Vier­tel­fi­na­le so gut wie per­fekt

Deutsch­land schlägt Eis­ho­ckey-WM-Gast­ge­ber Slo­wa­kei mit 3:2. Drai­saitl er­löst Team kurz vor Schluss. Sei­der ver­letzt

Thüringer Allgemeine (Apolda) - - SPORT - Von Cars­ten Lap­pe

Deutsch­lands Eis­ho­ckey-Na­tio­nal­team hat auch oh­ne den ver­letz­ten Star-Torhü­ter Phil­ipp Gru­bau­er den vor­zei­ti­gen Ein­zug ins WM-Vier­tel­fi­na­le so gut wie per­fekt ge­macht.

Mit dem vier­ten Sieg im vier­ten Spiel beim 3:2 (0:0, 1:2, 2:0) am Mitt­woch­abend ge­gen Gast­ge­ber Slo­wa­kei ist der Aus­wahl des Deut­schen Eis­ho­ckey-Bun­des (DEB) zu­dem die di­rek­te Qua­li­fi­ka­ti­on für Olym­pia 2022 kaum mehr zu neh­men.

Das Team von Bun­des­trai­ner To­ni Sö­der­holm be­hielt auch nach den drei Auf­takt­sie­gen in der hit­zi­gen At­mo­sphä­re von Kosice die Ner­ven. 28 Se­kun­den vor dem En­de schoss NHL-Top­star Le­on Drai­saitl das Sieg­tor. Zu­vor hat­ten Marc Michae­lis (24. Mi­nu­te) und Markus Ei­sen­schmid (59.) ge­trof­fen. Der Sieg wur­de al­ler­dings mit der Ver­let­zung des bis­lang bes­ten deut­schen WM-Ver­tei­di­gers Mo­ritz Sei­der nach ei­nem Ban­den­check teu­er be­zahlt.

Für die Slo­wa­kei wa­ren Andrej Se­ke­ra (29.) und Li­bor Hu­dacek (30.) er­folg­reich.

Deutsch­land ist da­mit auch wei­ter Ta­bel­len­füh­rer der Vor­run­den­grup­pe A. Vier Sie­ge in den ers­ten vier Spie­len hat­te es zu­letzt vor 89 Jah­ren bei der ers­ten Welt­meis­ter­schaft über­haupt ge­ge­ben. Das Tur­nier­for­mat war 1930 al­ler­dings noch ein völ­lig an­de­res ge­we­sen.

Letz­te Zwei­fel am Ein­zug in die K.o.-Run­de kann die DEBAus­wahl in den drei nun noch aus­ste­hen­den Vor­run­den­spie­len ge­gen Ka­na­da (Samstag, 16.15 Uhr), die USA (Sonntag, 16.15 Uhr) und Finn­land (Dienstag, 12.15 Uhr/al­le Sport1 und DAZN) be­sei­ti­gen. Sehr wahr­schein­lich ge­nügt aber schon die bis­he­ri­ge Punk­teAus­beu­te.

Mög­li­cher­wei­se kann in den nächs­ten Spie­len ge­gen die TopNa­tio­nen in Kosice auch NHLKee­per Gru­bau­er wie­der mit­spie­len. Der St­an­ley-Cup-Sie­ger hat­te sich beim 4:1 am Dienstag ge­gen Frank­reich ei­ne Mus­kel­ver­let­zung zu­ge­zo­gen und muss­te ge­gen die Slo­wa­kei pas­sen. Im bis­lang wich­tigs­ten Vor­run­den­spiel kam da­her wie­der Ma­thi­as Nie­der­ber­ger von der Düs­sel­dor­fer EG zum Ein­satz

Der 26-Jäh­ri­ge sah sich von Be­ginn an dem Druck der Slo­wa­ken aus­ge­setzt. Al­ler­dings stand die deut­sche De­fen­si­ve gut und ließ un­mit­tel­bar vor dem Tor kaum et­was zu. Zum ers­ten Mal über­haupt in die­sen Tur­nier ge­lang den Slo­wa­ken im ers­ten Drit­tel kein Tor.

Ka­pi­tän Mo­ritz Mül­ler hat­te sei­ne Mit­spie­ler ge­warnt: „Ich er­war­te, dass es von An­fang an laut sein wird. Da müs­sen wir ein­fach un­se­re Emo­tio­nen im Griff ha­ben.“In der Tat er­in­ner­te die At­mo­sphä­re in der voll be­setz­ten und lau­ten Steel Are­na an das ent­schei­den­de Olym­pia­Qua­li­fi­ka­ti­ons­spiel 2016 in Ri­ga ge­gen Lett­land. Da­mals hat­te der spä­te­re St­an­ley-Cup-Sie­ger Tom Kühn­hackl Deutsch­land zum 3:2-Sieg ge­schos­sen.

Ei­ne sol­che nerv­li­che An­span­nung bleibt dem DEB dies­mal wohl er­spart, da sie auch in Kosice selbst nach dem zwei­ten Drit­tel ru­hig blieb, in dem die Slo­wa­ken die Füh­rung durch US-Col­le­ge­spie­ler Michae­lis in Über­zahl dreh­ten und da­mit die Are­na in ei­nen He­xen­kes­sel ver­wan­del­ten.

Im Schluss­ab­schnitt schlu­gen Drai­saitl und Ei­sen­schmid noch ein­mal zu­rück und nah­men sich da­mit den Druck, nun wei­te­re Sie­ge ge­gen die Top-Na­tio­nen ein­fah­ren zu müs­sen. (dpa)

FO­TO: DA­VID W CERNY / REUTERS

Mo­ritz Sei­der at­ta­ckiert den Slo­wa­ken Li­bor Hu­dacek im gest­ri­gen WM-Spiel. Spä­ter zog sich Sei­der bei ei­nem Ban­den­check ei­ne Ver­let­zung zu.

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