„Man woll­te mich los­wer­den“

Ke­vin Pan­ne­witz wird ge­gen die frist­lo­se Kün­di­gung des FC Carl Zeiss Je­na ju­ris­tisch vor­ge­hen

Thüringische Landeszeitung (Jena) - - SPORT - VON MICHA­EL ULBRICH

Ke­vin Pan­ne­witz will die frist­lo­se Kün­di­gung nicht auf sich sit­zen las­sen. In die­sen Ta­gen wird ein ent­spre­chen­des an­walt­li­ches Schrei­ben beim FC Carl Zeiss Je­na ein­ge­hen. „Der Grund, den man mir ge­nannt hat, ist kein Grund“, sagt er.

„Ich muss jetzt auch an mei­ne Fa­mi­lie den­ken“, sagt der Mit­tel­feld­spie­ler. Ak­tu­ell sei er in sei­ner Hei­mat­stadt Ber­lin. „Hier ab­sol­vie­re ich mein Lauf­pro­gramm, ha­be da­zu ei­nen per­sön­li­chen Trai­ner“, sagt er. Sein Be­ra­ter Ma­ik Bart­hel und sei­ne Freun­din Jil hät­ten ihm viel Mut zu­ge­spro­chen, ihm Zu­ver­sicht ge­ge­ben. Na­tür­lich sei er Je­na dank­bar für die Chan­ce, die ihm Trai­ner Mark Zim­mer­mann einst gab. Nun aber ha­be er das Ge­fühl ge­habt, „dass man mich ein­fach los­wer­den woll­te. Ich ha­be un­ter dem neu­en Trai­ner vier­mal trai­niert. Da­nach war ich krank. Dann kam ich zu­rück, es wa­ren zwei Hal­len­tur­nie­re und da­nach wur­de ich raus­ge­schmis­sen“. Es wür­de nicht stim­men, dass er – wie kol­por­tiert – mit über 100 Ki­lo aus dem Weih­nachts­ur­laub ge­kom­men sei. Auch dass er ei­nen Lauf­test ab­ge­bro­chen ha­be, wür­de nicht der Wahr­heit ent­spre­chen. „Es war ein Test, in dem man so lan­ge läuft, bis es nicht mehr geht. Und das ha­be ich ge­macht“, sagt Pan­ne­witz, der klar­stellt: „Bis zum Punkt­spiel­auf­takt am 26. Ja­nu­ar wä­re ich fit ge­we­sen.“

Er sei auf der ei­nen Sei­te dem FC Carl Zeiss mit dem ehe­ma­li­gen Trai­ner Mark Zim­mer­mann dank­bar für die Ge­le­gen­heit, wie­der im Fuß­ball­ge­schäft Fuß zu fas­sen; auf der an­de­ren Sei­te müs­se er sich jetzt aber weh­ren. „Fän­de ich bei­spiels­wei­se bis zum 31. Ja­nu­ar kei­nen neu­en Ver­ein, wä­re ich bis zum Som­mer qua­si oh­ne Ein­kom­men. Ich möch­te wei­ter Fuß­ball spie­len – und das so weit oben wie nur mög­lich“, sagt das einst so hoff­nungs­vol­le Ta­lent. Schon beim VfL Wolfs­burg und Han­sa Ros­tock war Pan­ne­witz ge­schei­tert. „Aus heu­ti­ger Sicht ha­be ich mir das da­mals auch selbst zu­zu­schrei­ben“, sagt er. Nur in Je­na, nein, da stim­me so ei­ni­ges nicht, was be­haup­tet wur­de.

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