An­na-Ama­lia-Bi­b­lio­thek be­grün­det neue Kon­zert­rei­he

„Nach dem Brand. Mu­sik aus Wei­mars Asche­bü­chern“: Her­zo­gin-An­na-Ama­lia-Bi­b­lio­thek be­grün­det neue Kon­zert­rei­he

Thüringische Landeszeitung (Weimar) - - ERSTE SEITE -

„Nach dem Brand. Mu­sik aus Wei­mars Asche­bü­chern“hat die Klas­sik-Stif­tung ei­ne Kon­zert­rei­he über­schrie­ben, die am 6. Sep­tem­ber Pre­mie­re hat. Erst­mals oder wie­der sind No­ten­schät­ze der An­naA­ma­lia-Bi­b­lio­thek zu hö­ren, die 2004 vor dem Groß­feu­er ge­ret­tet und spä­ter re­stau­riert wur­den. Im Fo­kus ste­hen auch Wer­ke, die in Ver­ges­sen­heit ge­ra­te­ne Fa­cet­ten der Wei­ma­rer Mu­sik­ge­schich­te be­leuch­ten.

Un­ter der Über­schrift „Nach dem Brand. Mu­sik aus Wei­mars Asche­bü­chern“star­tet die Klas­sik-Stif­tung am Don­ners­tag, 6. Sep­tem­ber, ei­ne neue Kon­zert­rei­he: Die vor dem Groß­feu­er ge­ret­te­ten und aus der Asche ge­bor­ge­nen und re­stau­rier­ten No­ten­schät­ze der Her­zo­gin-An­na-Ama­lia-Bi­b­lio­thek wer­den erst­mals oder wie­der hör­bar. Wie die Klas­sik-Stif­tung wei­ter mit­teil­te, ge­hö­ren die No­ten­dru­cke und No­ten­hand­schrif­ten der Wei­ma­rer Mu­si­ka­li­en­samm­lung zu den wert­volls­ten Fun­den, die im Jahr 2004 aus dem Brand­schutt der zwei­ten Ga­le­rie des Ro­ko­ko­saa­les ge­bor­gen wur­den. Im Fo­kus der Kon­zert­rei­he ste­hen Wer­ke, die bis­lang we­ni­ger be­ach­te­te oder in Ver­ges­sen­heit ge­ra­te­ne Fa­cet­ten der Wei­ma­rer Mu­sik­ge­schich­te be­leuch­ten. Im ers­ten Kon­zert mit Can­tus Thu­rin­gia un­ter Lei­tung von Chris­toph Ditt­mar er­klin­gen bei­spiels­wei­se Wer­ke von Hein­rich Schütz, Jo­hann Her­mann Schein und Ge­org Ne­u­mark.

Die Brand­ka­ta­stro­phe von 2004 hat­te ins­be­son­de­re für die Mu­si­ka­li­en­samm­lung der Her­zo­gin-An­na-Ama­lia-Bi­b­lio­thek ver­hee­ren­de Fol­gen. Ei­ni­ge Ob­jek­te wur­den voll­stän­dig zer­stört, an­de­re be­schä­digt, aus­ein­an­der­ge­ris­sen, ih­re Ti­tel­blät­ter feh­len oder sind un­les­bar. Die ge­schä­dig­ten No­ten­dru­cke und No­ten­hand­schrif­ten sind Teil der 25 000 als Asche­bü­cher be­zeich­ne­ten Bü­cher­res­te. Cha­rak­te­ris­tisch sind stark ver­kohl­te und nur noch aus Asche be­ste­hen­de äu­ße­re Pa­pier­la­gen und Blatt­kan­ten, die oft­mals bis in den Satz­spie­gel rei­chen.

Die Buch- und No­ten­frag­men­te wur­den ne­ben Feu­er und Hit­ze auch durch das Lösch­was­ser ge­schä­digt. Ei­ni­ge Schreib­mit­tel sind bis zur Un­kennt­lich­keit aus­ge­lau­fen, Pa­pie­re stark ge­quol­len, de­for­miert, ab­ge­baut und mit Ruß und an­de­ren Schad­stof­fen ver­un­rei­nigt.

Wie be­reits mehr­fach be­rich­tet, wer­den die Asche­bü­cher in ei­ner 2008 neu ein­ge­rich­te­ten Re­stau­rie­rungs­werk­statt der Her­zo­gin-An­na-Ama­lia-Bi­b­lio­thek in Le­ge­feld mit Hil­fe mo­der­ner, teils neu ent­wi­ckel­ter Ver­fah­ren be­han­delt. Da­bei wer­den auch die ge­ret­te­ten Mu­si­ka­li­en iden­ti­fi­ziert, sor­tiert, do­ku­men­tiert, be­wer­tet und er­schlos­sen. Es wer­den No­ten an­hand ih­rer Be­set­zung, an­hand von Text­frag­men­ten, der Hand­schrift, ja so­gar an­hand von Ton­auf­nah­men wie­der zu­ge­ord­net.

Kon­zept und wis­sen­schaft­li­che Lei­tung der Kon­zert­rei­he lie­gen in den Hän­den von Chris­ti­an Märkl. Der Mu­sik­wis­sen­schaft­ler ist wis­sen­schaft­li­cher Mit­ar­bei­ter der Her­zo­gin-An­naA­ma­lia-Bi­b­lio­thek und ver­ant­wort­lich für Au­f­ar­bei­tung und Be­gut­ach­tung der brand­ge­schä­dig­ten Mu­sik­samm­lung.

Archivfoto: Mar­co Kn­ei­se

Sie schie­nen un­rett­bar ver­lo­ren. Doch in der Werk­statt für brand­ge­schä­dig­tes Schrift­gut in Wei­mar-Le­ge­feld ge­lang das schier Un­mög­li­che: In der furcht­ba­ren Brand­nacht ge­bor­ge­ne Wer­ke, dar­un­ter auch vie­le Mu­si­ka­li­en, konn­ten re­stau­riert wer­den. Jetzt star­tet ei­ne Kon­zert­rei­he mit Mu­sik aus Wei­mars Asche­bü­chern.

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