Grimm for­dert In­ter­ven­ti­on Lau­in­gers bei Ge­rich­ten

Kri­tik an Ein­stel­lun­gen von Ver­fah­ren und nied­ri­gen Stra­fen

Thüringer Allgemeine (Sondershausen) - - Sondershäuser Allgemeine - Von An­drea Hell­mann

Son­ders­hau­sen. Ei­nen Brief an Thü­rin­gens Jus­tiz­mi­nis­ter und die Staats­an­walt­schaft in Mühl­hau­sen hat Son­ders­hau­sens Bür­ger­meis­ter Stef­fen Grimm (pl) ver­schickt. Er wirft der Jus­tiz Ver­sa­gen vor.

Die „Mög­lich­kei­ten, die das Straf­ge­setz­buch so­wie die Straf­pro­zess­ord­nung bie­ten, in vol­lem Um­fang aus­zu­schöp­fen und Straf­tä­ter ent­spre­chend zu dis­zi­pli­nie­ren und zu sank­tio­nie­ren“, for­dert Grimm. Und wi­der­spricht auch dem Um­kehr­schluss, dass das nicht ge­tan wer­de, auf Nach­fra­ge nicht. Rich­ter und Staats­an­walt­schaft wür­den nicht han­deln.

„Straf­ver­fah­ren hin­sicht­lich straf­fäl­lig ge­wor­de­ner Per­so­nen mit Mi­gra­ti­ons­hin­ter­grund wer­den so­wohl nach mei­ner Ein­schät­zung als auch nach An­sicht ei­nes Groß­teils der Son­ders­häu­ser Be­völ­ke­rung mit re­gel­mä­ßi­ger Kon­ti­nui­tät durch die Staats­an­walt­schaft ein­ge­stellt, be­vor sie über­haupt zur An­kla­ge kom­men.“Und „soll­te es doch ein­mal zu ei­nem Ver­fah­ren kom­men, fal­len die Stra­fen zu­dem re­gel­mä­ßig lä­cher­lich nied­rig aus, so dass von ei­nem Er­zie­hungs­ef­fekt kei­ne Re­de sein kann“, schreibt Grimm.

Das gel­te aber auch für die ein­hei­mi­schen Straf­tä­ter.

Vom Thü­rin­ger Jus­tiz­mi­nis­ter for­dert Grimm wei­ter­hin, „auch zu­sätz­lich bei den Ge­rich­ten zu in­ter­ve­nie­ren“. Ei­ne For­de­rung, die wohl un­ge­hört blei­ben wird. Rich­ter sind schließ­lich nur dem Ge­setz ver­pflich­tet.

Dar­auf ver­weist auch das Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um ges­tern auf Nach­fra­ge. Das Schrei­ben aus Son­ders­hau­sen lie­ge noch nicht vor, hieß es. Aber Ge­rich­te ar­bei­ten un­ab­hän­gig.

Die Stim­mung in Son­ders­hau­sen je­den­falls, schätzt Grimm ein, „kippt zu­neh­mend“. Und er führt das bei­spiel­haft zu­rück auf das ein­ge­stell­te Ver­fah­ren ge­gen ei­nen Aus­län­der, der mit ei­ner Holz­lat­te ei­nen Po­li­zis­ten ver­letzt ha­be, und auf die „nicht un­er­heb­li­che Zahl von Straf­ta­ten, haupt­säch­lich im In­nen­stadt­be­reich von Son­ders­hau­sen“, in de­nen in den sel­tens­ten Fäl­len ei­ne ab­schlie­ßen­de Straf­ver­fol­gung ge­schwei­ge denn ei­ne Ver­ur­tei­lung er­fol­ge, so Grimm.

Trotz der Per­so­nal­si­tua­ti­on bei den Straf­ver­fol­gungs­or­ga­nen soll­te dies den­noch nicht die Fol­ge sein.

Die Aus­wir­kun­gen und Fol­gen müss­ten zu­neh­mend die ein­ge­setz­ten Po­li­zei­be­am­ten und die Son­ders­häu­ser Be­völ­ke­rung tra­gen, er­klärt Grimm und er­in­nert, dass er selbst bis Mai als Po­li­zist in Son­ders­hau­sen tä­tig war. Straf­fäl­lig ge­wor­de­ne Aus­län­der müs­sen kon­se­quent ab­ge­scho­ben wer­den. Die Vor­aus­set­zun­gen da­für sei­en da. „Nur so kön­nen Ru­he und Ord­nung in Son­ders­hau­sen wie­der­her­ge­stellt wer­den“, schließt der Bür­ger­meis­ter sei­nen Brief.

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