Ein Coup für Ge­ra2025

Pe­ter Baum­gardt soll die Be­wer­bung Ge­ras als Kul­tur­haupt­stadt ma­na­gen. Mit ihm wä­re es Görlitz fast ge­wor­den.

Thüringische Landeszeitung (Gera) - - GERA - VON MAR­CEL HIL­BERT

GE­RA. „Es­sen war der Sie­ger, Görlitz der Ge­win­ner.“So schaut Pe­ter Baum­gardt auf das Ren­nen um die eu­ro­päi­sche Kul­tur­haupt­stadt 2010 zu­rück. Ge­won­nen ha­be Görlitz, weil in dem drei­jäh­ri­gen Be­wer­bungs­ver­fah­ren ei­ni­ges Blei­ben­des ent­stan­den ist, sagt der 59-Jäh­ri­ge, auch wenn die Ruhr­me­tro­po­le letzt­lich ganz knapp das Ren­nen ge­gen die Eu­ro­pa­stadt mach­te. Dass es so knapp wur­de, war ein Ver­dienst Pe­ter Baum­gardts, der als Ge­schäfts­füh­rer und künst­le­ri­scher Lei­ter die Gör­lit­zer Be­wer­bung um die Kul­tur­haupt­stadt-Aus­rich­tung ma­nag­te.

Nun will er es of­fen­bar er­neut wis­sen: Er soll als de­si­gnier­ter Kul­tur­ma­na­ger die Be­wer­bung Ge­ras als eu­ro­päi­sche Kul­tur­haupt­stadt lei­ten. Im neu­en Jahr soll es of­fi­zi­ell los­ge­hen, die ge­dank­li­che Ar­beit hat aber im Grun­de schon be­gon­nen, sag­te er ges­tern bei sei­nem in­zwi­schen drit­ten Be­such in der Stadt im Zu­sam­men­hang mit „Ge­ra2025“. Tho­mas Lau­bert von der gleich­na­mi­gen pri­va­ten Initia­ti­ve, die die Be­wer­bung aus der Bür­ger­schaft her­aus mit viel En­ga­ge­ment und En­thu­si­as­mus vor­an­treibt, freut sich über den er­fah­re­nen Mann für die Auf­ga­be. Die vom Land für die Kul­tur­haupt­stadt-Be­wer­bung ge­för­der­te Initia­ti­ve „Ge­ra2025“ha­be die so un­ter­stütz­te Kul­tur­ma­na­ger-Stel­le aus­ge­schrie­ben und ei­ne Fin­dungs­kom­mis­si­on aus Ver­tre­tern der Initia­ti­ve, der Stadt und aus der Ge­ra­er Kul­tur­sze­ne hat sich aus meh­re­ren Be­wer­bern für Pe­ter Baum­gardt ent­schie­den, er­zählt Lau­bert und be­tont die en­ge Zu­sam­men­ar­beit mit der Stadt­ver­wal­tung, die da­für im Sep­tem­ber mit ei­ner Stadt­rats­mehr­heit aus­ge­stat­tet wur­de. Dass die Stadt und vor al­lem auch das Land die Be­wer­bung Ge­ras un­ter­stüt­zen, freut Baum­gardt, der aber vor al­lem den An­satz ei­ner Be­wer­bung „von un­ten“, al­so aus der Be­völ­ke­rung, in Ge­ra her­vor­hebt. Die Stra­te­gie, wie man die Men­schen vor Ort wei­ter für die Idee begeistern und in den Be­wer­bungs­pro­zess ein­bin­den kann, sieht er als ei­ne we­sent­li­che Auf­ga­be des Kul­tur­ma­na­gers, eben­so, wie das Um­land und die Re­gi­on für die Idee zu ge­win­nen. Bis 30. Ju­ni 2019 will man dem Stadt­rat ein aus­ge­reif­tes Kon­zept vor­le­gen, skiz­ziert Tho­mas Lau­bert den Zeit­plan. Da­vor soll am 1. Fe­bru­ar das Kul­tur­haupt­stadt-Bü­ro er­öff­nen, für das man der­zeit Räu­me sucht. Pe­ter Baum­gardt nutzt auch dies, um so vie­le Ein­drü­cke wie mög­lich aus Ge­ra auf­zu­neh­men. „Ich schaue mir viel an, le­se ei­ne Men­ge über Ge­ra und schrei­be zu­sam­men“, sagt der aus Lü­beck stam­men­de Wahl-Augs­bur­ger. Be­vor er mit Görlitz 2010 fast die Sen­sa­ti­on ge­schafft hät­te, war er un­ter an­de­rem auch mit der künst­le­ri­schen Ge­samt­lei­tung im Deut­schen Pa­vil­lon bei der Welt­aus­stel­lung Ex­po 2000 in Han­no­ver be­traut. Für die Initia­ti­ve Ge­ra2025 kann man si­cher von ei­nem Coup spre­chen. Ei­ner, der die Hoff­nung nährt, dass auch Ge­ra, un­ab­hän­gig vom Aus­gang, mit der Be­wer­bung ge­winnt. Wie Görlitz.

Men­schen begeistern und in den Pro­zess ein­bin­den

Fo­to: Mar­cel Hil­bert

Tho­mas Lau­bert (links) von der Initia­ti­ve Ge­ra und Pe­ter Baum­gardt, der die Kul­tur­haupt­stadt-Be­wer­bung ma­na­gen soll.

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