Mehr Wohn­raum für Stu­den­ten

Tra­di­tio­nel­les Richt­fest für den Roh­bau des neu­en Wohn­heims in der Cla­ra-Zet­kin-Stra­ße in Je­na

Thüringische Landeszeitung (Jena) - - JENA - VON SA­RAH JA­KOB

JE­NA. Wer stu­die­ren will, sucht nach sei­ner Ein­schrei­bung meis­tens zu­erst nach ei­ner Blei­be in der neu­en Stadt. Die­se Su­che lässt in vie­len Groß­städ­ten den ei­nen oder an­de­ren Stu­di­en­an­fän­ger nicht so schnell wie­der los. Privat ein Zim­mer oder ei­ne Woh­nung zu er­gat­tern, ist schwie­rig – zum Glück gibt es Stu­den­ten­wohn­hei­me, in de­nen die jun­gen Men­schen wäh­rend ih­res Stu­di­ums le­ben kön­nen.

In Je­na fei­er­te das Stu­die­ren­den­werk jetzt Richt­fest für den Roh­bau ei­nes wei­te­ren Stu­den­ten­wohn­heims. Der zen­trums­na­he Neu­bau wird zum Win­ter­se­mes­ter 2019 die bis­he­ri­gen Wohn­an­la­gen in der Cla­ra-Zet­kin-Stra­ße und im Spitz­wei­den­weg er­gän­zen. Er ist dann be­zugs­be­reit für 148 Mie­ter, die sich zwi­schen Ein­zel­ap­par­te­ments, Zwei-, Drei,- und Vier­zim­mer­w­ohn­ge­mein­schaf­ten mit je­weils ei­ge­nem Bad ent­schei­den kön­nen. Zu­dem wird es ge­mein­sa­me Kü­chen als so­zia­le Treff­punk­te ge­ben.

Von der In­ves­ti­ti­ons­sum­me von 9,2 Mil­lio­nen Eu­ro stam­men 1,8 Mil­lio­nen Eu­ro aus dem Pro­gramm „Va­rio­woh­nen“des Bun­des, der mit ins­ge­samt 7,4 Mil­lio­nen Eu­ro ne­ben dem Wohn­heim in Je­na auch in Ge­ra und Erfurt Pro­jek­te für stu­den­ti­sches Woh­nen för­dert. „Das Schaf­fen von be­zahl­ba­rem Wohn­raum, der die Be­dürf­nis­se der Stu­die­ren­den ab­deckt, ist im­mer noch ein ge­sell­schaft­li­ches Schwer­punkt­the­ma“, sagt der Ge­schäfts­füh­rer des Stu­die­ren­den­werks Thü­rin­gen, Ralf Schmidt-Röh.

Thü­rin­gens Wis­sen­schafts­mi­nis­ter Wolf­gang Tie­fen­see (SPD) lob­te den ef­fi­zi­en­ten und ter­min­ge­rech­ten Bau­fort­schritt. Der Raum zum Woh­nen müs­se an­spre­chend und auf die Be­dürf­nis­se der Stu­den­ten an­ge­passt sein. „Der Wett­be­werb um die Auf­nah­me von Stu­di­en­an­fän­gern oder je­nen, die hier ih­ren Mas­ter ma­chen möch­ten, ist enorm. Mit sol­chen An­la­gen wird den po­ten­zi­el­len Be­woh­nern ei­ne be­zahl­ba­re und an­sehn­li­che Un­ter­kunft ge­bo­ten“, sagt Tie­fen­see. Te­nor sei­ner Re­de: Mit mehr preis­wer­ten Stu­den­ten-Un­ter­künf­ten will Thü­rin­gen als Hoch­schul­stand­ort an At­trak­ti­vi­tät ge­win­nen.

Trotz schwie­ri­gen Fun­da­men­tar­bei­ten ist der Roh­bau pünkt­lich fer­tig ge­wor­den. Ganz tra­di­tio­nell sag­te der Zim­mer­mann Jo­chen Kürbs den Richt­spruch auf und ließ dann ein Sekt­glas auf dem Bo­den zer­schel­len.

Ar­chi­tekt Ste­phan Sit­tig be­tont, dass das Pro­jekt ein wich­ti­ger Bei­trag zur Re­vi­ta­li­sie­rung des vor­mals brach­lie­gen­den Gü­ter­bahn­hofs sei. Beim Bau des Wohn­heims wer­den haupt­säch­lich Be­ton­fer­tig­tei­le ver­wen­det, die ei­ne re­la­tiv kur­ze Bau­zeit mit sich brin­gen und für die ge­for­der­te Fle­xi­bi­li­tät sor­gen. Die Woh­nun­gen wer­den so aus­ge­legt, dass oh­ne Pro­ble­me Ap­par­te­ments zu­sam­men­ge­legt oder auf­ge­teilt wer­den kön­nen. Das er­mög­licht auch Stu­den­ten, die be­reits Fa­mi­lie ha­ben, in das neue Wohn­heim ein­zu­zie­hen.

Ger­rit Huch­te­mann ist be­ra­ten­des Mit­glied des Stu­die­ren den­rats und war stell­ver­tre­ten für die Stu­den­ten zu Gast. E freut sich über ei­ne wei­ter Wohn­mög­lich­keit für jung Men­schen in Je­na. „Es ist wich tig, sich nach­drück­lich um meh Wohn­raum zu be­mü­hen. Im Ver­gleich zu den um­lie­gen­de Bun­des­län­dern sind privat Woh­nun­gen in Thü­rin­gen eher teu­er. Des­halb sind ge­ra­de hier Stu­di­en­an­fän­ger oder Men­schen, die nach Je­na wech­seln, auf Wohn­hei­me an­ge­wie­sen“, er­klärt Stu­den­ten­ver­tre­ter Huch­te­mann.

Mehr als 23000 Stu­den­ten sind an den bei­den Jena­er Hoch­schu­len der­zeit ein­ge­schrie­ben. Das Stu­die­ren­den­werk Thü­rin­gen be­wirt­schaf­tet in Je­na 30 Wohn­an­la­gen mit ins­ge­samt 3248 Plät­zen. Doch das Werk

will dar­auf auf­merk­sam ma­chen, dass es im­mer noch ei­ne An­ge­le­gen­heit der Bun­des­re­pu­blik ist, den Woh­nungs­bau für Stu­den­ten zu för­dern.

„Die Kam­pa­gne ‚Kopf braucht Dach‘ wird auch von uns un­ter­stützt, da wei­ter­hin am stu­den­ti­schen Woh­nen ge­feilt wer­den muss. Sie steht im Zu­sam­men­hang mit ei­nem kom­men­den

Wohn­gip­fel am 21. Sep­tem­ber in Ber­lin. Dort soll dis­ku­tiert wer­den, wie be­zahl­ba­rer Wohn­raum ge­schaf­fen wer­den kann“, er­klärt Se­bas­ti­an Holl­nack, Re­fe­rent des Ge­schäfts­füh­rers des Stu­die­ren­den­werks Thü­rin­gen. Auch auf An­la­gen für Stu­den­ten, die drin­gend sa­niert wer­den müss­ten, soll dort ein Blick ge­wor­fen wer­den.

Der Ge­schäfts­füh­rer des Stu­die­ren­den­werks Je­na, Ra Schmidt-Röh, mit Jo­han­nes Stru­zek vom Stu­die­ren­den­ra und dem Ar­chi­tek­ten Ste­phan Sit­tig. Sie ma­chen auf d Kam­pa­gne „Kopf braucht Dach“zum bal­di­gen Wohn­gipf in Ber­lin auf­merk­sam. Fo­tos: Sa­rah Ja­ko des Wohn­heims in die Hö­he ge­zo­gen.

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