Ab­sa­ge vom Land bremst Rad­tou­rimus in der Re­gi­on

Land­kreis und Tou­ris­mus­ver­band kämp­fen für För­der­mit­tel um die Lü­cke Rich­tung Süd­harz zu schlie­ßen

Thüringer Allgemeine (Sondershausen) - - Sondershäuser Allgemeine - Von Ti­mo Götz Stich-wort

Son­ders­hau­sen. Als Flick­werk mit vie­len Lü­cken er­le­ben Rad­tou­ris­ten bis­lang die Frem­den­ver­kehrs­re­gi­on Süd­harz/kyff­häu­ser. Kein ein­zi­ger Rad­weg ver­bin­det die Part­ner­krei­se Kyff­häu­ser und Nord­hau­sen. Ei­ne der wich­ti­gen Le­bens­adern, die ra­deln­de Be­su­cher vom Harz­rand bis zu den Se­hens­wür­dig­kei­ten Son­ders­hau­sens oder die Gäs­te­ma­gne­ten rund um den Kyff­häu­ser schleu­sen könn­ten, bleibt vor­erst an der Kreis­gren­ze bei Groß­fur­ra ab­ge­schnit­ten.

„Den ge­plan­ten Rad­weg zwi­schen Son­ders­hau­sen und Klein­fur­ra hat uns die Lan­des­re­gie­rung aus dem Ent­wurf für die nächs­te Thü­rin­ger Rad­ver­kehrs­kon­zep­ti­on ge­stri­chen“, er­klärt Mat­thi­as Deich­stet­ter, der Vor­sit­zen­de des Tou­ris­mus­ver­ban­des Süd­harz und Lei­ter des Frem­den­ver­kehrs­am­tes des Kyff­häu­ser­krei­ses. „Wir ha­ben be­reits Wi­der­spruch ge­gen die­se Ent­schei­dung ein­ge­legt“, gibt er den Kampf um die Rad­we­ge­ver­bin­dung in den Süd­harz nicht ver­lo­ren.

Die Tras­se hat so­gar weit über die Re­gi­on hin­aus Be­deu­tung: Wür­de die Lü­cke zwi­schen Son­ders­hau­sen und Klein­fur­ra ge­schlos­sen, könn­ten Rad­fah­rer dem­nächst durch den gan­zen Kyff­häu­ser­kreis von Ar­tern bis an die Nord­see durch­rol­len, oh­ne da­für das Netz an Fern­rad­we­gen ver­las­sen zu müs­sen.

Trotz­dem wer­de erst ge­baut, wenn für den Ab­schnitt För­der­mit­tel flie­ßen, stellt Heinz-ul­rich Thie­le, der Spre­cher vom Land­rats­amt, auf Nach­fra­ge von Thü­rin­ger All­ge­mei­ne klar. Und die Aus­sicht auf Zu­schüs­se be­ste­he prak­tisch erst dann, wenn die ge­plan­te Rou­te im neu­en Rad­we­ge­kon­zept für Thü­rin­gen auf­taucht. „Soll­te sich das Land doch noch schnell ent­schei­den, den Ab­schnitt mit ins För­der­pro­gramm auf­zu­neh­men, könn­ten wir je­der­zeit mal 50 000 Eu­ro im Haus­halt ver­schie­ben, um un­se­ren An­teil am Pro­jekt zu be­zah­len. Wir sind da fle­xi­bel, und Rad­tou­ris­mus Rich­tung Süd­harz hat bei uns ho­he Prio­ri­tät“, fügt er hin­zu.

För­de­rung wün­schen sich Thie­le und Deich­stet­ter aber auch für ei­nen Rad­weg ent­lang der Bun­des­stra­ße 4, um die Greu­ße­ner Ecke bes­ser an­zu­bin­den. Für wich­tig hal­ten bei­de au­ßer­dem ei­ne Ver­bin­dung zwi­schen Ar­tern und der San­ger­häu­ser Re­gi­on. Und ei­ne Rad­fern­rou­te, die den Kyff­häu­ser und die Bar­ba­rossah­öh­le di­rekt mit Nord­hau­sen und dem Harz ver­bin­det, wol­len sie auch nicht aus den Augen ver­lie­ren.

Für das letz­te Vor­ha­ben stün­den die Chan­cen auf För­de­rung gar nicht schlecht, schätzt Deich­stet­ter ein. Der ge­plan­te Rad­weg sei nicht gleich aus dem Kon­zept­ent­wurf vom Frei­staat ge­flo­gen. „Auf der Sei­te vom Kyff­häu­ser­kreis ist so­gar schon ziem­lich klar, wo die Rou­te ver­lau­fen soll: auf di­rek­tem Weg von der Bar­ba­rossah­öh­le nach He­rin­gen“, er­klärt er. Un­ge­klärt sei noch, wo der Rad­weg auf dem Ge­biet des Land­krei­ses Nord­hau­sen ver­lau­fen soll. Es ge­be ei­ne Va­ri­an­te von He­rin­gen über Stol­berg in den Harz. Deich­stet­ter selbst hält die zwei­te Über­le­gung, die Kreis­stadt Nord­hau­sen an­zu­bin­den, für sinn­vol­ler. „So ei­nen An­zie­hungs­punkt wie die Ro­land­stadt soll­ten wir für den Rad­tou­ris­mus nicht links lie­gen las­sen.“

Egal wo sie am En­de wei­ter­führt, die Rou­te Rich­tung Nor­den wä­re aus Sicht der Tou­ris­mus­för­de­rung die per­fek­te Er­gän­zung zum be­reits fer­tig ge­plan­ten „Rad­weg in die St­ein­zeit“zwi­schen der Aus­gra­bungs­stät­te St­ein­rin­ne bei Bil­zings­le­ben im Land­kreis Söm­mer­da und der Bar­ba­rossah­öh­le am Fuß des Kyff­häu­sers.

Mit dem Bau die­ser An­bin­dung an das über­re­gio­na­le Rad­we­ge­netz soll dem­nächst be­gon­nen wer­den. Der Land­kreis und auch die Ge­mein­de Kyff­häu­ser­land, durch de­ren Ge­biet die Tras­se ver­läuft, ha­ben ih­ren An­teil be­reit­ge­legt. „Wir war­ten nun hän­de­rin­gend auf den För­der­be­scheid vom Land, da­mit die Ar­bei­ten noch vor dem Som­mer be­gin­nen kön­nen“, schil­dert Thie­le die Si­tua­ti­on.

Höchs­tens im Schne­cken­tem­po geht es mit dem Aus­bau des Rad­we­ge­net­zes in der Tou­ris­mus­re­gi­on Süd­harz/kyff­häu­ser wei­ter vor­an, wenn das Land die För­de­rung für wich­ti­ge Ver­bin­dun­gen zwi­schen den Part­ner­krei­sen in Nord­thü­rin­gen wei­ter­hin blo­ckiert....

Im Land­kreis Nord­hau­sen wird mit Hoch­druck am Rad­weg zwi­schen Klein­fur­ra und Noh­ra ge­ar­bei­tet. Ei­ne Ver­län­ge­rung nach Son­ders­hau­sen fehlt. Fo­to: Dirk Bern­kopf

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