Zünf­ti­ges Stadt­fest im Ju­ni zum Ju­bi­lä­um

Neu­jahrs­emp­fang von Tambach-Dietharz. Fu­si­on vor 100 Jah­ren wird ge­fei­ert. In­nen­mi­nis­ter si­chert der Stadt vor­läu­fi­ge Ei­gen­stän­dig­keit zu

Thüringische Landeszeitung (Gotha) - - ERSTE SEITE - Sei­te 

TAMBACH-DIETHARZ. Seit hun­dert Jah­ren zei­gen die Or­te Tambach und Dietharz, wie gut es funk­tio­nie­ren kann, wenn sich zwei Or­te zu­sam­men­tun. Bei der ak­tu­el­len Ge­biets­re­form geht es mit­un­ter kom­pli­zier­ter zu. Das klang in ei­ni­gen Re­den an, die am Wo­che­n­en­de ge­hal­ten wur­den. Bür­ger­meis­ter Mar­co Schütz (par­tei­los) hat­te zum Neu­jahrs­emp­fang ge­la­den, ak­ti­ve Bür­ger im Eh­ren­amt ge­ehrt und be­kam vom Thü­rin­ger In­nen­mi­nis­ter für die Stadt vor­läu­fig ei­ne Ei­gen­stän­dig­keit zu­ge­si­chert. Der Zu­sam­men­schluss vor hun­dert Jah­ren wird im Ju­ni mit ei­nen Fest ge­fei­ert. (red)

TAMBACH-DIETHARZ. Vor 100 Jah­ren ha­ben Tam­ba­cher und Diethar­zer vor­ge­macht, wie Ge­biets­re­form funk­tio­niert. Sie schlos­sen sich auf Dau­er zu­sam­men. Ähn­li­ches ge­stal­tet sich 2019 schwie­ri­ger. Das klang beim Neu­jahrs­emp­fang der Stadt Tambach-Dietharz in den Re­den mehr­fach an.

Wäh­rend das Ju­bi­lä­um die­ses Jahr mit ei­nem Stadt­fest vom 15. bis 23. Ju­ni ge­fei­ert wer­den soll, sei ein Zu­sam­men­schluss mit der Ver­wal­tungs­ge­mein­schaft „Ap­fel­städ­taue“und dem Lei­na­tal in wei­te Fer­ne ge­rückt, sagt Bür­ger­meis­ter Mar­co Schütz (par­tei­los) vor den Gäs­ten im Saal des Bür­ger­hau­ses. Die frü­he­ren Ver­hand­lungs­part­ner hät­ten sich oh­ne Rück­spra­che auf den Weg ge­macht, ei­ne Land­ge­mein­de oh­ne das Gr­und­zen­trum Tambach-Dietharz zu bil­den. Aus Schütz‘ Sicht ver­stößt die­ser Schritt ge­gen das Leit­bild der Lan­des­re­gie­rung.

Falsch nennt er die Be­haup­tung, dass die Ver­hand­lun­gen ge­schei­tert sei­en, weil die Stadt auf den Ver­wal­tungs­sitz be­ste­he. Im Ver­trags­ent­wurf sei vor­ge­se­hen ge­we­sen, den erst auf Schö­nau, Ge­or­gen­thal und Tambach-Dietharz zu ver­tei­len, um dann den Schwer­punkt in Ge­or­gen­thal zu le­gen.

Die Al­ter­na­ti­ve jetzt: Selbst­stän­dig­keit oder Zu­sam­men­schluss mit Floh-Se­li­gen­thal. Schütz be­grün­det letz­te­res mit zahl­rei­chen ge­mein­sa­men Ak­ti­vi­tä­ten, von Berg­see­fest bis Aus­bau des schnel­len In­ter­nets. In­nen­mi­nis­ter Ge­org Mai­er (SPD) er­klärt in sei­nem Gruß­wort, dass er das Schei­tern des Zu­sam­men­ge­hens Rich­tung Ge­or­gen­thal be­daue­re. Bei­fall er­hält sei­ne Be­mer­kung, dass Tambach-Dietharz erst mal al­lein wei­ter be­ste­hen kön­ne. Von den Plä­nen mit Floh-Se­li­gen­thal hält er we­nig. Aber auch da gel­te Frei­wil­lig­keit.

Er kön­ne ei­nem Wech­sel von Tambach-Dietharz in den Land­kreis Schmal­kal­den-Mei­nin­gen nicht gu­ten Ge­wis­sens zu­stim­men, um sich Floh-Se­li­gen­thal an­zu­schlie­ßen, sagt da­zu Land­rat On­no Eckert (SPD). Um­ge­kehrt schon.

Bei den In­ves­ti­tio­nen des zu­rück­lie­gen­den Jah­res er­in­nert Schütz an den ab­ge­schlos­se­nen Aus­bau des Wohn­ge­biets Hög, der Fuchs­berg­stra­ße, am Hop­fen­berg. Der grund­haf­te Aus­bau der Ho­hen War­te wer­de bis En­de die­ses Jah­res ge­hen. In der Stra­ße der Ein­heit soll ein Spiel­platz ent­ste­hen, der Spiel­platz im Kur­park wer­de er­tüch­tigt. Der Stadt­rat ha­be be­schlos­sen, die Stadt­sa­nie­rung bis 2026 zu ver­län­gern.

Be­dau­er­lich sei, dass die Spar­kas­se den Per­so­nal­ser­vice auf Di­ens­tag und Frei­tag be­schränkt ha­be. Trotz­dem sei­en die Stadt­vä­ter froh, dass es noch ei­ne Fi­lia­le im Ort ge­be.

Zu den po­si­ti­ven Schlag­lich­tern zählt die Er­wei­te­rung bei der Fir­ma Ejot, die 2018 ihr 25jäh­ri­ges Be­ste­hen in Tam­bach­Diet­harz be­ging. Ihr 25-Jäh­ri­ges fei­er­te auch die Jahn Gm­bH in Tambach-Dietharz. Mit 650 Be­schäf­tig­ten ha­be sie sich zum größ­ten Ar­beit­ge­ber im Ort ent­wi­ckelt.Er­freu­lich­seiauch,dass sich das Un­ter­neh­men ent­schlos­sen ha­be, den Be­trieb zu er­wei­tern. Die Bau­ar­bei­ten sei­en nicht zu über­se­hen.

Für den ehe­ma­li­gen „Lamm“-Gast­hof ha­be es jetzt ein viel­ver­spre­chen­des Ge­spräch mit dem In­ves­tor ge­ge­ben.

Auf dem ehe­ma­li­gen Glü­soGe­län­de will der Bo­del­schwingh-Hof ei­nen Bio­markt mit Bis­tro, ei­ne in­te­gra­ti­ve Kin­der­ta­ges­stät­te, ein Fa­mi­li­en­zen­trum und Jun­ges Woh­nen er­rich­ten. Das Kon­zept soll in spä­tes­tens fünf Jah­ren um­ge­setzt sein.

Die Über­nach­tungs­zah­len auf nied­ri­gem Ni­veau ver­deut­li­chen, dass die Be­her­ber­gungs­struk­tur sta­gnie­re. Beim Aus­bau der Lan­des­fort­bil­dungs­stät­te für den Tou­ris­mus hofft die Stadt auf ei­nen In­ves­tor. Kon­tra­pro­duk­tiv sei, dass der Was­ser-Ab­was­ser-Zweck­ver­band wie­der Trink­was­ser aus der Al­ten Tam­ba­cher Tal­sper­re gewinnen wol­le. Die­se rü­cke, so Schütz, die tou­ris­ti­sche Nut­zung des Are­als in wei­te Fer­ne.

Da­für könn­te die Ur­sau­ri­erEr­leb­nis­welt Kon­tu­ren er­hal­ten. Nach Jah­ren der Un­ter­bre­chung soll wie­der am Bro­ma­cker nach Fos­si­li­en ge­gra­ben wer­den. Für das Ein­rich­ten ei­ner Ur­sau­ri­erAus­stel­lung in der Lu­ther­kir­che be­dür­fe es aber weiterer An­stren­gun­gen.

Kein Tou­ris­mus an Al­ter Tam­ba­cher Tal­sper­re

FO­TOS (): WIE­LAND FI­SCHER

Für ihr En­ga­ge­ment sind Sieg­fried Wolf, Agla­ja Schmidt, Stef­fen Fuchs, El­ke Noll und Mat­thi­as Mohs (von links) aus Tambach-Dietharz zum Neu­jahrs­emp­fang der Stadt mit der Eh­ren­amts­card des Land­krei­ses aus­ge­zeich­net wor­den.

Werner Pfestorf und Mat­thi­as Lu­ther sind von Land­rat On­no Eckert, Bür­ger­meis­ter Mar­co Schütz so­wie In­nen­mi­nis­ter Ge­org Mai­er (hin­ten von links) ge­ehrt wor­den

Sa­rah Kot­ter­ba (links) und Eli­sa Ja­rosch von der Kreis­mu­sik­schu­le be­geis­ter­ten mit ih­rem Ge­sang.

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