Em­si­ges Trei­ben im Mär­chen­wald

Am lan­gen Pfingst­wo­chen­en­de wird wie­der auf vie­le Be­su­cher ge­höfft, die sich an den Mär­chen­bil­dern er­freu­en

Thüringische Landeszeitung (Gera) - - AUS DER REGION - VON MAR­CEL HIL­BERT

WÜN­SCHEN­DORF. Sie sä­gen, häm­mern, dre­hen Run­den im Ka­rus­sell oder schau­keln den Kin­der­wa­gen – egal, ob ih­nen je­mand da­bei zu­sieht. Am Don­ners­tag­vor­mit­tag sind sie weit­ge­hend un­ter sich, die klei­nen Fi­gu­ren im Wün­schen­dor­fer Mär­chen­wald. Die Luft ist frisch und das Grün satt nach den Re­gen­schau­ern des Vor­ta­ges, Vö­gel zwit­schern um die Wet­te und in die Ge­räu­sche der Mi­ni-Ku­lis­sen mischt sich das Plät­schern des Kam­nitz­ba­ches – der Mo­tor der de­tail­ver­lieb­ten Was­ser­spie­le des Mär­chen­wal­des.

Der Re­gen kam si­cher nicht un­ge­le­gen nach den zu­letzt sehr tro­cke­nen Ta­gen, auch wenn der Bach bis zu­letzt ge­nug Was­ser ge­führt hat­te, um die Mär­chen­und Hand­werks­bil­der an­zu­trei­ben, wie Tho­mas Wink­ler er­zählt. „Es ist aber tat­säch­lich so, dass der Bach nicht im­mer Was­ser führt nach län­ge­ren Tro­cken­pe­ri­oden“, sagt der Mann vom Bau­amt der VG Wün­schen­dorf: „Das sind Ge­ge­ben­hei­ten, mit de­nen man le­ben muss.“Lan­ge Tro­cken­heit und da­durch ste­hen­de Bil­der, so­wie Stark­re­gen, der Schä­den an den Sze­ne­ri­en ver­ur­sa­chen kann, sind die bei­den Wet­ter­be­din­gun­gen, auf die man im Mär­chen­wald gern ver­zich­ten wür­de.

Die Ru­he und Idyl­le am Don­ners­tag­vor­mit­tag , in der die klei­nen Män­ner, Frau­en und Kin­der un­be­irrt ih­rem Tag­werk nach­ge­hen, wirkt wie die Ru­he vor dem Sturm. Oder bes­ser An­sturm. Mit ei­nem sol­chen wird aus der Er­fah­rung her­aus durch­aus am Pfingst­wo­chen­en­de ge­rech­net. „Wenn das Wetter passt, ist hier zu Pfings­ten viel los“, sagt Bär­bel Kloust, In­ha­be­rin der Mär­chen­wald­bau­de. Die Gas­tro­no­mie am Fu­ße des Mär­chen­wal­des ha­be na­tür­lich an den Fei­er­ta­gen of­fen, auch am Mon­tag, der im Nor­mal­fall Ru­he­tag ist. Und es ge­be auch noch Ti­sche an bei­den Fei­er­ta­gen, sagt sie.

Auch Tho­mas Wink­ler rech­net mit vie­len Aus­flüg­lern am ver­län­ger­ten Wo­che­n­en­de. Bei gu­tem Wetter kom­men zu Pfings­ten si­cher ein paar Tau­send Be­su­cher“, sagt Wink­ler. Ge­nau zäh­len sei schwie­rig, da der Mär­chen­wald je­der­zeit und oh­ne Ein­tritt zu­gäng­lich ist. Wer dem schö­nen Aus­flugs­ziel trotz­dem et­was Gu­tes tun will, kann an den Ein­gän­gen gern frei­wil­li­ge Spen­den ent­rich­ten. „Dar­über freu­en wir uns, dar­auf sind wir aber auch an­ge­wie­sen“, sagt Tho­mas Wink­ler, der die Chan­ce nutzt, sich bei al­len zu be­dan­ken, die ne­ben der Ge­mein­de mit frei­wil­li­gen Un­ter­stüt­zun­gen den Er­halt und die Pfle­ge des Mär­chen­wal­des si­chern.

Durch ei­nen en­ga­gier­ten Rent­ner wer­de hier täg­lich ge­schaut, ob al­le Bil­der funk­tio­nie­ren, sagt Wink­ler. Der Bau­hof ist am heu­ti­gen Frei­tag noch ein­mal vor Ort um nach dem Rech­ten zu se­hen und zum Bei­spiel den Müll ein­zu­sam­meln. Nichts ma­chen kön­nen die Mit­ar­bei­ter we­gen der gro­ßen Holz­hau­fen ent­lang der Bahn­stre­cke an der Elster. Die stam­men vom Frei­schnei­den der Glei­se, was aber nicht in der Ver­ant­wor­tung der Kom­mu­ne lie­ge. „Wir sind da­mit auch nicht sehr glück­lich“, sagt Wink­ler.

Sei es drum, die We­ge zum und durch den Mär­chen­wald sind frei, das an­ge­kün­dig­te Wetter klingt aus­flugs­taug­lich und die Mär­chen­bil­der lau­fen. Ei­nes spielt so­gar ei­ne be­kann­te Me­lo­die: „Es klap­pert die Müh­le am rau­schen­den Bach.“Pfingst­mon­tag ist wie­der Müh­len­tag. Und auch wenn sich die gro­ßen Müh­len in Wün­schen­dorf in die­sem Jahr nicht an dem Ak­ti­ons­tag be­tei­li­gen, ent­lang des Kam­nitz­ba­ches klap­pern vie­le klei­nen Mühl­rä­der und brin­gen Be­we­gung in die Mär­chen­bil­der. Klipp, klapp.

Un­er­müd­lich wer­keln die Fi­gu­ren der Mär­chen­spie­le und Hand­wer­ker-Bil­der vor sich hin...

...an­ge­trie­ben vom Was­ser des Kam­nitz­ba­ches. Fo­to: Mar­cel Hil­bert

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