Der länd­li­che Raum über­al­tert

Thüringische Landeszeitung (Erfurt) - - THÜRINGEN -

ER­FURT. Das Schlimms­te scheint über­wun­den: Thü­rin­gen ver­liert längst nicht mehr so vie­le Ein­woh­ner wie noch vor Jah­ren.

Aber auch wenn ei­ne ge­wis­se Sta­bi­li­sie­rung ein­ge­tre­ten ist: Der Al­ters­durch­schnitt wächst, der länd­li­che Raum über­al­tert.

Wirk­li­che Lö­sungs­an­sät­ze da­für, die­se Re­gio­nen für jun­ge Men­schen wie­der at­trak­ti­ver zu ma­chen, weist man im Wart­burg­kreis „über­ge­ord­ne­ten Ebe­nen“zu. So müs­se der Er­werb von Wohn­raum im länd­li­chen Raum durch Fa­mi­li­en un­be­dingt ge­för­dert wer­den.

Gut dran sind die Land­krei­se im Speck­gür­tel der zu­zugs­star­ken Städ­te: Der

Saa­le-Holz­land-Kreis et­wa pro­fi­tiert von der Nä­he zu Je­na. Vie­le jun­ge Paa­re, de­nen ei­ne Woh­nung in Je­na zu teu­er und die Stadt viel­leicht auch zu laut und zu quir­lig ist, ent­schei­den sich ge­ra­de in der Pha­se der Fa­mi­li­en­grün­dung lie­ber für das Um­land.

Das hat frei­lich auch zur Fol­ge, dass vie­le Be­schäf­tig­te zur Ar­beit pen­deln: Er­werbs­tä­ti­ge aus dem Saa­le-Holz­land-Kreis und aus dem Wei­ma­rer Land gel­ten als die mo­bils­ten im Frei­staat.

Im Land­kreis Son­ne­berg will man zwar den Be­völ­ke­rungs­schwund nach 1990 nicht schön­re­den. Doch da vie­le ExSon­ne­ber­ger in der Re­gi­on ge­blie­ben sind und jetzt in Co­burg, Kro­nach oder Lich­ten­fels le­ben, ge­nös­sen sie in­di­rekt noch die Da­seins­für­sor­ge durch ih­ren Hei­mat-Kreis. (gö)

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