Neue Spur im Fall Beck­mann

Thüringische Landeszeitung (Jena) - - ERSTE SEITE -

JENA. Die Jena­er Po­li­zei hat neue Hoff­nung, den Fall des 1993 ums Le­ben ge­kom­me­nen Jun­gen Bernd Beck­mann auf­klä­ren zu kön­nen: Nach er­neu­ter Aus­wer­tung der Ak­ten kon­zen­triert sich die So­ko auf ei­nen an­ony­men Brief vom Ju­li 1993 mit Hin­wei­sen zu den To­des­um­stän­den des da­mals Neun­jäh­ri­gen aus Jena, wie es am Don­ners­tag hieß. Die Po­li­zei bit­tet nun den Ver­fas­ser des Brie­fes, sich zu mel­den. Er wer­de als wich­ti­ger Zeu­ge in dem Mord­fall an­ge­se­hen. Der Jun­ge war am 6. Ju­li 1993 ver­schwun­den, sein Leich­nam wur­de 12 Ta­ge spä­ter am Saal­eu­fer ent­deckt. (red)

Die Fra­ge, wie ei­ne Frau, die den Be­ra­tungs­schein hat, ei­nen Arzt oder ei­ne Ärz­tin zur Be­en­di­gung ei­ner un­ge­woll­ten Schwan­ger­schaft fin­det, ist meist kein öf­fent­lich de­bat­tier­tes The­ma. Ge­än­dert hat sich das we­gen des Ver­fah­rens ge­gen die All­ge­mein­me­di­zi­ne­rin Kris­ti­na Hä­nel. Der Fra­ge nach der In­for­ma­ti­ons­frei­heit wid­men sich jetzt Frau­en und Män­ner bei ei­ner Ver­an­stal­tung am mor­gi­gen Sams­tag im Lu­ther­saal des Er­fur­ter Au­gus­ti­ner­klos­ter.

Die Fried­rich Nau­mann Stif­tung für die Frei­heit, die Li­be­ra­len Frau­en in Thü­rin­gen, der Lan­des­frau­en­rat Thü­rin­gen, Do­num Vi­tae und der Heb­am­men­lan­des­ver­band Thü­rin­gen zeich­nen ver­ant­wort­lich für die­sen Abend, bei dem Kris­ti­na Hä­nel das Im­puls­re­fe­rat hält: „War­um wer­ben in der Me­di­zin mehr als Wer­bung ist“.

Die Po­di­ums­run­de fragt, was der Pa­ra­graf 219a für Frau­en be­deu­tet. Mit da­bei:

• Mar­tin Gö­bel, Vor­sit­zen­der von Do­num Vi­tae in Thü­rin­gen, dem Ver­ein zur För­de­rung des Schut­zes des mensch­li­chen Le­bens. Do­num Vi­tae hat zwei Be­ra­tungs­stel­len in Thü­rin­gen – ei­ne in Er­furt und seit 2016 ei­ne in Gotha. Der Ver­ein wur­de im Jahr 2000 von ka­tho­li­schen Chris­ten ge­grün­det und wird ge­mein­sam ge­tra­gen mit evan­ge­li­schen Chris­ten und Men­schen, die den Grund­sät­zen und Zie­len des Ver­eins zu­stim­men. An­lass war da­mals der Aus­stieg der ka­tho­li­schen Kir­che aus der Schwan­ge­ren­und Kon­flikt­be­ra­tung nach den in Deutsch­land gül­ti­gen Ge­set­zen.

• Kat­ja Grosch, Bun­des­vor­sit­zen­de der Li­be­ra­len Frau­en

• An­ni­ka Wa­nier­ke, Ers­te Lan­des­vor­sit­zen­de des Heb­am­men­lan­des­ver­ban­des Thü­rin­gen.

Die Mo­de­ra­ti­on über­nimmt Ger­lin­de Som­mer, stell­ver­tre­ten­de TLZ-Chef­re­dak­teu­rin.

In der Ver­an­stal­tung set­zen sich die Be­tei­lig­ten mit den un­ter­schied­li­chen Per­spek­ti­ven aus­ein­an­der. Das Pu­bli­kum ist herz­lich ein­ge­la­den, sich an der Dis­kus­si­on zu be­tei­li­gen. Zu­grun­de ge­legt wird die ak­tu­el­le Re­ge­lung des Pa­ra­graf 218 und der of­fen­bar wi­der­stre­ben­den Re­ge­lung im Pa­ra­graf 219a.

Zu­dem geht es um die Fra­ge, war­um ge­ra­de Frau­en in Not of­fen­bar der Weg zu ver­läss­li­chen me­di­zi­ni­schen In­for­ma­tio­nen in die­sem Be­reich er­schwert wird. Ei­ne Rol­le spielt ge­wiss auch die un­ter­schied­li­che Ge­schich­te zu Ab­trei­bung und Pa­ra­graf 218 in Ost und West.

Die Teil­nah­me­be­din­gun­gen fin­den Sie im In­ter­net un­ter frei­heit.org/ teil­nah­me­be­din­gun­gen – An­mel­dung un­ter shop.frei­heit.org, per E-Mail an ser­vice@frei­heit.org und un­ter Tel. (030) 22 01 26 34 (Fr. von 8 bis 18 Uhr)

Die Teil­nah­me an der Ver­an­stal­tung ist kos­ten­frei.

• Sams­tag, . Ju­ni,  Uhr, Lu­ther­saal im Evan­ge­li­schen Au­gus­ti­ner­klos­ter Er­furt

Kris­ti­na Hä­nel wur­de we­gen Ver­sto­ßes ge­gen Pa­ra­graf a zu ei­ner Geld­stra­fe ver­ur­teilt. Die Ärz­tin geht in die nächs­te In­stanz. Fo­to: M. Gam­ba­ri­ni

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