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Antonia Fritsch fas­zi­niert die Se­rie „Club der ro­ten Bän­der“und er­war­tet sehn­süch­tig den Ki­no­film

Thüringische Landeszeitung (Unstrut-Hainich-Kreis) - - KULTUR & FREIZEIT - VON ANTONIA FRITSCH

Der ei­ne oder an­de­re wird si­cher schon mal et­was vom „Club der ro­ten Bän­der“ge­hört ha­ben. Die deut­sche Se­rie wur­de von 2015 bis 2017 vom Fern­seh­sen­der VOX aus­ge­strahlt und ist sehr be­kannt. Sie ge­wann zum Bei­spiel 2016 und 2017 den Ju­pi­ter-award und den Deut­schen Fern­seh­preis als bes­te deut­sche Tv-se­rie. In der Rei­he geht es um den All­tagvon­sechs­ju­gend­li­che­nin ei­nem Kran­ken­haus. Der „Club der ro­ten Bän­der“er­zählt von Freund­schaft, Freu­de, aber auch von Leid, denn fünf der Ju­gend­li­chen sind schwer krank. Mich fas­zi­niert be­son­ders an der Se­rie, dass sie ex­trem au­then­tisch wirkt. Die Schau­spie­ler konn­ten sich sehr gut in ih­re Rol­len hin­ein­ver­set­zen. Das merkt man. Auch wird in der Se­rie nichts be­schö­nigt und nie­mand in Wat­te ge­packt. Mit Krank­hei­ten wie Krebs oder Ma­ger­sucht wird of­fen um­ge­gan­gen. Trotz­dem oder gera­de des­halb schafft es der „Club der ro­ten Bän­der“, Kraft und Mo­ti­va­ti­on zu spen­den. Au­ßer­dem be­ruht die Ge­schich­te auf ei­ner wah­ren Be­ge­ben­heit. Der Spa­nier Al­bert Espi­no­sa er­krank­te mit vier­zehn Jah­ren an Kno­chen­krebs, schrieb über sei­ne Ver­gan­gen­heit und ist nun welt­be­kannt. An sei­ner Ge­schich­te ori­en­tier­ten sich nur die deut­schen Re­gis­seu­re, die Se­rie wur­de be­reits in 18 Län­dern aus­ge­strahlt. Auch in Deutsch­land schlug sie ein wie ei­ne Bom­be. Des­we­gen er­scheint die­ses Jahr auch end­lich der Ki­no­film zum „Club der ro­ten Bän­der“. Ab dem 14. Fe­bru­ar soll er in den Ki­nos lau­fen und die Vor­ge­schich­te zur Se­rie erzählen. Und das Bes­te: Die Ori­gi­nal­be­set­zung ist wie­der mit da­bei. Ich freue mich schon wahn­sin­nig auf den Ki­no­film, weil mich die Se­rie fas­zi­niert hat. Sie ver­knüpft Hu­mor mit Ernst­haf­tig­keit, sie spricht The­men an wie Lie­bes­kum­mer, Stress mit den El­tern oder Mob­bing. Da­bei wirkt sie nicht an ei­ner Stel­le al­bern oder kit­schig. Egal ob Club­fan oder nicht, die­ser Film wird mit Si­cher­heit be­geis­tern. Au­to­rin Antonia Fritsch aus Mühlhausen geht in die ne­un­te Klas­se des Gym­na­si­ums Gro­ßen­got­tern und schreibt sams­tags ih­re Ko­lum­ne.

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