Ju­gend­stra­fe ver­kürzt

Er­fur­ter Land­ge­richt kor­ri­giert Mor­dur­teil

Thüringische Landeszeitung (Erfurt) - - THÜRINGEN -

ERFURT. Mehr als drei Jah­re nach ei­nem Mord an ei­ner ent­le­ge­nen Stel­le im Thü­rin­ger Wald hat das Land­ge­richt Erfurt das Straf­maß für ei­nen der bei­den An­ge­klag­ten re­du­ziert. Der An­fang 20-Jäh­ri­ge wurde nicht we­gen Mor­des und Brand­stif­tung, son­dern nur noch we­gen Bei­hil­fe ver­ur­teilt und be­kam ei­ne Ju­gend­stra­fe von sieben Jah­ren, sag­te ein Ge­richts­spre­cher. Im ver­gan­gen Jahr war er noch zu acht Jah­ren und sechs Mo­na­ten Haft ver­ur­teilt wor­den. Die le­bens­lan­ge Haft­stra­fe we­gen Mor­des und Brand­stif­tung ge­gen ei­nen zwei­ten, da­mals 54 Jah­re al­ten An­ge­klag­ten be­stä­tig­te das Land­ge­richt hin­ge­gen.

Der Fall wurde am Frei­tag er­neut ent­schie­den, nach­dem der Bun­des­ge­richts­hof das ers­te Ur­teil des Land­ge­richts Erfurt von 2017 auf­ge­ho­ben hat­te. Die Bun­des­rich­ter ver­lang­ten, dass über das Straf­maß noch­mals ver­han­delt wird. Bei dem jün­ge­ren Tä­ter ver­trat der BGH die Rechts­auf­fas­sung, dass le­dig­lich Bei­hil­fe zum Mord und nicht Mit­tä­ter­schaft vor­lie­ge. Bei dem äl­te­ren ging es auch um die An­rech­nung ei­ner sechs­mo­na­ti­gen Un­ter­su­chungs­haft in Chi­le.

Nach sei­nen An­ga­ben ist das Ur­teil für den äl­te­ren An­ge­klag­ten rechts­kräf­tig, für den jün­ge­ren nicht. Er ha­be da­mit die Mög­lich­keit der Re­vi­si­on.

Die Män­ner hat­ten 2015 ei­nen Be­kann­ten in ei­nen Wald im Kehl­tal zwi­schen Grä­fen­ro­da und Gehl­berg im Ilm-Kreis ge­lockt. Der Äl­te­re, ein ehe­ma­li­ger Leh­rer, er­schlug den Mann nach Auf­fas­sung des Ge­richts und steck­te sein Au­to an.

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