Buon gior­no statt Wie enn

De­nis Kö­nig zieht sich nach zehn Jah­ren aus dem Hop­fen­berg zu­rück und über­gibt das Re­stau­rant an Gi­u­sep­pe Gior­gi

Thüringische Landeszeitung (Erfurt) - - ERFURT - VON MICHA­EL KEL­LER

ER­FURT. Al­les ist be­reits auf Bel­la Ita­lia um­ge­stellt – die Kar­te, die Ge­trän­ke, die Spra­che des Chefs. Im Hop­fen­berg hat sich in den letz­ten Ta­gen weit­ge­hend un­be­merkt ein Wech­sel voll­zo­gen. De­nis Kö­nig, der das Tra­di­ti­ons­re­stau­rant, des­sen ers­te Wur­zeln auf 1866 da­tiert sind – da­mals al­ler­dings noch als ei­ne Art Bret­ter­ba­ra­cke –, zehn Jah­re lang führ­te, zieht sich zu­rück. Auf die Stie­fel­burg, die er 2013 über­nom­men hat­te.

„Bei je­dem nur 50 Pro­zent ge­ben, das geht nicht“, be­grün­det er den Schritt. „Man muss stän­dig hin­ter­her sein und gu­tes deut­sches Per­so­nal zu krie­gen, sei na­he­zu un­mög­lich“, fügt er an. Da­her die­se per­sön­li­che Ent­schei­dung, um Stress und Druck et­was zu mi­ni­mie­ren. Kö­nigs Fo­kus liegt jetzt nur noch in der Fort­ent­wick­lung der Stie­fel­burg als Re­stau­rant und Her­ber­ge.

Der 46-Jäh­ri­ge hat aber, wie er ver­si­chert, ei­nen min­des­tens ge­nau­so gu­ten Nach­fol­ger ge­fun­den – Gi­u­sep­pe Gior­gi. Der ist nur ein Jahr jün­ger als Kö­nig, kennt aber Er­furt schon wie sei­ne Wes­ten­ta­sche. Von 1997 bis 2003 be­wirt­schaf­te­te er das La Grap­pa in der Schuh­gas­se am Fisch­markt. Die letz­ten Jah­re hat Gior­gi in Sü­d­eu­ro­pa Ku­li­na­ri­sches für sei­ne Gäs­te pro­du­ziert – in Rom und in Lis­s­a­bon. Durch ei­nen Zu­fall ka­men er und De­nis Kö­nig zu­sam­men. Für den Ita­lie­ner war schnell klar, dass er wie­der in Thü­rin­gens Lan­des­haupt­stadt ein Re­stau­rant be­trei­ben wird. „Ich lie­be Er­furt“, ko­ket­tiert er mit dem ty­pisch ita­lie­ni­schem Charme.

Seit dem 1. März läuft im Hop­fen­berg, der sei­nen Na­men be­hal­ten wird, die Um­stel­lung von „Wie enn“auf „Buon gior­no“. Ein Piz­zao­fen wur­de zum Bei­spiel ein­ge­baut. Gior­gi schwört dar­auf, dass sei­ne Piz­za die bes­te sei, weil er dem He­fe­teig 72 St­un­den Ru­he gön­ne. Da­nach sei er leicht und be­kömm­lich, so sein Re­zept.

Die Kar­te weist ne­ben der Piz­za aber auch all das aus, wo­für die ita­lie­ni­sche Kü­che so ge­liebt wird. Es wer­de je­doch auch die ty­pi­schen deut­schen Klas­si­ker – Rou­la­de, Schnit­zel und an­de­res – ge­ben, ver­spricht der Gas­tro­nom, des­sen Eta­blis­se­ment ins­ge­samt 180 Gäs­ten Platz bie­tet.

Der Bier­gar­ten bleibt, die Sky­Bar auch. „Wir sind voll WM­taug­lich“, sagt der neue Hop­fen­berg-Chef, der sechs ita­lie­ni­sche Kö­che und zwölf Ser­vier­kräf­te be­schäf­tigt, gern aber noch mehr gu­tes Per­so­nal ein­stel­len wür­de.

Ge­öff­net hat der Hop­fen­berg, der den of­fi­zi­el­len Neu­start am 1. April erst ei­ne Wo­che spä­ter, am 7. April, mit ei­ner Er­öff­nungs­par­ty fei­ert, sie­ben Ta­ge die Wo­che von 11 bis 23 Uhr.

Prost und Sa­lu­te! Wech­sel auf dem Hop­fen­berg von De­nis Kö­nig (rechts) auf Gi­u­sep­pe Gior­gi. Fo­to: Micha­el Kel­ler

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