Haus­halt: Grü­ne wol­len Stra­ßen­bau­pro­jek­te ver­schie­ben

Än­de­run­gen ver­rin­gern den In­ves­ti­ti­ons­be­darf um 6,2 Mil­lio­nen – Wachs­tums­pro­gno­se als Grund­la­ge ist für die Frak­ti­on ein ris­kan­tes Spiel

Thüringische Landeszeitung (Jena) - - JENA - VON THORS­TEN BÜKER

JE­NA. Dass die Bünd­nis­grü­nen den Sta­di­on-Kon­sens auf­kün­di­gen woll­ten, hat für Wir­bel ge­sorgt. Jetzt ha­ben sie ih­re Mei­nung ge­än­dert und wol­len den Dop­pel­haus­halt trotz­dem ent­las­ten. So sol­len nach dem Wil­len der Frak­ti­on ei­ni­ge Stra­ßen­bau­vor­ha­ben erst vom Jahr 2021 an rea­li­siert wer­den.

Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der Hei­ko Knopf und Marg­ret Franz spra­chen da­von, das Ri­si­ko für Je­nas Stadt­fi­nan­zen ein­däm­men zu wol­len. Die Frak­ti­on kön­ne zwar dem Vor­schlag der Ver­wal­tung fol­gen, um die Stadt­kas­se in den nächs­ten fünf Jah­ren um 25,7 Mil­lio­nen Eu­ro zu ent­las­ten. Dass da­bei ein Wachs­tums­sze­na­rio an­ge­setzt wur­de, das von vie­len ex­ter­nen Fak­to­ren ab­hän­gig sei, sei aber ein ris­kan­tes Spiel. So schla­gen die Grü­nen un­ter an­de­rem vor, Stra­ßen­bau­vor­ha­ben aus dem In­ves­ti­ti­ons­plan des Ei­gen­be­trie­bes Kom­mu­nal­ser­vice im Wirt­schafts­jahr 2019/2020 zu strei­chen und den Bau­be­ginn zwei Jah­re spä­ter ein­zu­pla­nen: Es geht um fol­gen­de Pro­jek­te:

• Tüm­pling­s­tra­ße (1. und 2. Bau­ab­schnitt), Lö­bichau­er Stra­ße, Netz­stra­ße, Mo­rit­zSee­beck-Stra­ße, Au­gust-Be­bel-Stra­ße, Mag­del­stieg west­lich Dö­ber­ei­ner Stra­ße, Kno­ten Fi­scher­gas­se bis KätheKoll­witz-Stra­ße.

Die vor­ge­schla­ge­nen Än­de­run­gen ver­rin­ger­ten den In­ves­ti­ti­ons­be­darf um 6,2 Mil­lio­nen Eu­ro. „Durch ei­ne zah­lungs­wirk­sa­me Aus­schüt­tung durch den Kom­mu­nal­ser­vice kann der Stadt­haus­halt da­von pro­fi­tie­ren“, sag­te Knopf. Auch die Grü­nen wol­len Groß­pro­jek­te wie den Bi­b­lio­theks­neu­bau und die neue Schwimm­hal­le nicht an­tas­ten. Von ei­ner Pro­gno­se, die im Sze­na­rio Je­na 2030 be­schrie­ben ist, zu er­hof­fen, dass ein Be­frei­ungs­schlag mit Steu­er­ein­nah­men in Hö­he von fast 20 Mil­lio­nen Eu­ro ge­lin­gen kön­ne, sei je­doch sehr ris­kant. „Die Kon­junk­tur­la­ge kön­nen wir nicht kon­trol­lie­ren“, sag­te Franz.

Das Kon­zept „Sze­na­rio Je­na 2030“, das den Kern­haus­halt der Stadt in den nächs­ten 10 bis 15 Jah­ren ab­si­chern soll, ent­hält vier Pro­gno­sen zur Ent­wick­lung Je­nas: Sze­na­rio D – Schrump­fung; C – leich­te Vor­wärts­ent­wick­lung wie in den letz­ten Jah­ren; B – deut­li­ches Wachs­tum mit stark er­höh­ter Wirt­schafts­kraft so­wie A – wie B plus ei­ne zu­sätz­lich deut­lich grö­ße­re Ein­woh­ner­zahl.

Sze­na­rio C ist wahr­schein­lich, Sze­na­rio B ist nach An­sicht der Ver­wal­tung mach­bar: Zu­min­dest wirkt es sich auf den Haus­halts­ent­wurf mit fast 20 Mil­lio­nen Eu­ro aus.

Ein wei­te­rer Än­de­rungs­punkt ist das Bud­get für die Rad­we­ge: Es soll auf jähr­lich 100.000 Eu­ro er­höht wer­den. „Der Fahr­rad­ver­kehr ist in Je­na er­heb­lich un­ter­fi­nan­ziert“, heißt es in dem An­trag un­ter an­de­rem. Bis­lang sind die Grü­nen die ein­zi­ge Frak­ti­on, die ei­nen Än­de­rungs­an­trag ein­ge­reicht ha­ben.

Ver­kehrs­schil­der für ei­ne Bau­stel­le: Die sol­len in Je­na spä­ter auf­ge­stellt wer­den. Fo­to: S. Kah­nert/dpa

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.