Mo­na­te der Un­ge­wiss­heit sind vor­bei

Mit Stattstrand, Klez­mer­Klub und Pu­b­lic Viewing hat das Team des Zug­ha­fen­Kul­tur­bahn­hofs um An­die Welskop vol­les Pro­gramm

Thüringische Landeszeitung (Erfurt) - - ERFURT - VON FRANK KAR­MEY­ER ● Wer im Zug­ha­fen an dem Bau.Kultur.Fes­ti­val mit­wir­ken will, kann sich per E-Mail an die Adres­se bkf@zug­ha­fen.de da­zu an­mel­den.

ER­FURT. Auf dem Weg zum Kul­tur­bahn­hof ist der Er­fur­ter Zug­ha­fen ei­nen gro­ßen Schritt wei­ter. Nach Mo­na­ten mit un­si­che­rer Zu­kunft kann nun dort wie­der an neu­en Ide­en ge­feilt wer­den. Dabei geht es um ei­nen „Stattstrand“, um Pu­b­lic Viewing zur Fuß­ball-WM und ein bun­tes Pro­gramm in „Hal­le Sechs“, das von den Bach­wo­chen über Pop- und Jazz­kon­zer­te so­wie Märk­te bis zu Mo­den­schau­en reicht, wie An­die Welskop als Chef des Zug­ha­fens an­kün­digt.

Der Be­schluss des Stadt­rats auf CDU-An­trag, mit dem der Ober­bür­ger­meis­ter be­auf­tragt wur­de, die Ge­bäu­de des al­ten Gü­ter­bahn­hofs, der un­ter „Zug­ha­fen“fir­miert, in städ­ti­sches Ei­gen­tum zu über­füh­ren, hat Welskop ei­nen mas­si­ven Stein vom Her­zen fal­len las­sen. Der Ei­gen­tü­mer­wech­sel soll nun mit ei­ner Ab­sichts­er­klä­rung be­sie­gelt wer­den: Am 19. April wer­den da­zu Kul­tur­mi­nis­ter Ben­ja­min Hoff und Ober­bür­ger­meis­ter Andre­as Bau­se­wein im Zug­ha­fen er­war­tet.

In­halt der Ab­sichts­er­klä­rung ist: Die Stadt Er­furt kauft die Flä­che von der Bahn als Zwi­schen­käu­fer. Spä­ter soll die Flä­che dann an die Un­ter­neh­men und Ge­wer­be­trei­ben­den oder Di­enst­leis­ter al­ler Art zu­rück­ver­kauft wer­den. Ei­gent­lich hat­te die LEG als Ent­wick­le­rin der ICE-Ci­ty den al­ten Gü­ter­bahn­hof über­neh­men wol­len, doch die­se Ver­hand­lun­gen wa­ren ins Sto­cken ge­ra­ten – Wo­chen der Un­si­cher­heit bei den Zug­ha­fen­ak­teu­ren wa­ren die Fol­ge. Mit dem Er­geb­nis, dass ei­ni­ge Mie­ter sich an­de­re, zu­kunfts­si­che­re­re Krea­tiv­or­te ge­sucht ha­ben. In­zwi­schen aber, so freut sich Welskop, ist der Zug­ha­fen wie­der kom­plett aus­ge­bucht, kei­nes der Bü­ros mehr un­be­legt. Oh­ne­hin: Das ein­zig Ste­ti­ge im Zug­ha­fen sei der Wech­sel, wie er mit ei­nem Schmun­zeln sagt.

Die Un­si­cher­heit der letz­ten zwei Jah­re ha­be nie­man­den da­von ab­ge­hal­ten Kre­di­te auf­zu­neh­men, Un­ter­neh­men auf­zu­bau­en, Star­tups zu grün­den, Flä­chen und Räu­me um­zu­bau­en oder ein­fach in Pro­duk­ti­ons­stät­ten zu in­ves­tie­ren, weiß Welskop von der Aus­strah­lung „sei­nes“Zug­ha­fens, auf­ge­baut na­he­zu gänz­lich oh­ne öf­fent­li­che För­de­run­gen. Dass seit Ju­ni end­lich auch die Um­nut­zung des Ge­län­des of­fi­zi­ell ge­neh­migt ist, war da ein wich­ti­ger Baustein.

Un­tä­tig war das Zug­ha­fenTeam in der Zwi­schen­zeit ge­wiss nicht: Die Hal­le Sechs wur­de her­ge­rich­tet, um ei­ne Ba­sis­aus­stat­tung für Ver­an­stal­tun­gen jed­we­der Art zu bie­ten: Brand­schutz­an­for­de­run­gen sind jetzt nach al­len Re­geln er­füllt, Strom­lei­tun­gen wur­den neu ver­legt, al­te Steck­do­sen und Ka­bel be­sei­tigt, ei­ne Laut­spre­cher­an­la­ge un­term Hal­len­dach ein­ge­baut. „Al­les ha­ben wir selbst ge­macht“, sagt Welskop stolz auf sein Team.

„Mit Hil­fe von För­de­rern, Un­ter­stüt­zern, Freun­den und in Zu­sam­men­ar­beit mit den Mie­tern des Zug­ha­fen-Ge­län­des wer­den wir ei­nen Stattstrand bau­en und er­öff­nen“, kün­digt An­die Welskop an. Dort wer­de es dann Pu­b­lic Viewing zur Fuß­ball-WM ge­ben, aber auch Le­sun­gen, Klein­kunst, Thea­ter und mehr, das Be­su­cher von ei­ner Holz­tri­bü­ne aus oder auf den Stu­fen er­le­ben kön­nen, die vor die al­ten La­de­ram­pen ge­baut wer­den sol­len.

Ein Pro­jekt mit lan­ger Wir­kung soll dabei das „Bau.Kultur.Fes­ti­val“ vom 3. bis 10. Mai wer­den. Bau­hel­fer, In­ter­es­sier­te, Mit­ma­cher und An­woh­ner wer­den mit der Ar­chi­tek­ten­ge­mein­schaft „OnOff“aus Ber­lin in meh­re­ren Work­shops an der Tri­bü­nen­land­schaft bau­en, die dann dau­er­haft als ei­ne Art Am­phi­thea­ter am Zug­ha­fen ver­blei­ben wird.

In der Hal­le Sechs fin­den ei­ni­ge Hun­dert Men­schen Platz – sei es bei Kon­zer­ten oder Fir­men­ver­an­stal­tun­gen. Der vor­ge­la­ger­te Stattstrand – Er­öff­nung am 13. Mai – wird dabei be­wirt­schaf­tet von der Hei­mat­ha­fen Brauma­nu­fak­tur in Ko­ope­ra­ti­on mit dem Zug­ha­fen Kul­tur­bahn­hof.

Hin­zu kommt als wei­te­re Neue­rung au­ßer­dem ein klei­nes Klub-For­mat, das mit ei­ner Jam­Ses­si­on am 19. April er­öff­net wer­den soll und zwei Ta­ge spä­ter mit ei­ner neu­en Rei­he na­mens „Klez Klub“an den Start geht. Tan­zen, Mu­sik­ma­chen und Klez­mer ste­hen dabei für das Pro­gramm.

Vom 13. bis 15. April ist der Zug­ha­fen ein Kon­zer­t­ort der Bach­wo­chen, am 17. April spielt Kat Fran­kie in Hal­le Sechs, am 19. April fei­ert der Zug­ha­fen sei­nen 16. Ge­burts­tag und schließ­lich sich selbst.

Auch für die Mo­den­schau mit Gna­den­los Schick aus Wei­mar am 21. April gibt es be­reits Kar­ten. Hand­werk für die gan­ze Fa­mi­lie er­leb­bar ma­chen soll der „Hand­werk­ha­fen“am 12. Mai, wenn sich Ge­wer­ke auf dem Ge­län­de vor­stel­len und um Nach­wuchs wer­ben. Und es gibt ei­ne Rei­he wei­te­rer Kul­tur­ter­mi­ne für Hal­le Sechs, die be­reits jetzt im Ver­an­stal­tungs­ka­len­der ge­lan­det sind.

Aus Ide­en wird am Zug­ha­fen Wirk­lich­keit: In Form von Holz­tri­bü­nen, ei­nem Stattstrand und ei­ner Adres­se für Fuß­ball­fans zum Pu­b­lic Viewing geht es ei­nen Schritt wei­ter in Rich­tung Zu­kunft als Kul­tur­bahn­hof. Fo­tos/Gra­fi­ken: Zug­ha­fen

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