Be­fremd­li­che Atta­cken

Über das Ver­hal­ten ge­gen­über Ka­me­ra­den

Thüringische Landeszeitung (Eichsfeld) - - EICHSFELD - VON ANTONIA PFAFF

Sie sprin­gen nachts aus dem Bett und ver­las­sen flucht­ar­tig das Haus. Sie las­sen für St­un­den Fa­mi­lie und Job ein­fach hin­ter sich – und das, um an­de­ren Menschen zu hel­fen, ih­nen so­gar das Leben zu ret­ten. Ge­meint sind na­tür­lich die Feu­er­wehr­leu­te, die Hel­den, oder Engel des All­tags. Und dann ste­hen am Un­fall­ort nicht nur Schau­lus­ti­ge, die fil­men. Nein, die Ka­me­ra­den wer­den manch­mal noch be­schimpft und ge­schla­gen. Ab­ge­se­hen da­von, dass so ein Auf­tre­ten in je­der Le­bens­la­ge völ­lig in­dis­ku­ta­bel ist, ist mir un­be­greif­lich, wie Menschen ein sol­ches Ver­hal­ten an den Tag le­gen kön­nen und Retter at­ta­ckie­ren. Wir spre­chen schließ­lich von eh­ren­amt­lich Tä­ti­gen, die ihr Leben für wild­frem­de Menschen ein­set­zen und im schlimms­ten Fall op­fern. Zum Glück sind sol­che Atta­cken im Eichs­feld nicht be­kannt. Im Ge­gen­teil. Hier wer­den die Ka­me­ra­den mit Kaf­fee, Tee und Bröt­chen ver­sorgt. Auch mit Stol­len, wie im ver­gan­ge­nen Jahr in Din­gel­städt, als die Flo­ri­ans­jün­ger kurz vor Hei­lig­abend zu ei­nem Groß­ein­satz alar­miert wur­den. Wir Eichs­fel­der ti­cken doch an­ders, hof­fent­lich bleibt es so.

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