Par­tei­en be­rei­ten Stich­wah­len vor: CDU hofft auf Lan­des­haupt­stadt

Die SPD sieht für sich Chan­cen im Land­kreis Go­tha. Lin­ke muss Ei­se­nach ge­gen So­zi­al­de­mo­kra­ten ver­tei­di­gen

Thüringer Allgemeine (Weimar) - - Erste Seite - Von Mar­tin De­bes

Er­furt. Der Wahl­kampf in Thü­rin­gen geht wei­ter. Am 29. April kommt es zu acht Stich­wah­len von Land­rä­ten und Ober­bür­ger­meis­tern. Dar­über hin­aus müs­sen in ei­ni­gen kreis­an­ge­hö­ri­gen Städ­ten wie Son­ders­hau­sen Be­wer­ber für die Bür­ger­meis­ter­pos­ten in die zwei­te Run­de.

Da­bei hofft die CDU, die Lan­des­haupt­stadt Er­furt er­obern zu kön­nen. Ih­re Kan­di­da­tin Ma­ri­on Wals­mann lag am Sonn­tag nur et­wa zehn Pro­zent­punk­te hin­ter Ober­bür­ger­meis­ter Andreas Bau­se­wein (SPD).

Gu­te Chan­cen auf ei­nen Wech­sel hat die Uni­on im Al­ten­bur­ger Land, wo ihr Be­wer­ber Uwe Mel­zer im ers­ten Wahl­gang deut­lich vor Land­rä­tin Michae­le So­j­ka (Lin­ke) lag.

Laut En­d­er­geb­nis kam die CDU thü­rin­gen­weit bei 120 Ab­stim­mun­gen auf 37,9 Pro­zent der Stim­men – nach 33,8 Pro­zent vor sechs Jah­ren. Zweit­stärks­te Kraft wur­de mit Ver­lus­ten die SPD vor der Lin­ken, die eben­falls Stim­men ver­lor. Die CDU ha­be „ih­re Rol­le als die mit Ab­stand stärks­te po­li­ti­sche Kraft“be­kräf­tigt und al­le von ihr be­setz­ten Land­rats­äm­ter ver­tei­digt, sag­te Lan­des- und Frak­ti­ons­chef Mi­ke Mohring der Thü­rin­ger All­ge­mei­nen. Für Rot-rot-grün sei das Re­sul­tat hin­ge­gen „ein De­sas­ter“.

Die SPD, die in Wei­mar mit der Ab­wahl ih­res Ober­bür­ger­meis­ters Ste­fan Wolf ei­ne emp­find­li­che Nie­der­la­ge er­litt, setzt nun auf ei­nen Sieg im Land­kreis Go­tha. Hier re­giert bis­her ein Cdu-land­rat, der aus Al­ters­grün­den nicht wie­der an­trat.

Spd-lan­des­chef Wolf­gang Tie­fen­see äu­ßer­te sich dif­fe­ren­zier­ter als Mohring. Die SPD ha­be „durch­misch­te Er­geb­nis­se“er­zielt, sag­te der Wirt­schafts­mi­nis­ter. Er­freu­lich sei­en die Wie­der­wah­len der so­zi­al­de­mo­kra­ti­schen Land­rä­te im Kyff­häu­ser­kreis und im Un­st­rut-hai­nich­kreis so­wie die Wahl der ge­mein­sam mit der Lin­ken un­ter­stütz­ten par­tei­lo­sen Kan­di­da­tin im Land­kreis Schmal­kal­den-mei­nin­gen. Da­ge­gen sei die Nie­der­la­ge in Wei­mar „schmerz­haft“.

Die SPD will Al­li­an­zen mit Lin­ken und Grü­nen su­chen. Doch in Ei­se­nach kommt es aus­ge­rech­net zum Du­ell zwi­schen der lin­ken Ober­bür­ger­meis­te­rin Kat­ja Wolf und Spd-lan­des­ge­schäfts­füh­rer Micha­el Klos­ter­mann. Des­sen Kan­di­da­tur sorgt be­reits seit Län­ge­rem für Ver­stim­mun­gen zwi­schen den Re­gie­rungs­part­nern in Er­furt.

Die lin­ke Lan­des- und Frak­ti­ons­che­fin Su­san­ne Hen­nig­well­sow be­ton­te den­noch den Sieg der par­tei­lo­sen Land­rä­tin Pe­tra En­ders im Ilm-kreis, die einst für die Lin­ke im Land­tag saß und wie­der ge­mein­sam von der Par­tei und der SPD un­ter­stützt wor­den war. Als „be­sorg­nis­er­re­gend“be­zeich­ne­te Hen­nig-well­sow die „lokale Stär­ke“von Rechts­po­pu­lis­ten.

In Ge­ra schaff­te es die AFD mit Ober­bür­ger­meis­ter-kan­di­dat Die­ter Lau­den­bach (21,3 Pro­zent) in die Stich­wahl. Lan­des­chef Björn Hö­cke sprach von „Ach­tungs­er­fol­gen“sei­ner Par­tei.

Im Al­ten­bur­ger Land und im Land­kreis Son­ne­berg, wo die AFD nur knapp die zwei­te Run­de ver­fehl­te, sind Wahl­an­fech­tun­gen ge­plant. Hin­ter­grund ist die Ver­fas­sungs­kla­ge der Par­tei ge­gen die erst­ma­li­ge Teil­nah­me von Min­der­jäh­ri­gen an den Wah­len.

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