Bahn geht ge­gen Flä­chen­ver­kauf an Neo­na­zi vor

Lan­des­re­gie­rung be­glei­tet recht­li­che Schrit­te ge­gen die Ver­stei­ge­rung des Grund­stücks in Süd­thü­rin­gen

Thüringische Landeszeitung (Gera) - - THÜRINGEN -

ERFURT. Die Thü­rin­ger Lan­des­re­gie­rung und die Deut­sche Bahn AG be­rei­ten recht­li­che Schrit­te ge­gen den Ver­kauf ei­nes grö­ße­ren Grund­stücks in Süd­thü­rin­gen an ei­nen be­kann­ten Rechts­ex­tre­mis­ten vor. Laut über­ein­stim­men­den In­for­ma­tio­nen aus Re­gie­rungs­krei­sen wird die Bahn bei den zu­stän­di­gen Ge­rich­ten Be­schwer­de ge­gen das Ge­schäft ein­le­gen.

Zu­vor hat­te das Thü­rin­ger Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um bei der Prü­fung des Ver­kaufs fest­ge­stellt, dass vor der Ver­stei­ge­rung die sechs­wö­chi­ge Aus­schrei­be­frist nicht voll­stän­dig ein­ge­hal­ten wur­de. Die­ser Ver­fah­rens­feh­ler ge­be nun Be­trof­fe­nen Ge­le­gen­heit, da­ge­gen vor­zu­ge­hen, hieß es. Die Deut­sche Bahn AG kön­ne Rech­te gel­tend ma­chen, weil Glei­se der Re­gio­nal­bahn di­rekt an das Grund­stück gren­zen.

Käu­fer der et­wa 3000 Qua­drat­me­ter gro­ßen Flä­che in Klos­ter Veß­ra (Land­kreis Hild­burg­hau­sen) ist der Neo­na­zi und frü­he­re NPD-Funk­tio­när Tom­my Frenck. Das Grund­stück, auf dem sich ei­ne ehe­ma­li­ge Fa­b­ri­kan­ten­vil­la be­fin­det, liegt in der Nä­he des Gast­hau­ses „Gol­de­ner Lö­we“, das von dem Ex­tre­mis­ten seit 2014 be­trie­ben wird.

Frenck war 2017 Mi­t­or­ga­ni­sa­tor des bis­lang bun­des­weit größ­ten Neo­na­zi-Kon­zerts „Rock ge­gen Über­frem­dung“im be­nach­bar­ten The­mar, zu dem 6000 Be­su­cher ka­men. In die­sem Jahr dien­te das Grund­stück am Gast­hof in Veß­ra als Aus­weichort, nach­dem ei­ne Ver­an­stal­tung in Matt­stedt (Land­kreis Wei­ma­rer Land) un­ter­sagt wor­den war.

Frenck hat an­ge­kün­digt, die neu ge­kauf­te Flä­che eben­falls für Kon­zer­te nut­zen zu wol­len. So pass­ten auf das Grund­stück bis zu 3600 Be­su­cher, er­klär­te er. „Soll­te al­so ein­mal die Wie­se in The­mar durch ir­gend­wel­che Ak­tio­nen vom In­nen­mi­nis­ter nicht mehr nutz­bar sein, wird das Gan­ze hier­hin ver­legt“, schrieb er im In­ter­net. In­nen­mi­nis­ter Ge­org Mai­er (SPD) hat­te sich be­reits be­sorgt dar­über ge­zeigt, dass der Kauf der Flä­che Verbote und Auf­la­gen er­schwe­ren könn­te.

Nach TLZ-In­for­ma­tio­nen ist das In­nen­mi­nis­te­ri­um nun fe­der­füh­rend an dem Ver­such be­tei­ligt, den Ver­kauf recht­lich an­zu­fech­ten. Ne­ben der Be­schwer­de durch die Bahn wer­den wei­te­re Mög­lich­kei­ten ge­prüft. Mi­nis­ter Mai­er sag­te auf An­fra­ge, dass er sich zum ge­ge­be­nen Zeit­punkt zu dem ge­sam­ten Vor­gang äu­ßern wer­de. (md)

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