Thü­rin­gen als Vor­bild beim Kra­nich-Tou­ris­mus

Tau­sen­de Tou­ris­ten be­ob­ach­ten in Herbst und Früh­jahr den spek­ta­ku­lä­ren Kra­nich­zug an der Tal­sper­re Kel­bra

Thüringische Landeszeitung (Weimar) - - THÜRINGEN - VON SI­MON RIB­NITZ­KY

Der be­lieb­te Rast­platz der Kra­ni­che an der Tal­sper­re Kel­bra könn­te aus Sicht von Ex­per­ten noch at­trak­ti­ver wer­den für die Vö­gel und für Be­su­cher, die die im­po­san­ten Kra­ni­che be­ob­ach­ten wol­len. Nö­tig sei­en Kra­nich-Ran­ger, um den Tou­ris­mus in ge­ord­ne­te Bah­nen zu len­ken, sag­te Axel Scho­nert vom Or­ni­tho­lo­gen­ver­band Sach­senAn­halt. Er ver­wies auf das Nach­bar­land Thü­rin­gen. An der dor­ti­gen Sei­te des Sees gibt es wäh­rend der Haupt­sai­son im Herbst be­reits sol­che Ran­ger, wie As­trid Ko­schor­reck vom Land­schafts­pfle­ge­ver­band Süd­harz/Kyff­häu­ser be­rich­te­te.

Die Tal­sper­re im Land­kreis Mans­feld-Süd­harz dient in ers­ter Li­nie dem Hoch­was­ser­schutz. Im Herbst wird das Was­ser groß­teils ab­ge­las­sen, um im Früh­jahr gro­ße Men­gen Schmelz­was­ser auf­neh­men zu kön­nen. Da­durch ent­ste­hen aus­ge­dehn­te Flach­was­ser­be­rei­che, die Kra­ni­che auf dem Weg zu ih­ren Win­ter­quar­tie­ren in Sü­d­eu­ro­pa so­wie auf dem Rück­weg im Früh­jahr gern als Rast­platz nut­zen.

Tau­sen­de Kra­ni­che las­sen sich dann be­ob­ach­ten – cha­rak­te­ris­tisch sind die trom­pe­ten­ar­ti­gen Ru­fe und der Flug in Drei­ecks­for­ma­tio­nen. „Ein un­glaub­li­ches Schau­spiel“, sag­te Scho­nert. Da­mit die Be­su­cher nicht ein­fach auf ei­ge­ne Faust durchs Kra­nich­ge­biet fah­ren und die Tie­re auf­scheu­chen, be­schäf­tigt Thü­rin­gen drei Ran­ger. Sie wer­den wäh­rend der Haupt­sai­son von Sep­tem­ber bis De­zem­ber als Sai­son­kräf­te an­ge­stellt, wie Ko­schor­reck be­rich­te­te. Die Ran­ger wei­sen Tou­ris­ten auf sen­si­ble Be­rei­che hin und hal­ten In­for­ma­tio­nen zu Be­ob­ach­tungs­tür­men und ge­führ­ten Kra­nichWan­de­run­gen be­reit.

In Zu­sam­men­ar­beit mit Land­wir­ten wür­den zu­dem Ablen­kFut­ter­flä­chen an­ge­legt, sag­te Ko­schor­reck. Dort wird für die Kra­ni­che Wei­zen aus­ge­bracht, da­mit sie die fri­sche Saat auf den Fel­dern nicht zer­stö­ren. „Das klappt sehr gut.“Bis zu 9000 Tie­re am Tag tum­mel­ten sich auf den Flä­chen, an de­nen sich für Be­su­cher zu­dem gu­te Be­ob­ach­tungs­be­din­gun­gen schaf­fen lie­ßen. Die Kra­ni­che hät­ten ein gu­tes Ge­dächt­nis und wür­den die Ablenk­flä­chen je­des Jahr zu­ver­läs­sig wie­der­fin­den, sag­te Ko­schor­reck. Aus Sach­sen-An­halts Um­welt­mi­nis­te­ri­um hieß es, die För­de­rung des Kra­nich-Tou­ris­mus auf Thü­rin­ger Sei­te sei bei­spiel­ge­bend. „Was sich da­von in Sach­sen-An­halt um­set­zen lässt, und wel­chen Weg wir da­für ein­schla­gen, das wird im Mo­ment im Mi­nis­te­ri­um und den Ak­teu­ren vor Ort er­ör­tert.“(dpa)

Zig­tau­sen­de Kra­ni­che sind im Herbst und Früh­jahr zu be­ob­ach­ten. Auf Thü­rin­ger Sei­te wird das spek­ta­ku­lä­re Er­eig­nis be­reits pro­fes­sio­nell ge­ma­nagt. Fo­to: Sa­scha Fromm

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.