AfD und NPD fech­ten Wah­len an

Ört­li­che Aus­schüs­se müs­sen ent­schei­den

Thüringische Landeszeitung (Jena) - - THÜRINGEN - VON FA­BI­AN KLAUS

WEI­MAR. Nicht mal ei­ne Hand voll Wahl­an­fech­tun­gen sind beim Lan­des­ver­wal­tungs­amt in Wei­mar ak­ten­kun­dig. Le­dig­lich die Ur­nen­gän­ge zur Land­rats­wahl im Eichs­feld, in Schmal­kal­den-Mei­nin­gen so­wie die in Son­ne­berg zur Land­rats­wahl not­wen­di­ge Stich­wahl wer­den an­ge­foch­ten. Nur ei­ne An­fech­tung geht auf die AfD zu­rück.

An­ge­kün­digt hat­te die AfD im März, dass sie ge­gen al­le Wah­len vor­ge­hen wol­le. Vier Wo­chen spä­ter stell­te der Lan­des­ver­band fest, es könn­ten nur An­fech­tun­gen durch die AfD dort er­fol­gen, wo es ein be­rech­tig­tes Klar­stel­lungs­in­ter­es­se ge­be – und das sei nur in den Kom­mu­nen ge­ge­ben, in de­nen die AfD auch ei­ge­ne Kan­di­da­ten stell­te, die nicht den Kür­ze­ren zo­gen. Das war nur im Al­ten­bur­ger Land der Fall, wo es den­noch kei­ne An­fech­tung gibt, und im Land­kreis Son­ne­berg.

Ur­sprüng­lich woll­te die AfD ge­gen al­le Wah­len vor­ge­hen, weil erst­mals 16- und 17-Jäh­ri­ge zur Ur­ne ge­hen durf­ten. Den gro­ßen An­kün­di­gun­gen ist nichts ge­folgt. „Soll­te der Thü­rin­ger Ver­fas­sungs­ge­richts­hof der AfD-Frak­ti­on im Thü­rin­ger Land­tag in ih­rer oben ge­nann­ten Auf­fas­sung bei­pflich­ten, wird bei be­son­ders knap­pen Wah­len nun nicht mehr fest­zu­stel­len sein, ob die Er­geb­nis­se auch so aus­sä­hen, wenn 16- und 17-Jäh­ri­ge nicht hät­ten mit­wäh­len dür­fen“, so Bra­ga. Den­noch ha­be man ver­hin­dern wol­len, dass „ei­ne wei­test­ge­hend sinn­lo­se Be­las­tung der Rechts­auf­sichts­be­hör­de“durch die AfD er­fol­ge.

So bleibt le­dig­lich die An­fech­tung in Son­ne­berg, die sich ge­gen den Stich­wahl­gang rich­tet. Die Grün­de nennt ein Spre­cher des Lan­des­ver­wal­tungs­am­tes: Dif­fe­renz zwi­schen Brief­wahl­er­geb­nis und Ur­nen­wahl­er­geb­nis, Wahl­be­hin­de­rung durch Drit­te, Teil­nah­me 16- und 17-jäh­ri­ger Per­so­nen. In Son­ne­berg war der AfD-Kan­di­dat Ro­bert Ses­sel­mann trotz ei­nes 29,8-Pro­zent-Er­geb­nis­ses bei der Land­rats­wahl nicht in die Stich­wahl ge­kom­men. Zwei Mit­be­wer­ber hat­ten mehr Stim­men. Im Land­kreis Eichs­feld, wo CDU-Land­rat Wer­ner Hen­ning mit mehr als 80 Pro­zent im Amt be­stä­tigt wor­den war, geht die NPD ge­gen die Wahl vor we­gen der „Nicht­zu­las­sung des Wahl­vor­schla­ges ei­ner Par­tei“so­wie „Wähl­bar­keit von Be­wer­bern ei­ner Par­tei“. Hin­ter­grund ist, dass der Wahl­aus­schuss den NPD-Lan­des­vor­sit­zen­den Tors­ten Hei­se nicht zu­ge­las­sen hat­te, weil sei­ne Po­li­tik der frei­heit­lich-de­mo­kra­ti­schen Grund­ord­nung ent­ge­gen­ste­he.

Im Land­kreis Schmal­kal­denMei­nin­gen hin­ge­gen wird die Wahl an­ge­foch­ten, weil ein Ein­zel­be­wer­ber zur Land­rats­wahl nicht zu­ge­las­sen wur­de.

Über die An­fech­tun­gen ent­schei­den die ört­li­chen Wahl­aus­schüs­se bin­nen drei Mo­na­ten.

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