26-Jäh­ri­ger ge­steht Tö­tung

Pro­zess be­ginnt in Mühl­hau­sen. Staats­an­walt­schaft wirft An­ge­klag­tem Heim­tü­cke vor

Thüringer Allgemeine (Weimar) - - Thüringen - Von Clau­dia Göt­ze

Mühl­hau­sen. Im Mord­pro­zess vor dem Land­ge­richt Mühl­hau­sen hat der 26 Jah­re al­te An­ge­klag­te am Mon­tag die Tat ge­stan­den. In ei­ner von sei­ner Ver­tei­di­ge­rin Ju­dith Andreas-ol­ters­dorf ver­le­se­nen Er­klä­rung räum­te der Stu­dent ein, sei­ne 22jäh­ri­ge Kom­mi­li­to­nin in Nord­hau­sen um­ge­bracht zu ha­ben. Er be­stritt je­doch, sein Op­fer nach des­sen Tod noch se­xu­ell miss­braucht zu ha­ben. Die Staats­an­walt­schaft Mühl­hau­sen wirft dem aus dem Land­kreis Göt­tin­gen stam­men­den An­ge­klag­ten vor, mit Heim­tü­cke und aus nied­ri­gen Be­weg­grün­den ge­tö­tet zu ha­ben. Das Ge­richt hat noch drei wei­te­re Ver­hand­lungs­ta­ge an­be­raumt. Laut An­kla­ge hat der 26-Jäh­ri­ge die Stu­den­tin wäh­rend des ge­mein­sa­men Stu­di­ums in Nord­hau­sen ken­nen­ge­lernt und sich in sie ver­liebt. Doch die jun­ge Frau soll sei­ne Lie­be nicht er­wi­dert, son­dern auf ei­ner freund­schaft­li­chen Be­zie­hung be­stan­den ha­ben. Um sich die Zu­nei­gung der 22-Jäh­ri­gen zu si­chern, soll der 26-Jäh­ri­ge sie be­lo­gen und be­haup­tet ha­ben, Chef des Ka­ta­stro­phen­schut­zes in Er­furt zu sein.

Den Er­mitt­lun­gen zu­fol­ge gau­kel­te er ihr vor, ihr dort ei­ne Stel­le als Per­so­nal­che­fin be­sorgt zu ha­ben. Der an­geb­li­che Ar­beits­ver­trag soll­te am 29. Au­gust 2017 in Bonn un­ter­schrie­ben wer­den. Das ah­nungs­lo­se Op­fer soll am Vor­abend in die Woh­nung des An­ge­klag­ten ge­gan­gen und dort auf der Couch ein­ge­schla­fen sein. Als ihm klar ge­we­sen sei, dass sein Lü­gen­kon­strukt am nächs­ten Tag zu­sam­men­bre­chen wür­de, soll er Pa­nik be­kom­men ha­ben. Er soll der 22-Jäh­ri­gen mit ei­nem Mes­s­er­griff hef­tig ge­gen den Kopf ge­schla­gen und ihr we­nig spä­ter die Keh­le durch­ge­schnit­ten so­wie mehr­fach in Brust­korb, Bauch und Rü­cken ge­sto­chen ha­ben. Die Schwer­ver­letz­te sei we­ni­ge Mi­nu­ten spä­ter ver­blu­tet. Da­nach soll er ver­sucht ha­ben, sich das Le­ben zu neh­men. Er sitzt seit­dem in Un­ter­su­chungs­haft.

Der Pro­zess wird am Frei­tag, 20. April, fort­ge­setzt. (dpa)

Ah­nungs­lo­ses Op­fer schlief auf der Couch ein

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.