Mos­kau weist deut­sche Di­plo­ma­ten aus

Russ­land be­stellt im Skri­pal-Streit 23 Bot­schaf­ter ein. Maas: Wir sind zum Dia­log be­reit

Thüringische Landeszeitung (Erfurt) - - POLITIK -

MOS­KAU/BER­LIN. Russ­land weist im Streit mit dem Wes­ten we­gen des ver­gif­te­ten Ex-Agen­ten Ser­gej Skri­pal auch vier An­ge­hö­ri­ge der deut­schen Bot­schaft aus. Das teil­te das Aus­wär­ti­ge Amt in Ber­lin am Frei­tag mit. Der deut­sche Bot­schaf­ter Rü­di­ger von Fritsch wur­de ein­be­stellt und nahm Mos­kaus ta­ge­lang er­war­te­te Ant­wort auf die Aus­wei­sung von vier rus­si­schen Di­plo­ma­ten ent­ge­gen. Auch 22 wei­te­re eu­ro­päi­sche Bot­schaf­ter wur­den ein­be­stellt und die Aus­wei­sung ih­rer Di­plo­ma­ten ver­kün­det.

Be­reits am Don­ners­tag­abend hat­te Russ­land die Aus­wei­sung von 60 US-Di­plo­ma­ten so­wie die Schlie­ßung des US-Ge­ne­ral­kon­su­lats in St. Pe­ters­burg an­ge­kün­digt. Da­mit re­agier­te Mos­kau auf die Ent­schei­dung von rund 25 Staa­ten so­wie der Na­to, mehr als 140 rus­si­sche Di­plo­ma­ten des Lan­des zu ver­wei­sen. Auch Deutsch­land hat­te vier Rus­sen zu un­er­wünsch­ten Per­so­nen er­klärt.

Die Nach­richt aus Mos­kau sei nicht über­ra­schend ge­kom­men, sag­te Bun­des­au­ßen­mi­nis­ter Hei­ko Maas. „Wir hat­ten die Ent­schei­dung zur Aus­wei­sung der rus­si­schen Di­plo­ma­ten nicht leicht­fer­tig ge­trof­fen. Un­se­re Re­ak­ti­on im Fall Skri­pal war als po­li­ti­sches Si­gnal not­wen­dig und an­ge­mes­sen.“Den­noch be­ton­te er: „Auch in der ak­tu­el­len La­ge blei­ben wir zu ei­nem Dia­log mit Russ­land be­reit und wer­den für die eu­ro­päi­sche Si­cher­heit und ei­ne kon­struk­ti­ve Zu­kunft der Be­zie­hun­gen zwi­schen un­se­ren Län­dern ar­bei­ten.“

Der Schlag­ab­tausch ist Teil des Kon­flikts um den ver­gif­te­ten Ex-Dop­pel­agen­ten Skri­pal und des­sen Toch­ter Ju­lia in Groß­bri­tan­ni­en. Die bei­den wur­den am 4. März in der bri­ti­schen Kle­in­stadt Sa­lis­bu­ry be­wusst­los auf ei­ner Park­bank ent­deckt. Groß­bri­tan­ni­en macht Russ­land da­für ver­ant­wort­lich, weil an­geb­lich der zu So­wjet­zei­ten ent­wi­ckel­te che­mi­sche Kampf­stoff No­wit­schok ein­ge­setzt wur­de. Mos­kau weist die­se An­schul­di­gun­gen zu­rück.

Skri­pals Toch­ter geht es nach Kli­nik­an­ga­ben in­zwi­schen deut­lich bes­ser. Skri­pal selbst sei in ei­nem kri­ti­schen, aber sta­bi­len Zu­stand. Die Er­mitt­ler ge­hen da­von aus, dass Va­ter und Toch­ter an ih­rer ei­ge­nen Haus­tür in Sa­lis­bu­ry mit dem Gift in Kon­takt ka­men. Es soll nach ei­nem Be­richt des bri­ti­schen Sen­ders BBC an der Tür­klin­ke auf­ge­bracht wor­den sein. Ei­ni­ge Nach­barn, Post­bo­ten und die ers­ten Er­mitt­ler am Tat­ort ste­hen auch un­ter Be­ob­ach­tung, da auch sie mit dem Gift in Kon­takt ge­kom­men sein könn­ten, wie die Zei­tung „The Te­le­graph“be­rich­te­te. (dpa/rtr)

Fo­to: rtr

Rü­di­ger von Fritsch.

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