Feu­er­wehr übt Ein­satz nach Brand in La­ger für Pflan­zen­schutz­mit­tel

Amts­lei­ter To­bi­as Bau­er: „Un­fäl­le mit ge­fähr­li­chen Stof­fen und Gü­tern bie­te höchs­te Her­aus­for­de­rung für Ein­satz­kräf­te“

Thüringische Landeszeitung (Erfurt) - - ERFURT - VON AN­JA DE­ROW­SKI ● Fo­tos von der Übung: www.thue­rin­ger­all­ge­mei­ne.de/erfurt

ERFURT. Zwei Män­ner sind ges­tern bei ei­nem Brand in der La­ger­hal­le ei­nes Groß­händ­ler für Dün­ge­mit­tel, Pflan­zen­schutz­mit­tel und Saat­gut schwer ver­letzt wor­den – theo­re­tisch.

Die Alar­mie­rung aus dem Ge­wer­be­ge­biet Sul­zer Sied­lung kam ge­gen 9.30 Uhr – ei­ne Übungs­alar­mie­rung, wie die Feu­er­wehr­ka­me­ra­den erst vor Ort er­fuh­ren. Als Übungs­sze­na­rio wurde ein tech­ni­scher De­fekt in der Elek­tro­ver­tei­lung ei­ner La­ger­hal­le an­ge­nom­men. In­fol­ge ei­nes Kurz­schlus­ses wurde ge­la­ger­tes Ma­te­ri­al in Brand ge­setzt und es kam zu ei­ner ra­san­ten Feu­er­aus­brei­tung im ge­sam­ten La­ger­be­reich. Der Brand war durch ei­ne weit­hin sicht­ba­re Rauch­gas­wol­ke im ge­sam­ten Stadt­ge­biet sicht­bar. Zwei Mit­ar­bei­ter, wel­che mit trag­ba­ren Hand­feu­er­lö­schern ei­ne Erst­brand­be­kämp­fung durch­führ­ten, wur­den ver­misst.

Die­se theo­re­ti­sche An­nah­me galt als Hin­ter­grund für den Ein­satz. „Die ver­letz­ten Per­so­nen hat­ten das Pflan­zen­schutz­mit­tel ein­ge­at­met, sie wur­den ver­sorgt und theo­re­tisch in die Kli­nik ge­bracht“, sagt To­bi­as Bau­er, Lei­ter des Am­tes für Brand- und Ka­ta­stro­phen­schutz. Ne­ben dem Ret­ten der ver­miss­ten und ver­letz­ten Per­so­nen galt es, zu lö­schen und die Rauch­gas­aus­brei­tung kon­trol­lie­ren und Mes­sung der Gas­kon­zen­tra­ti­on im Um­feld durch­zu­füh­ren. „Wir be­ka­men Un­ter­stüt­zung von der Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr Elxleben, sie war mit ih­rem Er­kun­dungs­wa­gen im Um­feld der Fir­ma un­ter­wegs, um mög­li­che Ge­fahr­stof­fe zu mes­sen“, er­klärt To­bi­as Bau­er. Er be­tont, dass die­se Übung nicht an­ge­kün­digt wor­den war und man da­her da­von aus­ging, dass aus den Be­rei­chen der Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr nicht al­le Ka­me­ra­den ab­ruf­bar sein konn­ten. So küm­mer­ten sich um die De­kon­ta­mi­na­ti­ons­stre­cke nicht nur in be­währ­ter Ma­nier Dit­telstedt und Il­vers­ge­ho­fen, son­dern auch die Ein­satz­kräf­te von Stot­tern­heim und Mit­tel­hau­sen.

Ins­ge­samt wa­ren 64 Ka­me­ra­den (Be­rufs­feu­er­wehr und Frei­wil­li­ge Weh­ren) mit 21 Fahr­zeu­gen vor Ort. „Bei sol­chen Scha­dens­la­gen wird viel Tech­nik be­nö­tigt, die Au­tos er­fül­len un­ter­schied­li­che spe­zi­el­le Auf­ga­ben“, sagt To­bi­as Bau­er.

Er steht ne­ben Uwe Schröder, dem Stand­ort­ver­ant­wort­li­chen der Fir­ma Bei­se­len. Hier ar­bei­ten 14 An­ge­stell­te. Kun­den sind Agrar­händ­ler und Land­wir­te. Bei­se­len be­treibt den Han­del mit land­wirt­schaft­li­chen Be­triebs­mit­teln und Er­zeug­nis­sen. „Wir un­ter­lie­gen den Be­stim­mun­gen der Stör­fall­ver­ord­nung“, sagt Uwe Schröder. Not­fall­plä­ne müs­sen vor­lie­gen, im Scha­den­fall be­ste­hen gro­ße Ge­fah­ren auch au­ßer­halb des Ge­län­des. Re­gel­mä­ßi­ge Übun­gen mit der Feu­er­wehr sind Pflicht. Bei­de Sei­ten pro­fi­tie­ren von sol­chen Übun­gen.

Wäh­rend To­bi­as Bau­er und Uwe Schröder mit­ein­an­der spre­chen, kommt der Ein­satz­lei­ter Ste­fan Ul­rich hin­zu und fragt zu De­tails des Pflan­zen­schutz­mit­tels und wo sich der Lüf­tungs­schal­ter be­fin­det. Die Kom­mu­ni­ka­ti­on un­ter­ein­an­der ist zwin­gend not­wen­dig. Im Wa­gen des Ein­satz­leit­diens­tes, der auch die Ver­bin­dung zwi­schen Ein­satz­lei­ter und Ret­tungs­leit­stel­le hält, wird der­weil her­aus­ge­fun­den, um wel­ches Pflan­zen­schutz­mit­tel es sich ex­akt han­delt. Mit Hil­fe der so­ge­nann­ten UN-Num­mer, die in das Sys­tem ein­ge­ge­ben wird, er­fährt die Feu­er­wehr al­les über das Mit­tel, wie es re­agiert, wel­che Ge­fah­ren da­von aus­ge­hen und wie bei Kon­takt zu han­deln ist. „Das ers­te Fa­zit über die Ein­satz­übung ist po­si­tiv“, sagt To­bi­as Bau­er. Ei­ne de­tail­lier­te Aus­wer­tung auch mit Blick auf die in­ter­nen Fir­men­not­fall­plä­ne er­fol­ge noch.

Auch das Ver­sor­gen ver­letz­ter Per­so­nen war Teil der Übung. Fo­tos: An­ja De­row­ski

Ins­ge­samt wa­ren  Ein­satz­kräf­te vor Ort. Frei­wil­li­ge und Be­rufs­feu­er­wehr ar­bei­te­ten Hand in Hand.

Die De­kon­ta­mi­na­ti­ons­stre­cke wurde von den Frei­wil­li­gen Weh­ren Il­vers­ge­ho­fen und Dit­telstedt auf­ge­baut.

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