Em­ma­nu­el der Gro­ße

Frank­reichs Prä­si­dent Ma­cron prä­sen­tiert sich als Frie­dens­brin­ger für Nah­ost – und als di­plo­ma­ti­scher Zau­ber­künst­ler

Thüringer Allgemeine (Weimar) - - Politik -

hät­ten die­sen Plan durch­kreuzt, so Ma­cron.

Frank­reich woll­te am Mon­tag mit ei­ner Un-re­so­lu­ti­on ei­nen neu­en An­lauf zur Ent­schär­fung des Sy­ri­en­kon­flik­tes un­ter­neh­men, hieß es aus Di­plo­ma­ten­krei­sen in New York. Der Re­so­lu­ti­ons­ent­wurf soll die drän­gends­ten Fra­gen an­ge­hen: Das sy­ri­sche Che­mie­waf­fen­pro­gramm soll nach­weis­bar be­en­det wer­den. Zu klä­ren sei zu­dem, wer für die Gift­gas­an­grif­fe ver­ant­wort­lich sei. Ei­ne Waf­fen­ru­he und ein ge­si­cher­ter Zu­gang für Hel­fer sol­len den Weg zu ei­ner lang­fris­ti­gen po­li­ti­schen Lö­sung eb­nen.

Au­ßen­mi­nis­ter Hei­ko Maas (SPD) hat­te zu­vor eben­falls von ei­ner po­li­ti­schen Initia­ti­ve ge­spro­chen – al­ler­dings nicht im Al­lein­gang. Deutsch­land wol­le sich zu­sam­men mit Frank­reich für die Schaf­fung ei­nes „in­ter­na­tio­na­len For­mats ein­fluss­rei­cher Staa­ten“ein­set­zen, das den po­li­ti­schen Pro­zess vor­an­brin­gen kön­ne, be­ton­te er im ZDF.

Bun­des­kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel te­le­fo­nier­te we­gen der La­ge in Sy­ri­en mit Er­do­gan. Sie hät­ten sich über Mög­lich­kei­ten aus­ge­tauscht, den po­li­ti­schen Pro­zess dort vor­an­zu­trei­ben, teil­te Re­gie­rungs­spre­cher Sei­bert mit. „Sie wa­ren sich ei­nig, dass dies von be­son­de­rer Dring­lich­keit sei.“

In der EU wer­den die jüngs­ten Ra­ke­ten­an­grif­fe nicht un­ein­ge­schränkt un­ter­stützt. Doch die Eu-au­ßen­mi­nis­ter be­müh­ten sich bei ih­rem Tref­fen in Lu­xem­burg am Mon­tag, Ge­schlos­sen­heit zu de­mons­trie­ren: Die EU will bei der Wie­der­be­le­bung des Frie­dens­pro­zes­ses ei­ne stär­ke­re Rol­le spie­len. Die maß­geb­lich von Ma­cron vor­an­ge­trie­be­ne Initia­ti­ve für neue Ver­hand­lun­gen wird dem­nach un­ter­stützt. In ei­ner Er­klä­rung zu Sy­ri­en blie­ben die Au­ßen­mi­nis­ter in der Be­wer­tung der Ra­ke­ten­an­grif­fe ver­hal­ten: Die EU äu­ßert le­dig­lich „Ver­ständ­nis“für das Vor­ge­hen, von „Un­ter­stüt­zung“ist nicht die Re­de.

Ma­cron sprach der­weil in ei­nem In­ter­view da­von, dass er Trump zu ei­nem Kurs­wech­sel ge­bracht ha­be. An­statt die 2000 Us-sol­da­ten in Sy­ri­en im Herbst ab­zu­zie­hen, sei der Prä­si­dent zu ei­nem „lang­fris­ti­gen“En­ga­ge­ment be­reit. Trump war nicht be­geis­tert, als er das hör­te. Schließ­lich hat­te er kon­se­quen­te Nicht­ein­mi­schung in die Kri­sen die­ser Welt ver­spro­chen.

Ge­sprächs­be­darf gibt es nun auf je­den Fall. Die Ge­le­gen­heit bie­tet sich am 24. April, wenn Ma­cron ins Wei­ße Haus kommt.

„Frank­reichs Auf­ga­be ist es, mit al­len zu spre­chen“: Prä­si­dent Em­ma­nu­el Ma­cron beim Fern­seh-in­ter­view im Théât­re na­tio­nal de Chail­lot in Pa­ris, im Hin­ter­grund der Eif­fel­turm. Foto: ddp/aba­ca Press

FBI-CHEF Foto: dpa

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.