In­ter­net­auf­tritt für Kun­den

Aus­bil­dungs­be­ru­fe: Me­di­en­ge­stal­ter Di­gi­tal und Print ar­bei­ten mit un­ter­schied­li­chen Pro­gram­mier­spra­chen

Thüringische Landeszeitung (Gotha) - - WIRTSCHAFT - VON AD­NAN DUVNJAK

EI­SE­NACH. Mein Name ist Ad­nan Duvnjak, ich bin 23 Jah­re alt und wur­de in Bos­ni­en-Her­ze­go­wi­na ge­bo­ren. Seit nun 8 Jah­ren woh­ne ich in der Wart­burg­stadt Ei­se­nach und hier be­fin­det sich auch mein Aus­bil­dungs­un­ter­neh­men, die Wer­be­agen­tur „Ide­en­wert“.

Bis zum April 2017 be­fand sich un­ser Bü­ro in der Karl­stra­ße, mit­ten in der Stadt. Mitt­ler­wei­le

„Mir ge­fällt der Schritt der Kon­zep­ti­on so­wie die Gestal­tung am meis­ten.“

Ad­nan Duvnjak sind wir in die Lan­gen­sal­za­er Stra­ße, in der Ost­stadt, ge­zo­gen. Bei uns küm­mern sich ins­ge­samt acht Mit­ar­bei­ter um die Be­lan­ge un­se­rer Kun­den in Sa­chen Cor­po­ra­te De­sign, Print­me­di­en, Web­de­sign, Aus­stel­lun­gen & Mes­se­stän­de, Mar­ke­ting, Kon­zep­ti­on und vie­lem mehr.

Auf den Beruf bin ich da­durch ge­kom­men, dass ich auch in mei­ner Frei­zeit gern mit Bild und Vi­deo-Be­ar­bei­tungs­pro­gram­men ge­ar­bei­tet ha­be. Be­vor ich die Aus­bil­dung bei „Ide­en­wert“an­ge­fan­gen ha­be, ha­be ich dort ein Prak­ti­kum, so­wie ei­ne Qua­li­fi­zie­rung ab­ge­schlos­sen, um mich mit den grund­le­gen­den Auf­ga­ben und Fä­hig­kei­ten ei­nes Me­di­en­ge­stal­ters ver­traut zu ma­chen. Kurz ge­fasst braucht man für die Ar­beit ei­nes Me­di­en­ge­stal­ters „nur“ei­nen Com­pu­ter, ei­ne gu­te Idee und ei­ne Tas­se Kaf­fee. Auch wenn die Vor­aus­set­zun­gen ein­fach ge­hal­ten sind, sind die Auf­ga­ben­be­rei­che ei­nes Me­di­en­ge­stal­ters so viel­fäl­tig wie die un­ter­schied­li­chen Me­dien­be­trie­be selbst. Ich per­sön­lich bin in der Web-Ab­tei­lung. Vom Brie­fing, über Gestal­tung, bis hin zur Um­set­zung muss ein Web­de­si­gner al­le Auf­ga­ben­be­rei­che ab­de­cken. Bei Auf­trags­er­tei­lung wird zu­nächst ein Ter­min mit dem Kun­den ver­ein­bart, in wel­chem ge­klärt wird, wo­für die Fir­ma steht, wel­che Ziel­grup­pe an­ge­spro­chen wer­den soll, wie die Web­site wir­ken soll und wel­che Grund­idee sich der Kun­de für den In­ter­net­auf­tritt vor­ge­stellt hat.

Die­sen Ar­beits­ab­schnitt nennt man „Brie­fing“. Dar­auf­hin wird in­tern von uns ein Kon­zept er­stellt, wel­ches das Grund­lay­out der Web­site zeigt. Das Kon­zept ist die Grund­la­ge für ei­nen oder meh­re­re Ent­wür­fe, je nach­dem wie zu­frie­den der Kun­de mit un­se­rem ers­ten Gestal­tungs­vor­schlag ist. Ge­le­gent­lich wer­den bei der Ent­wurfs­pha­se mit dem Kun­den Kom­pro­mis­se be­züg­lich der Gestal­tung ge­schlos­sen. Ei­ne gu­te Gestal­tung ei­ner Web­site ist so­wohl schön an­zu­se­hen, als auch prak­tisch und funk­tio­nal. Nach­dem un­ser Ent­wurf vom Kun­den ab­ge­seg­net wur­de, be­gin­nen wir mit der tech­ni­schen Um­set­zung der In­ter­net­sei­te. Das heißt, dass wir den Qu­ell­code der Web­site ver­fas­sen. Da­für ver­wen­det man un­ter­schied­li­che Pro­gram­mier­spra­chen wie HTML, CSS, Ja­va­script oder PHP – wo­bei HTML und CSS kei­ne „wirk­li­che“Pro­gram­mie­rung ist. Die­se bei­den be­stim­men viel mehr nur das Layout und das Aus­se­hen der Web­site. Auf­wen­di­ge Ani­ma­tio­nen und Events wer­den et­wa mit Ja­va­script er­stellt. Zu gu­ter Letzt über­prü­fen wir die Sei­te samt Co­de und den rich­ti­gen Funk­ti­ons­wei­sen. Wenn nö­tig wird zu­sätz­li­che Zeit in die Feh­ler­be­he­bung in­ves­tiert und schließ­lich wird die Web­site on­li­ne ge­schal­ten.

Mir per­sön­lich ge­fällt der Schritt der Kon­zep­ti­on, so­wie die Gestal­tung am meis­ten. Es ist im­mer wie­der ei­ne neue Her­aus­for­de­rung, auf Ba­sis ei­nes Lo­gos oder auf der Grund­la­ge von Kun­den­ide­en ei­nen ge­sam­ten In­ter­net­auf­tritt zu ge­stal­ten. An­fangs dach­te ich, dass der Beruf des Me­di­en­ge­stal­ters nicht ab­wechs­lungs­reich ge­nug wä­re, doch ganz im Ge­gen­teil, nun kann ich sa­gen, dass es für mich im­mer wie­der et­was Neu­es ist, wenn ei­ne Web­site ge­stal­tet wer­den soll.

Die Mo­ti­va­ti­on für den Beruf kommt von al­lein – denn, wenn man sei­nen ei­ge­nen Ent­wurf on­li­ne im Netz sieht und Dank­sa­gun­gen und Wein­fla­schen von Kun­den er­hält, wird man im­mer wei­ter an­ge­sta­chelt, op­tisch an­spre­chen­de und mo­der­ne Web­sites zu er­stel­len. Doch die Mo­ti­va­ti­on kann nur da sein, wenn man sich nicht stres­sen und un­ter Druck set­zen lässt. Zeit­druck ist wohl der größ­te Feind ei­nes Gestal­ters, denn er­zwun­gen ent­wor­fe­ne Pro­duk­te wer­den in der Re­gel nicht op­ti­mal. Es hilft, wenn man Pro­jek­te nicht als Gan­zes sieht, son­dern die Auf­ga­ben Schritt für Schritt an­geht. Trotz Zeit­druck soll­te ein Me­di­en­ge­stal­ter pro­bie­ren Ru­he zu be­wah­ren, denn Un­ru­he hilft we­der dem Kun­den, noch dem End­pro­dukt, noch ei­nem selbst.

FO­TO: BERND JENTSCH

Ad­nan Duvnjak macht die Aus­bil­dung zum „Me­di­en­ge­stal­ter Di­gi­tal und Print“bei der Agen­tur „Ide­en­wert“in Ei­se­nach. Dort hat er zu­vor ein Prak­ti­kum ab­ge­schlos­sen, um sich mit den Auf­ga­ben des Be­ru­fes ver­traut zu ma­chen.

Prof. Ge­rald Grus­ser, Haupt­ge­schäfts­füh­rer der IHK Er­furt

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