„Er­heb­li­ches Sank­ti­ons­ri­si­ko“

US-Bot­schaf­ter droht Uni­per und Win­ters­hall we­gen Be­tei­li­gung der Un­ter­neh­men an Ost­see-Pi­pe­line Nord Stream 2

Thüringische Landeszeitung (Gera) - - WIRTSCHAFT -

BER­LIN. Im Streit um die Ost­se­e­pipe­line Nord Stream 2 set­zen die USA deut­sche Un­ter­neh­men wei­ter un­ter Druck. Richard Gren­ell, US-Bot­schaf­ter in Deutschland, droh­te un­ter an­de­rem Uni­per und BASF mit der Toch­ter Win­ters­hall An­fang Ja­nu­ar in ei­nem Brief. „Wir be­to­nen wei­ter­hin, dass sich Fir­men, die sich im rus­si­schen Ener­gie­ex­port-Sek­tor en­ga­gie­ren, an et­was be­tei­li­gen, das mit ei­nem er­heb­li­chen Sank­ti­ons­ri­si­ko ver­bun­den ist“, zi­tier­te die „Bild am Sonn­tag“aus dem Schrei­ben. „Im Er­geb­nis un­ter­gra­ben Fir­men, die den Bau bei­der Pi­pe­lines un­ter­stüt­zen, ak­tiv die Si­cher­heit der Ukrai­ne und Eu­ro­pas.“Ein Be­ob­ach­ter nann­te den Vor­gang „ge­gen je­de di­plo­ma­ti­sche Ge­pflo­gen­heit“.

Nord Stream 2 soll Gas di­rekt von Russ­land über die Ost­see nach Deutschland trans­por­tie­ren. Der Bau der 1200 Ki­lo­me­ter lan­gen Tras­se hat be­reits be­gon­nen, ob­wohl der end­gül­ti­ge Ver­lauf noch nicht fest­steht. Die Pi­pe­line soll grob dem Ver­lauf von Nord Stream fol­gen, die seit No­vem­ber 2011 Gas di­rekt aus Russ­land nach Deutschland lie­fert.

Die USA und die Ukrai­ne, aber auch ei­ni­ge öst­li­che EUStaa­ten wie Po­len wol­len Nord Stream 2 stop­pen. Sie ar­gu­men­tie­ren mit der Be­dro­hung, die von Russ­land aus­ge­he. Für die Ukrai­ne sind Tran­sit­ge­büh­ren für rus­si­sches Gas zu­dem ei­ne wich­ti­ge Ein­nah­me­quel­le.

Die USA dro­hen schon län­ger mit Sank­tio­nen, ha­ben aber bis­her kei­ne ver­hängt. Streng ge­nom­men gel­ten sol­che Sank­tio­nen nur für US-Fir­men. Aus­län­di­sche Un­ter­neh­men, die am Pi­pe­line­bau be­tei­ligt sind und Ge­schäf­te in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten ma­chen, könn­ten aber be­trof­fen sein.

Au­ßen­mi­nis­ter Hei­ko Maas (SPD) wies die schär­fer wer­den­de Kri­tik der US-Re­gie­rung an Nord Stream 2 be­reits ver­gan­ge­ne Wo­che zu­rück. Deutschland neh­me die War­nun­gen ernst. Aber: „Fra­gen der eu­ro­päi­schen Ener­gie­po­li­tik müs­sen in Eu­ro­pa ent­schie­den wer­den, nicht in den USA.“(dpa/art)

Richard Gren­ell, Bot­schaf­ter der USA in Deutschland.

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