Am Grü­nen Band ent­lang statt durch die USA

Rad­ler Rob­by Wil­ke fehlt das Geld für „Race Across Ame­ri­ca“– Statt­des­sen tritt er in Thü­rin­gen in die Pe­da­le

Thüringische Landeszeitung (Jena) - - THÜRINGEN - VON ES­T­HER GOLD­BERG

ER­FURT. Es soll­te nicht sein: Die 5000 Rad­ki­lo­me­ter durch 12 US-Bun­des­staa­ten mit ins­ge­samt 50 000 Hö­hen­me­tern in nur zehn Ta­gen wird Rob­by Wil­ke nicht fah­ren. Ob­wohl er bes­tens vor­be­rei­tet ist, seit Mo­na­ten Wo­che um Wo­che zwi­schen 700 und 800 Ki­lo­me­ter auf dem Rad trai­niert hat, mit dem Rad so­gar stun­den­lang in der Sau­na auf Rol­len ge­fah­ren ist. Beim „Race Across Ame­ri­ca (RAAM)“von der West- zur Ost­küs­te der USA wird Rob­by Wil­ke nicht star­ten. Die 350 Or­te und vier Zeit­zo­nen, die er schon ein­mal hat, wird es für ihn als Ein­zel­fah­rer 2018 nicht ge­ben. Aus ei­nem ein­zi­gen Grund: Es kam nicht ge­nü­gend Geld zu­sam­men. Al­les an­de­re hat ge­stimmt: Sei­ne Fit­ness, sein Team, die ge­mein­sa­me Mo­ti­va­ti­on und die Trai­nings­me­tho­dik.

„Wir ha­ben die nö­ti­gen 60 000 Eu­ro da­für nicht zu­sam­men be­kom­men.“Wir, das sind sein Team und er. Dass er aus­ge­rech­net jetzt an ei­ner di­cken Er­käl­tung la­bo­riert, lässt sich gut in sei­ne Ge­müts­ver­fas­sung über­set­zen: Er hat die Na­se voll.

Viel­leicht wä­re ihm mit ei­nem klei­ne­ren Team und da­mit we­ni­ger Geld doch noch ein Start mög­lich ge­we­sen. „Da­für ist das Ri­si­ko zu groß“, sagt er. Da müs­sen al­le top­fit sein. Und auch noch Glück ha­ben.

Kopf ein­zie­hen ist nicht. Der 55-Jäh­ri­ge hat schon ein neu­es Ziel. Er wird ex­akt um 12 Uhr am 12. Ju­ni in Tam­bach-Dietharz am Kin­der­hos­piz zu ei­ner ei­ge­nen „Race across the bor­der“star­ten, zu je­ner Zeit al­so, da die an­de­ren in den USA star­ten. Zu ei­nem Ren­nen ent­lang der Gren­ze, die die DDR um­ge­ben hat. Die­se Stre­cke, das grü­ne Band, sind sie schon ein­mal ge­fah­ren. 2016, als sie sich für RAAM als Team vor­be­rei­tet ha­ben. „Die Land­schaft ist klas­se“, sagt Rob­by Wil­ke. Und es sind 2500 Ki­lo­er­lebt me­ter, die hal­be Dis­tanz des Race Across Ame­ri­ca. Zu fah­ren in fünf Ta­gen. Der Hälf­te der Zeit für den RAAM. Je­den Tag 500 Ki­lo­me­ter. „Das ist ein Dan­ke­schön an Spen­der und an Fir­men“, sagt er. Und ihm ir­gend­wie ein klei­ner Trost. Be­glei­tet wird er un­ter an­de­rem von der Saal­fel­der Ärz­tin Aria­ne Schrö­der, von Schmerz­the­ra­peut Micha­el Fröh­lich aus Er­furt und von Tom De­litz, sei­nem Cr­ew­Chef. Eben­falls nicht feh­len wer­den Ka­trin Hüb­ler, sei­ne Part­ne­rin, so­wie die Fil­me­ma­cher und Fo­to­gra­fen Mi­ke Teich­mann und Micha­el Herr­mann.

Ge­schla­fen wird kaum. „Ich will se­hen, dass ich in­ner­halb von 20 St­un­den 500 Ki­lo­me­ter mit dem Rad be­wäl­ti­ge, dann blei­ben vier St­un­den für Aus­ru­A­ber: hen und Kurz­schlaf.“Doch selbst ei­ne Schran­ke am Bahn­über­gang kann ihn schon fünf Mi­nu­ten kos­ten. „Das wird schon“, ist er op­ti­mis­tisch. Zu­mal ihn hier zwar nur die Hälf­te der Rad­ki­lo­me­ter vom Race Across Ame­ri­ca er­war­tet, aber kei­nes­falls so vie­le Hö­hen­me­ter. Statt der 50 000 sind es 17 500.

Rob­by Wil­ke hat un­ter an­de­rem mit Vor­trä­gen zu sei­nem Vor­ha­ben Rad­ki­lo­me­ter ver­kauft. Für zehn Eu­ro kön­nen die Spen­der wäh­rend die­ses ge­kauf­ten Ki­lo­me­ters per Netz ih­ren Na­men le­sen. Und auch auf dem Shirt ste­hen die Na­men. Das bleibt auch für Deutsch­land so.

Start ist am Kin­der­hos­piz in Tam­bach­Dietharz

• Zu ver­fol­gen ist die­se Fahrt auf der face­book-Sei­te „Rob­by Wilke_RAAM “

Rob­by Wil­ke ist in Top­form und stellt das nächs­ten Mo­nat in Thü­rin­gen un­ter Be­weis. Fo­to: E. Gold­berg

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