Die Rang­nick-Schu­le

In der Fuß­ball-Bun­des­li­ga wer­den im­mer mehr Trai­ner en­ga­giert, die einst beim jet­zi­gen RB-Leip­zig-Coach lern­ten

Thüringer Allgemeine (Apolda) - - SPORT - Von Mar­tin Hen­kel

Wer­der-Bre­men-Coach Flo­ri­an Koh­feldt gibt sich kei­nen Il­lu­sio­nen hin. RB Leip­zig wird am Samstag zum Bun­des­li­ga-Sai­son­fi­na­le nicht an die We­ser rei­sen, um sich im Schon­gang zu prä­sen­tie­ren, ob­wohl der Ta­bel­len­drit­te ab­ge­schlos­sen hat mit der Meis­ter­schaft: Es gibt nichts mehr zu ge­win­nen. Auch nichts zu ver­lie­ren. „Die spie­len Voll­gas“, so Koh­feldt.

Er ver­weist auf das DFBPo­kal­fi­na­le der Sach­sen ei­ne Woche spä­ter ge­gen den FC Bay­ern. „Sie wol­len im Rhyth­mus blei­ben“, zu­mal sein Leip­zi­ger Kol­le­ge Ralf Rang­nick „kei­ner ist, der Spie­le her­schenkt.“

Man kennt sich. So wie die meis­ten in der Bran­che. Der 60jäh­ri­ge Rang­nick ist ein Ur­ge­stein des bun­des­deut­schen Fuß­balls. Seit 1983 ist er Trai­ner, wes­halb sich be­stimmt auch in Koh­feldts Vi­ta ir­gend­ein De­tail fin­dern lässt, das ihn mit dem RB-Coach ver­bin­det. Aber sie­he da: Rang­nick hat nie in Bre­men ge­ar­bei­tet – und Koh­feldt nie wo­an­ders. Die bei­den ken­nen sich per­sön­lich von ge­nau ei­ner Par­tie: dem Hin­spiel in Leip­zig kurz vor Weih­nach­ten.

Es ist er­staun­lich, und viel­leicht schon bald ei­ne Sel­ten­heit, dass sich in der Bun­des­li­ga noch Trai­ner fin­den, die nichts mit dem Leip­zi­ger Coach und Sport­di­rek­tor zu tun ha­ben.

TSG-Trai­ner Ju­li­an Na­gels­mann, der im Som­mer nach Leip­zig wech­selt, und Schal­kes Bald-Übungs­lei­ter Da­vid Wa­gner ha­ben un­ter Rang­nick in Hof­fen­heim als Ju­gend­trai­ner ge­ar­bei­tet. Das Glei­che gilt für Adi Hüt­ter (Frank­furt) so­wie die Neu­lin­ge für die kom­men­de Spiel­zeit, Oli­ver Glas­ner (Wolfs­burg) und Mar­co Ro­se (Glad­bach), die Rang­nick wäh­rend sei­ner Zeit als Sport­chef für die Achim Bei­er­lor­zer war Co-Trai­ner in Leip­zig wäh­rend der Auf­stiegs­sai­son 2015/2016, zu­vor hat er die U-17-Mann­schaft der Sach­sen trai­niert. Achim Bei­er­lor­zer, künf­ti­ger Trai­ner des Bun­des­li­ga-Auf­stei­gers 1. FC Köln

In ei­nem In­ter­view mit dem Do­nau-Ku­rier hat der 51-Jäh­ri­ge An­fang Mai ei­ne Er­klä­rung für die Schwem­me an Übungs­lei­tern in der ers­ten Li­ga ge­ge­ben, die beim Meis­ter das Hand­werk ge­lernt ha­ben. Bei­er­lor­zer: „Ich ha­be in Leip­zig die gan­ze Band­brei­te an Din­gen mit­er­lebt, die man im Fuß­ball ma­chen kann. Von Ralf Rang­nick ha­be ich die Spiel­phi­lo­so­phie bzw. de­ren Um­set­zung über­nom­men.“. Sprich: sei­nen Über­fall­fuß­ball mit Ge­gen­pres­sing und schnel­lem Um­schalt­spiel, den er in Hof­fen­heim, Leip­zig und Salz­burg zum Leit­mo­tiv par ex­cel­lence er­ho­ben hat.

Em­ble­ma­tisch für den Er­folg, den man mit die­sem Fuß­ball ha­ben kann, ist der Auf­stieg von RB Leip­zig zur mo­men­tan drit­ten Kraft im deut­schen Fuß­ball. Drei Jah­re lang hat sich die Konkurrenz an­ge­schaut, wie sich die Sach­sen mit ih­rem Raub­rit­ter­fuß­ball zwei Mal für die Cham­pi­ons Le­ague qua­li­fi­ziert ha­ben, ein­mal Vi­ze­meis­ter wur­den und im Vier­tel­fi­na­le der Eu­ro­paLe­ague stan­den.

Jetzt wol­len sie es auch so ha­ben.

„Ich ha­be in Leip­zig die gan­ze Band­brei­te an Din­gen mit­er­lebt, die man im Fuß­ball ma­chen kann.“

Fuß­ball­spar­ten des Ge­trän­keUn­ter­neh­mens Red Bull in den Nach­wuchs­be­reich des ös­ter­rei­chi­schen Abon­ne­ment-Meis­ters Salz­burg ge­holt hat. Am ver­gan­ge­nen Wo­che­n­en­de schließ­lich hat Erst­li­ga-Auf­stei­ger 1. FC Köln den nächs­ten Rang­nick-Adep­ten ver­pflich­tet.

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