Stra­fe muss sein

Da­ten im Netz müs­sen bes­ser ge­schützt wer­den

Thüringische Landeszeitung (Weimar) - - ERSTE SEITE - VON EL­MAR OT­TO e.ot­to@tlz.de

Das In­ter­net, das steht seit Lan­gem fest, ist Fluch und Se­gen zugleich. Das welt­wei­te Netz hat den Zu­gang zu Bil­dung so leicht ge­macht wie nie zu­vor. Wo man frü­her das be­reits kurz nach dem Kauf ver­al­te­te Le­xi­kon be­mü­hen muss­te, reicht jetzt ein Klick, um auf dem neu­es­ten Stand zu sein.

Wer von sei­ner Fa­mi­lie, von Freun­den oder Be­kann­ten Hun­der­te oder Tau­sen­de Ki­lo­me­ter ent­fernt ist, muss sich heut­zu­ta­ge nicht mehr nur dar­auf be­schrän­ken, der Liebs­ten Stim­men zu hö­ren. Man kann ih­nen, ob­wohl sie viel­leicht am an­de­ren En­de der Welt wei­len, ins Ge­sicht schau­en. Auch die so­zia­len Netz­wer­ke tra­gen zum Mit­ein­an­der bei. Die­se Art der Kom­mu­ni­ka­ti­on mö­gen vie­le im­mer noch ab­leh­nen oder zu­min­dest be­fremd­lich fin­den, aber für Mil­lio­nen an­de­re ge­hört der di­gi­ta­le Plausch seit Lan­gem zum All­tag. Doch das Netz birgt Ge­fah­ren.

Der Skan­dal der Da­ten­kra­ke Face­book, bei dem In­for­ma­tio­nen von rund 50 Mil­lio­nen Nut­zern für den US­Wahl­kampf miss­braucht wur­den, führt uns das wie­der vor Au­gen. Die­se Zweckentfremdung hat aber auch ihr Gu­tes: Sie kann ein Weck­ruf sein, für all je­ne, die zu sorg­los mit ih­ren per­sön­li­chen In­for­ma­tio­nen um­ge­gan­gen sind.

Des­sen un­ge­ach­tet: Der jüngs­te Vor­fall darf nicht oh­ne Fol­gen blei­ben. Wenn vor­aus­sicht­lich im Mai die neue EUDa­ten­schutz­ver­ord­nung in Kraft tritt, kön­nen Stra­fen von bis zu vier Pro­zent des Jah­res­um­sat­zes fest­ge­setzt wer­den. Für Face­book be­deu­te­te das im­mer­hin ei­nen nied­ri­gen ein­stel­li­gen Mil­li­ar­den­be­trag. Ei­ne sol­che Sank­ti­on wä­re ein wich­ti­ges Si­gnal, dass man In­ter­net­gi­gan­ten nicht al­les durch­ge­hen lässt.

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