to­ren im al­ten Rom die sich als Ers­te damit stärk­ten. Da­mals war es eben noch Gers­ten­schleim mit Boh­nen und das Er­geb­nis sah we­ni­ger gut aus, al- so es schmeck­te. Doch spä­ter fand man her­aus, dass Hül­sen­früch­te wie Erb­sen, Boh­nen und Lin­sen mit Fleisch und Ge­mü­se wie Steck­rü­ben oder Kar­tof­feln in Wasser ge­gart schmack­haf­ter sind – und die­se Er­kennt­nis galt für al­le Schich­ten und in al­len Kul­tu­ren.

Nicht leug­nen lässt sich, dass Ein­töp­fe durch­aus als Res­tees­sen gel­ten. Das klingt ab­wer­tend, ist es aber gar nicht schließ­lich schmeißt nie­mand ger­ne Le­bens­mit­tel weg und die ge­lieb­te Piz­za ist auch nichts an­de­res als ein Res­te­ver­wer­tungs­pro­dukt.

Der Ein­topf hat den Vor­teil, dass er vor al­lem rich­tig ge­sund ist Na­tür­lich kann man hier vie­le Res­te ver­ar­bei­ten, aber eins ist im­mer si­cher: Im Topf sind nur wert­vol­le Zu­ta­ten mit vie­len wich­ti­gen Vit­ami­nen für den Kör­per fin­det zum Bei­spiel Ul­ri­ke Nomm, die in Er­furt das Bis­tro „Rest­los“führt und dort täg­lich fri­sche Sup­pen und Ein­töp­fe aus re­gio­na­len und sai­so­na­len Pro­duk­ten an­bie­tet. „Das macht den Ein­topf noch lan­ge nicht zu ei­nem pri­mi­ti­ven Es­sen. Ein­töp­fe sind gu­te Haus­manns­kost, in der viel Lie­be steckt – und das schmeckt man auch.“

Al­les darf, nichts muss

Kaum ein Es­sen kommt in so vie­len Varianten da­her wie der gu­te alte Ein­topf. Re­geln für die Zu­ta­ten? Gibt es nicht. Dem­nach dür­fen Hob­by­kö­che ex­pe­ri­men­tie­ren. Na­he­zu al­le Ge­mü­se­ar­ten, mit Aus­nah­me von Sa­la­ten, eig­nen sich. Klei­ner Tipp: Um die Vit­ami­ne zu er­hal­ten, soll­te das Ge­mü­se biss­fest ge­kocht wer­den. Ent­schei­dend für den ge­wis­sen Kick ist die rich­ti­ge Brü­he, die Wür­ze ver­leiht. Abrun­den lässt sich das Ge­koch­te mit fri­schen Kräu­tern wie Ros­ma­rin, Thy­mi­an, Ma­jo­ran oder Boh­nen­kraut.

Vie­le gu­te Zu­ta­ten

Zu­rück zur Sze­ne­rie in der In­nen­stadt. War­um al­le Ein­töp­fe wol­len, ist nun klar: Sie löf­feln sich schnell und ste­cken vol­ler gu­ter Zu­ta­ten. Damit ist das Ge­richt auf dem Weg nach oben im Ran­king der Fast-Food-Ge­rich­te. Aber Ein­topf ne­ben Dö­ner und Pom­mes? Passt das? „Wenn Fast-Food, dann doch bit­te ge­sund“, sagt Nomm über die Ent­wick­lung.

„Schnel­les Es­sen wol­len wir manch­mal al­le. Wich­tig ist al­ler­dings, dass man sich da­nach nicht zu voll­ge­ges­sen fühlt. Da ist so ein Ein­topf doch die per­fek­te Wahl.“Und da kön­nen wir na­tür­lich nicht wi­der­spre­chen. In dem Sin­ne: Gu­ten Appetit!

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