De­mons­tra­tio­nen in Pa­ris, Bil­bao und Bel­grad

Zehn­tau­sen­de Fran­zo­sen und Ser­ben pro­tes­tie­ren auf den Stra­ßen ge­gen ih­re Re­gie­run­gen. Bas­ken for­dern ei­ne Ver­le­gung von ETA-Häft­lin­gen

Thüringische Landeszeitung (Jena) - - POLITIK -

In Frank­reich sind er­neut Zehn­tau­sen­de Men­schen aus Pro­test ge­gen die Re­gie­rung auf die Stra­ßen ge­gan­gen. Rund 84.000 „Gelb­wes­ten“sei­en im gan­zen Land ge­zählt wor­den – weit mehr als am ver­gan­ge­nen Wo­che­n­en­de, wie Me­di­en un­ter Be­ru­fung auf das In­nen­mi­nis­te­ri­um be­rich­ten. In meh­re­ren Städ­ten kam es zu Span­nun­gen. Ei­ni­ge De­mons­tran­ten hät­ten in Pa­ris na­he dem Tri­umph­bo­gen Wurf­ge­schos­se in Rich­tung von Po­li­zis­ten ge­schleu­dert, sag­te ei­ne Po­li­zei-Spre­che­rin. Die Si­cher­heits­kräf­te hät­ten dar­auf­hin Trä­nen­gas und Was­ser­wer­fer ein­ge­setzt. In Pa­ris wur­den et­wa 100 Men­schen fest­ge­nom­men. Sie hät­ten ver­bo­te­ne Waf­fen ge­tra­gen oder sich ei­ner wo­mög­lich ge­walt­be­rei­ten Grup­pe an­ge­schlos­sen, hieß es bei der Po­li­zei. Es war be­reits das neun­te Pro­test­wo­chen­en­de in Fol­ge.

Tau­sen­de De­mons­tran­ten gin­gen in Bil­bao im spa­ni­schen Bas­ken­land auf die Stra­ße. Ih­re For­de­rung: die Ver­le­gung der in Spa­ni­en ver­teil­ten ETA-Häft­lin­ge in Ge­fäng­nis­se in der Nä­he des Bas­ken­lan­des. Die Ver­an­stal­ter zähl­ten et­wa 76.000 Men­schen, die sich für die frü­he­ren Mit­glie­der der bas­ki­schen Un­ter­grund­or­ga­ni­sa­ti­on ein­setz­ten. 9000 Men­schen de­mons­trier­ten in Bayon­ne im fran­zö­si­schen Teil des Bas­ken­lan­des. Ak­tu­ell sind 265 frü­he­re ETA-Mit­glie­der in Haft, da­von 46 in Frank­reich und ei­ner in Por­tu­gal. Bei den Pro­tes­ten gab es auch For­de­run­gen nach ei­ner Am­nes­tie. Der Plan, ETA-Ter­ro­ris­ten weit von ih­rer Hei­mat zu in­haf­tie­ren, wur­de von der ehe­ma­li­gen kon­ser­va­ti­ven Re­gie­rung Spa­ni­ens um­ge­setzt. Dies er­schwert Be­su­che für Fa­mi­li­en. Der so­zia­lis­ti­sche Re­gie­rungs­chef Pe­dro Sán­chez will das be­en­den. Die ETA hat­te seit En­de der 60er-Jah­re An­schlä­ge ver­übt mit dem Ziel, ein un­ab­hän­gi­ges Bas­ken­land zu schaf­fen.

Tau­sen­de Ser­ben sind durch die Bel­gra­der In­nen­stadt ge­zo­gen, um ge­gen die Re­gie­rung des ser­bi­schen Prä­si­den­ten Aleksan­dar Vu­cic zu de­mons­trie­ren. Sie rie­fen Pa­ro­len wie „Ver­rat, Ver­rat!“und „Vu­cic ist ein Dieb“, be­rich­te­te die Web­sei­te der op­po­si­tio­nel­len Ta­ges­zei­tung „Da­nas“. Es war der sechs­te Sonn­abend in Fol­ge, dass Re­gie­rungs­geg­ner in Bel­grad auf die Stra­ße gin­gen. Dies­mal gab es auch Kund­ge­bun­gen in den ser­bi­schen Städ­ten No­vi Sad, Kra­gu­je­vac, Kur­s­um­li­ja, Kru­se­vac, Uzice und Po­ze­ga, be­rich­te­te das staat­li­che Fern­se­hen RTS. Ur­sprüng­li­cher An­lass der Pro­test­wel­le war der bru­ta­le An­griff auf den Vor­sit­zen­den der Ser­bi­schen Lin­ken, Bor­ko Ste­fa­no­vic, En­de No­vem­ber in der süd­ser­bi­schen Stadt Kru­se­vac. Die Tä­ter sind bis heu­te un­be­kannt. Die De­mons­tra­tio­nen rich­ten sich ge­gen das Kli­ma der Ge­walt, das Vu­cic in dem Land nach An­sicht der Op­po­si­ti­on schü­ren wür­de. (red)

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