We­ni­ger Fäl­le häus­li­cher Ge­walt

Sechs Men­schen ster­ben bei Vor­fäl­len

Thüringische Landeszeitung (Erfurt) - - THÜRINGEN -

ER­FURT. In Thü­rin­gen sind im ver­gan­ge­nen Jahr 2376 Frau­en und 556 Män­ner Op­fer häus­li­cher Ge­walt ge­wor­den. Auch wenn die Thü­rin­ger Po­li­zei ins­ge­samt 483 Fäl­le we­ni­ger als im Jahr 2016 re­gis­trier­te, sei die Zahl im Frei­staat im­mer noch „sehr hoch“, teil­te das In­nen­mi­nis­te­ri­um am Don­ner­s­tag mit. Man ge­he aber da­von aus, dass die Dun­kel­zif­fer weit hö­her lie­ge als die Zahl der be­kannt ge­wor­de­nen Fäl­le. Sechs Men­schen star­ben bei ei­nem sol­chen Vor­fall.

Laut In­nen­mi­nis­te­ri­um set­zen Thü­rin­ger Po­li­zis­ten zu­neh­mend Maß­nah­men zur Ge­fah­ren­ab­wehr ein. So wür­den Tä­ter im­mer öf­ter für ei­ne ge­wis­se Zeit der Woh­nung ver­wie­sen. „In die­sem Zei­t­raum hat das Op­fer die Mög­lich­keit, wei­te­ren Schutz, zum Bei­spiel beim Fa­mi­li­en­ge­richt, zu er­wir­ken“, heißt es in ei­ner Mit­tei­lung des Mi­nis­te­ri­ums. Im ver­gan­ge­nen Jahr nahm die Po­li­zei 26 Tä­ter we­gen häus­li­cher Ge­walt fest. Platz­ver­wei­se wur­den in 361, Woh­nungs­ver­wei­se in 480 Fäl­len er­teilt. In 370 Fäl­len wur­de den Tä­tern ver­bo­ten, Kon­takt mit dem Op­fer auf­zu­neh­men.

Frau­en bil­den wei­ter­hin die größ­te Op­fer­grup­pe häus­li­cher Ge­walt. Un­ter den 1591 Thü­rin­gern, die Ver­let­zun­gen bei sol­chen Vor­fäl­len er­lit­ten, wa­ren 1310 Frau­en. Mehr Kin­der und Ju­gend­li­che muss­ten im ver­gan­ge­nen Jahr Ge­walt im El­tern­haus mit­er­le­ben oder wur­den so­gar selbst ver­letzt. In 1162 be­kannt ge­wor­de­nen Fäl­len wur­den Min­der­jäh­ri­ge Zeu­gen von Ge­walt an ei­nem El­tern­teil oder selbst Op­fer, wie aus der ak­tu­el­len Sta­tis­tik des In­nen­mi­nis­te­ri­ums her­vor­geht. Im Jahr 2016 wa­ren es 966 Fäl­le. (dpa)

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.